Frauen in Ghana legen den Fischfang zum Trocknen und Konservieren aus (Foto: Anna-Katharina Hornidge, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung)

Die deutsche und südafrikanische Niederlassung des International Ocean Institut (IOI) haben das Kooperationsprojekt WIOGEN (West Indian Ocean Governance and Exchange Network) ins Leben gerufen, das den Austausch und die Vernetzung zwischen Meeresakteuren in Deutschland und Afrika stärken soll.

Initiatorin des Projektes von deutscher Seite ist die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen. Seit Januar 2019 leitet sie das IOI Deutschland, das am ZMT angesiedelt ist. Das IOI mit Hauptsitz in Malta ist in Ausbildung und Beratung zu Fragen der nachhaltigen Nutzung unserer Meere aktiv; in den ersten Jahren seines Bestehens wirkte es wesentlich an der Überarbeitung des internationalen Seerechts mit, das 1994 in Kraft trat.

Das neue internationale Seerecht gesteht den Küstenstaaten eine 200 Seemeilen breite Einflusszone zu, in der sie die Meeresressourcen nutzen dürfen. Die Staaten sind allerdings auch dafür verantwortlich, die Ressourcen ihrer Küstengebiete zu erhalten. Überfischung, Zerstörung von Küstenökosystemen, Meeresverschmutzung und die Folgen des Klimawandels sind Herausforderungen, denen sich Küstenstaaten stellen müssen.

Das Projekt WIOGEN zielt darauf ab, gemeinsam mit Partnern aus einer Reihe ostafrikanischer Länder einen Dialog zu nachhaltigem Management von Meeresressourcen in der Region zu starten. Zukünftige Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft werden gemeinsam Konzepte erarbeiten in den Themenbereichen Nahrungssicherheit, nachhaltige Fischerei, Aquakultur und alternative Lebensgrundlagen, Umweltverschmutzung, Erhalt der Artenvielfalt und Küstenzonenmanagement.

“Der nachhaltige Umgang mit dem Meer und seinen Ressourcen erfordert es, dass wissenschaftlich informierte sowie gesellschaftlich und politisch gewollte Ansätze im Dialog erarbeitet werden. WIOGEN hat zum Ziel, diesen Prozess anzustoßen und Kompetenzen für ein nachhaltiges Küsten- und Meeresmanagement auf individueller, organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene weiter auszubauen“, erklärt Anna-Katharina Hornidge.

Gefördert wird WIOGEN für zwei Jahre im Rahmen der Initiative MeerWissen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Initiative zielt darauf ab, die Voraussetzungen für eine wissensbasierte Politikgestaltung zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Meere in ausgewählten afrikanischen Ländern zu verbessern.

Über das International Ocean Institute (IOI)
Das IOI wurde 1972 von der jüngsten Tochter von Thomas Mann, Elisabeth Mann Borgese, ins Leben gerufen. Ihr Aufruf „Wir müssen die Ozeane retten, wenn wir uns selbst retten wollen!“ ist heute genauso relevant wie zu ihren Lebzeiten. Das IOI ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in Malta und weltweit über 20 Landesvertretungen. Es verfolgt das Ziel, die nachhaltige Entwicklung, das Management und den Schutz der Ozeane zu fördern. 2002 wurde das IOI Deutschland am ZMT gegründet, der Fischereibiologe Dr. Werner Ekau übernahm bis Ende 2018 die Leitung der deutschen Niederlassung.

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