Müll am und im Meer ist ein ersthaftes Problem.

„Müll im Meer ist ein enormes Problem. Und es geht allein vom Menschen aus. Wir sind in der Pflicht, diese Belastung auf den kostbaren Lebensraum Meer zu reduzieren“, erläutert der schleswig-holsteinische Umweltminister Minister Robert Habeck.Jährlich landen etwa 20.000 Tonnen Abfall in der Nordsee, wovon 15 Prozent im Wasser, 70 Prozent auf dem Meeresboden und 15 Prozent an den Stränden verbleiben.

Die Strände an der Nordsee und im Nordatlantik weisen eine durchschnittliche Belastung von 712 Müllteilen pro 100 Meter Küstenlinie auf, wobei die aktuellen Untersuchungen in Deutschlanddurchschnittlich 154 Abfallteile pro 100 Meter ergaben. Für die Ostsee liegen bislang keine entsprechenden Daten vor.

Neben den Rufen der Meeresschützer werden inzwischen auch die Apelle der Tourismusbranche und Fischerei immer lauter. So müssen immer wieder Strände vom Müll befreit werden. Auch in den Netzen der Fischer landen immer mehr Müllteile. Beides führt zu hohen Kosten.

Nun wollen das Umweltministerium Schleswig-Holstein und der NABU in einem gemeinsamen Projekt beigefangene Abfälle aus dem Meer entfernen. Außerdem sollen mit „Fishing for Litter“ Daten über die Müllbelastung der Meere gewonnen werden. Dies kündigten jetzt Umweltminister Robert Habeck und NABU-Präsident Olaf Tschimpke  an.

Sensibilisierung für die Abfallproblematik

„Die Belastung der Meere mit Plastikabfällen hat dramatische Folgen für unsere Meeresbewohner. Seevögel, Delfine oder Robben verfangen sich im Plastik und ersticken qualvoll oder verhungern, wenn sie Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln“, sagte NABU Präsident Olaf Tschimpke. Mit dem Projekt soll nicht nur aktiv die vom Menschen ausgehende Belastung auf den Lebensraum Meer reduziert werden, sondern auch die Öffentlichkeit für die Abfallproblematik sensibilisiert werden.

Ziel des vom Umweltministerium und NABU finanzierten und vom Landesfischereiverband Schleswig-Holstein unterstützten Fishing for Litter-Projektes ist es, den Müll, der in die Fischernetze gerät, einzusammeln und zu entsorgen.

Aktive Mitarbeit ist wichtig

Insbesondere die aktive Mitarbeit der Fischer ist Voraussetzung für den Projekterfolg: Nur sie können den auf See mitgefangenen Müll an Bord ihrer Schiffe holen und im Hafen in den vorgesehenen Containern entsorgen. Die Abfälle werden in einer speziellen Sortieranlage auf ihre Zusammensetzung untersucht.

Insgesamt beteiligen sich bereits neun Häfen und etwa 70 Fischer in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an der Initiative.

Im Rahmen des nun für neun Monate von der schleswig-holsteinischen Landesregierung Projektes soll die Initiative möglichst noch in 2014 im Büsumer Hafen und beim Eidersperrwerk umgesetzt werden. Mit dem von der schleswig-holsteinischen Landesregierung zur Verfügung gestelltem Geld werden unter anderem Behälter für den Müll an Bord der Schiffe, die Müllcontainer im Hafen sowie die Analyse des Mülls finanziert. Die weitergehende Finanzierung des Projektes und der Aufbau von drei bis vier Häfen pro Jahr werden angestrebt.

„Mit dem Projekt wollen wir auch das Bewusstsein für die Vermüllung der Meere schärfen. Letztlich können nur ein sensiblerer Umgang mit Verpackungen und ein international verbessertes Abfallmanagement dazu beitragen, dass der Abfall gar nicht erst in unsere Meere gelangt“, sagte Habeck.

 

 

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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