Dienstbike statt Auto

Fahrrad, Mobilität  /   /  Von Andrea Willich
Der Umstieg aufs Dienstfahrrad liegt voll im Trend

Mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln, ist nicht nur ein Trend, sondern auch politisch gewünscht. Der Autoverkehr wird in den Städten mehr und mehr zurückgedrängt: durch Bus- und Radspuren, Tempolimit, hohen Parkgebühren in Umweltzonen und weniger Parkplätzen. Wie sieht sie also aus, die mobile Zukunft in den Städten?

Das Bundesland Baden-Württemberg will den Radverkehr bis 2020 auf rund 16 Prozent verdoppeln. „Was wir brauchen, ist eine neue Radkultur“, sagt Verkehrsminister Winfried Hermann. „Lange Zeit war in der Stadtentwicklung das Leitbild der autogerechten Stadt vorherrschend.“ Auch der Hamburger Senat macht Ernst und beschließt einen ehrgeizigen Plan: Der Radverkehr soll verdoppelt werden. Und die Grünen forderten zum Jahresanfang 2016: „Wir wollen Städte, die Fahrradfahrern und Fußgängern ausreichend Raum geben und die frei sind von giftigen Abgasen“, heißt es in der „Weimarer Erklärung zum Klimaschutz“. Selbst die CDU/CSU-Bundestagsfraktion möchte mit dem Nationalen Radverkehrsplan 2020 den Anteil des Radverkehrs auf 15 Prozent erhöhen.

Wie der Umstieg vom Auto aufs E-Bike erleichtert werden kann, wollte die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in der Praxis testen. Mit dem Ergebnis, dass „bei rund der Hälfte der Arbeitswege das Auto durch das Elektrorad ersetzt wurde“, sagt Christian Gaebler, Staatssekretär für Verkehr und Umwelt. Auf kurzen Wegen ist das Rad schon unschlagbar schnell. „Mit der elektrischen Unterstützung wird der Radverkehr auch über längere Distanzen attraktiv“. Ein weiteres Ergebnis: Der Weg zur Arbeit ist mit dem Elektrorad kostengünstig. Im Vergleich zum Auto mache sich die Investition in ein Elektrorad mittlerer Preisklasse in rund einem halben Jahr bezahlt.

Bund und Länder fördern Umstieg aufs Rad finanziell

Das Fahrrad ist seit 2012 dem Auto steuerlich gleich gestellt. Außer eines Autofuhrparks können Firmen auch Räder anschaffen und ihren Mitarbeitern zu gleichen Konditionen wie Dienstwagen zur Verfügung stellen. Während der Woche beruflich auf dem Weg zur Arbeit in die Pedalen treten und am Wochenende einen Ausflug ins Grüne machen, das geht mit dem Leasingmodell. Nur monatlich 1 Prozent des Kaufpreises muss der Mitarbeiter für die private Nutzung des Rades als sogenannten geldwerten Vorteil versteuern.

Auf Firmenkosten fit bleiben, das ist verlockend. Und dank dem Fiskus kann auch noch Geld gespart werden, denn die Leasingrate wird vorm Versteuern vom Gehalt abgezogen. Gegenüber einem Kauf im Laden kann richtig viel Geld gespart werden – bis zu 40 Prozent. „Das lohnt sich vor allem bei hochwertigen E-Bikes oder Rädern ab 1 000 Euro“, sagt Nils Fröhlich von „mein-dienstrad.de“. Auf der Webseite kann jeder über einen Rechner bequem herausfinden, wie hoch die monatlichen Raten sind und wieviel gespart werden kann.

Die Firma für Fahrradleasing ist einer der größten Anbieter für Dienstfahrräder auf dem deutschen Markt. Bei „mein-dienstrad.de“ können Firmen und Arbeitnehmer aus einer ganzen Reihe von Marken und Modellen herstellerunabhängig ihr Fahrrad, E-Bike oder Pedelec auswählen. Besonders spendable Unternehmen übernehmen komplett die Leasingraten und setzen das Rad gezielt als Prämie zur Motivation von Mitarbeitern ein. Aber auch Angestellte können per Gehaltsumwandlung und monatlich überschaubaren Raten abgasfrei am Stau vorbeifahren. Wenn dann auch noch genügend Abstellplätze vorhanden sind, könnte tatsächlich eine neue Radkultur unsere Städte lebenswerter machen.

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