Alle Lebensmittel, die vor dem 2.Mai produziert wurden, haben es nicht vom Acker bis auf unseren Teller geschafft. (Foto: Hans Braxmeier auf Pixabay)

Die Lebensmittelverschwendung in Deutschland ist enorm. Darauf weist jetzt der WWF hin. Alle Lebensmittel, die vor dem 2.Mai produziert wurden, haben es nicht vom Acker bis auf unseren Teller geschafft. Dieser symbolische „Tag der Lebensmittelverschwendung“ markiert also den Zeitpunkt, an dem wir in Deutschland anfangen, Nahrungsmittel für Ernährung produzieren. Grundlage der Berechnung ist eine WWF-Studie aus dem Jahr 2015.

Anlässlich des Jahrestages kritisiert die Naturschutzorganisation daher auch, dass die Datenlage in Deutschland zu diesem Problemfeld weiterhin „mau“ sei. „Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Lebensmittelverluste bis 2030 zu halbieren. Voraussetzung zur Umsetzung der Ziele ist die zügige Verbesserung der Datenverfügbarkeit und -qualität. Wer nicht weiß, wo, wieviel und warum Lebensmittel verschwendet werden, der kann auch nichts dagegen tun. Die Intransparenz entlang der Lieferkette vom Acker bis zum Verbraucher bleibt problematisch“, kritisiert WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran. Die Bundesregierung sei in der Pflicht, systematisch und im engen Schulterschluss mit der Wirtschaft „Licht ins Dunkel der Lebensmittelverschwendung“ zu bringen.

„In den vergangenen 122 Tagen haben wir in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Die Ressourcen auf unserer Erde sind begrenzt, zukünftige Generationen werden sich diese Art von Verschwendung nicht mehr leisten können“, warnt Dräger mit Blick auf knapper werdende, fruchtbare Ackerflächen und einer prognostizierten Weltbevölkerung von über 9 Milliarden Menschen in 2050. Durch die Lebensmittel, die im Müll landen, werden laut WWF außerdem Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Millionen Tonnen freigesetzt. „Das ist doppelt so viel wie das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg jedes Jahr ausstößt. Die Vermeidung von Lebensmittelverlusten durch Landwirtschaft, Handel und Verbraucher wäre demnach ein signifikanter Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz“, unterstreicht Tanja Dräger vom WWF.

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