Kevin Stanchfield

„Ich schicke Ihnen mal schnell die Daten rüber.“ Seien es die Druckdaten für diese Zeitung, Röntgenbilder eines Krebspatienten, die aus einer Hamburger Klinik zur Einholung einer zweiten Meinung an einen Spezialisten in Freiburg geschickt werden. Ohne digitale Infrastruktur würden diese Anwendungen nicht funktionieren.

Deutschland ist aufgrund seines hohen Entwicklungsstands ein wichtiger Standort für Dienstleistungen und Innovation. Die digitale Infrastruktur ist dabei zu einem zentralen Produktionsfaktor und zum Rückgrat der Datenkommunikation in Deutschland geworden. Ihr Ausbau macht innovative Anwendungen erst möglich.

Definiert wird die digitale Infrastruktur als die technische Grundeinrichtung, die das Erzeugen, Verarbeiten, Verbreiten und Abrufen digitaler Informationen gewährleistet. Inzwischen hat die digitale Infrastruktur gegenüber der nicht-digitalen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur an Boden gewonnen und ist zu einem wichtigen Wettbewerbs- und Wirtschaftsfaktor für Deutschland geworden.

Digitale Inhalte zu jeder Zeit und an jedem Ort abrufen zu können, ist nicht nur ein Gesellschaftstrend der heutigen Zeit, sondern eine Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. Hinter dieser Entwicklung steht eine leistungsfähige digitale Infrastruktur als Grundvoraussetzung. Die Gestaltung des Breitbandnetzes in Deutschland und die Etablierung intelligenter Netze spielen dabei eine wichtige Rolle.

Breitband ist existenziell

Breitbandnetze sind für die deutsche Wirtschaft und Infrastruktur inzwischen so existenziell geworden wie Straßen, Flüsse, das Gas-, Stromnetz oder die Wasserversorgung. Nicht umsonst hat man den Begriff der „Datenautobahnen“ entwickelt. Ohne Breitbandnetze würden innovative Dienstleistungen und Produkte wie E-Healt, E-Government oder E-Learning, aber auch die Übertragung von Filmen auf Computer und Mobiltelefone nicht möglich sein. Mehr als zwei Drittel aller deutschen Haushalte nutzen inzwischen Breitbandanschlüsse. Die Versorgung in den Städten mit DSL, TV-Kabel oder drahtlosen Technologien wie UMTS, WLAN und anderen ist bis auf ganz wenige Ausnahmen gegeben.

Ländlicher Raum muss aufholen

Im ländlichen Raum dagegen klaffen nach wie vor Lücken. Bei etwa 600.000 Haushalten ist die Versorgung mit Breitbandinternet noch nicht möglich. Diese Lücken zu schließen ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, verbunden mit dem Ziel schon in drei Jahren Dreiviertel der Haushalte mit Anschlüssen von mindestens 50 MB/s zu auszustatten und diese auch flächendeckend anzubieten.

Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen den IT Gipfel nun um gemeinsam die Umsetzung zu begleiten, Handlungsansätze zu formulieren und in unterschiedlichen Projektgruppen technische T Aspekte offener Zugangsnetze, die Optimierung der Breitbandförderprogramme, Open Access, die Zusammenarbeit in der EU, Infrastrukturatlas, Green-IT im Breitbandausbau, Anwendungen aus Sicht der Endkunden zu diskutieren und zu erarbeiten.

Frank Tetzel

 

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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