Aluminium ist hochgradig recyclingfähig (Foto: pixabay.com)

Aluminium gilt gemeinhin bei der Herstellung als besonders energieintensiv. Doch viele Eigenschaften werden gern vergessen.

So entwickeln Forscher beispielsweise neue Energiespeicher. Als Ersatz für lithiumbasierte Batteriesysteme gelten Aluminium Batterien als aussichtsreiche Kandidaten. Forscher in der ganzen Welt arbeiten an Alternativen zu lithiumbasierten Speichersystemen. Diese haben nicht eine relativ geringe Energiedichte, auch der flüssige Elektrolyt ist wegen der potentiellen Brandgefahr und des umstrittenen Rohstoffs Lithium nicht unproblematisch. Besser sind Feststoff-Batterien, in denen ein Festelektrolyt zum Einsatz kommt. Zu dieser Kategorie zählen Aluminium Batterien, die im Vergleich zu Lithium-Ionen Batterien zudem deutlich höhere Energiedichten aufweisen können.

Aluminium scheint also ein Stoff zu sein, auf den die Wirtschaft in Zukunft zurückgreifen werden muss. Wir sprachen jetzt mit der Pyral AG, die sich als Recyclingunternehmen mit der Wiederverwertung von Rohstoffen beschäftigt. über den Aluminiummarkt und die Herausforderungen in Deutschland.

Wie schätzen Sie die Entwicklungen der Preise für Rohaluminium und der weiteren Verwertungsstufen ein? Wie haben sich die Märkte dafür entwickelt?

Wegen des erhöhten Bedarfes an Aluminium gehen wir von einer leichten Preiserhöhung über die nächsten zehn Jahren beim Preis von Rohaluminium aus. Wir denken auch, dass er trotz der Überkapazitäten von Primärschmelzen in Fernost auf einem stabilen Niveau bleibt. Bedingt durch die politische Aufmerksamkeit, sowie das erhöhte Augenmerk auf die zunehmende Ressourcenknappheit bei Rohstoffen und deren Wiedergewinnung vermuten- und hoffen wir auf eine deutlich erhöhte Bereitschaft bei der Sammlung, Verwertung sowie der Wiederzuführung in den Produktionsprozess von Sekundäraluminium.


Welche zukünftigen Potenziale sehen Sie für den Einsatz von Aluminium – auch vor dem Hintergrund der wachsenden ökologischen Gesamtbewertung von Rohstoffen?

Im Hinblick auf die Recycling-Fähigkeit von Aluminium-, besonders im Vergleich mit den sehr komplexen und dadurch sehr energie- und kostenaufwendig zu produzierenden-, bzw. stofflich wiederzuverwertenden Kunststoffen, sehen wir durchaus die Möglichkeit, dass Aluminium beispielsweise in verschiedenen Verpackungsformen, Kunststoff teilweise bis ganz ersetzten wird. Gerade in Hinblick auf ökologische Belange, wie beispielsweise die zunehmende Belastung der Weltmeere durch Plastikmüll dürfte sich Aluminium mittelfristig durchsetzen. Dies auch vor dem Hintergrund der deutlich einfacheren Trennung der verschiedenen Legierungen und der dadurch vereinfachten „sortenreinen“ Zuführung von Aluminiumschrott in den Herstellungsprozess durch die Nutzung der von uns entwickelten S.A.A.L.T. Technologie mittels LIBS Laser. Aufgrund unserer Erfahrungen im Recyclingbereich sind wir inzwischen überzeugt, dass diese Separierung von zahlreichen Aluminiumlegierungen deutlich einfacher ist, als die aufwendige Trennung der unterschiedlichsten Kunststoffverbindungen, wie sie gerade im Verpackungsbereich zur Anwendung kommen


Welche Bedeutung haben tarifliche und nicht-tarifliche Hemmnisse beim Export und Import von Aluminium? 
Das können wir nicht einschätzen.

Das können wir nicht einschätzen. 

Inwieweit werden Innovationen – materielle/materialtechnische, Anwendungsinnovationen im Downstream (vor allem auch im Bereich Energie, Fahrzeugbaues.) durch ‚terms of trade‘ behindert? 

Das können wir nicht einschätzen.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Aluminiums als Basismaterial für die Energie-Verkehrswende und für den Klimaschutz ein. 

Die Verwendung von leichten Materialien wird branchenübergreifend weiter deutlich wachsen. Während der Anteil an sogenannten. „Light Materials“ derzeit größtenteils in der Luftfahrtindustrie verarbeitet wird, (mit fast 80 Prozent) gehen aktuelle Prognosen davon aus, dass, bedingt durch den staatlich verordneten Trend zur Elektromobilität, dem damit verbundenen Einsatz von zur Zeit noch sehr gewichtslastigen Batteriesystemen an anderer Stelle dieses zusätzliche Gewicht wiederum eingespart werden muss. Deshalb rechnen wir damit, dass speziell in der Automobilbranche der Anteil an „Light-Materials“ rasant von derzeit 30 auf 70 Prozent bis zum Jahr 2030 ansteigen wird. Insgesamt ist zu erwarten, dass die Verwendung von leichten Materialien in den Branchen Automobil- und Schiffsbau, Maschinenbau, Luftfahrt sowie Windenergie in den nächsten zwei Jahrzehnten signifikant steigt.

Vor dem Hintergrund der Rohstoffstrategie der Bundesregierung, was sind aus ihrer Sicht die wichtigsten Voraussetzungen zur Sicherung des Basisrohstoffes.

Als Hersteller von einem Sekundärrohstoff fehlt es bei der Europäischen Rohstoffstrategie aus unserer Sicht an konkreten Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit von Rohstoffen, die eine zeitnahe Erhöhung von Rezyklat- und Recyclingquoten mit sich bringen. Es muss für Hersteller (von z.B. Verpackungen) auch attraktiv ggf. verlangt werden, Sekundärrohstoffe bevorzugt einzusetzen. Dies natürlich bei gleichwertiger Qualität.

Was halten Sie von der Idee eines CO2 Bordertax? 

Wenn das Ziel des „CO2 Bodertax“ sein soll, energieintensive Industrien innerhalb der EU vor Importen aus Ländern mit deutlich weniger strengen Auflagen hinsichtlich der Produktionsprozesse sowie der Klimapolitik zu schützen ist würden wir das begrüßen. Dies vor allem deshalb, um endlich faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen und so den Umweltschutz global einzufordern- und sichern zu können.

 

Sind Handelshemmnisse zwischen Deutschland und anderen Staaten für die Industrie und den Mittelstand eine wirksame Maßnahme und erschweren sie für eine Exportnation nicht die Schranken…. 

Deutschland ist eine Wirtschafts- und Handelsnation. Der Export sichert bei uns hunderttausende an hochqualifizierten Arbeitsplätzen und weltweit teilweise einzigartigem Know-How in unterschiedlichsten Branchen. Da können Handelshemmnisse definitiv eher schaden-, als nutzen. Es muss einen fairen Zugang sowohl zu Rohstoffen-, als auch zu den Märkten weltweit geben. Dies mit Hilfe von Handelshemmnissen kurzfristig oder auch länger zu unterbinden ist aus unserer Sicht dann eher kurzsichtig. Das beste Beispiel bieten derzeit gerade die Vereinigten Staaten, wo durch willkürliche Zölle der einheimischen Wirtschaft teilweise deutlich mehr geschadet wurde, als den Importnationen.

 

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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