Unterzeichnung eines Abkommenszur Unterstützung von StartUps in Afrika. (Foto: pixabay.com)

Heute unterzeichnet die Europäische Kommission am Rande des Investitionsforums für Afrika 2019 in Johannesburg (Südafrika) zwei Garantievereinbarungen mit Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen aus zwei Mitgliedstaaten, und zwar mit der „Financeries Maatschappij voor Ontwikkelingslanden N.V“ (FMO) aus den Niederlanden und der „Cassa Depositi e Prestiti“ (CDP) aus Italien. Diese Garantievereinbarungen sind Teil der Umsetzung der EU-Investitionsoffensive für Drittländer, der finanziellen Komponente der Allianz Afrika-Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze.

Neven Mimica, EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, erklärte: „Die heute unterzeichneten Garantievereinbarungen in Höhe von 70 Mio. EUR werden uns dabei helfen, mehr als €500 Millionen an neuen Investitionen in Afrika und der EU-Nachbarschaft zu mobilisieren. Diese Garantien zielen darauf ab, das Risiko zu mindern und mit anderen privaten Investoren in Ländern, in denen diese Investitionen nicht so attraktiv wären, zu teilen. Sie werden dazu beitragen, den Zugang kleiner Unternehmen zu Finanzierungen, insbesondere im Technologiebereich, zu fördern, und direkt und indirekt bis zu 175 000 Arbeitsplätze schaffen.“

Zwei Garantien, ein Ziel: mehr Investitionen in Partnerländern

Die beiden Garantien werden Investitionen in Kleinstunternehmen sowie in kleine und mittlere Unternehmen (KKMU), insbesondere im Technologiebereich, in den unter die Investitionsoffensive fallenden Ländern erheblich ankurbeln und ihnen den Zugang zu Finanzierungen erleichtern.

  • Das Programm „Ventures“ der FMO
    Diese Garantievereinbarung in Höhe von 40 Mio. EUR wird mit der FMO, der niederländischen Entwicklungsbank, geschlossen. Sie ist auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara und die EU-Nachbarschaft ausgerichtet. Sie wird Garantien für Risikokapital bereitstellen, das die FMO vor allem für Start-up-Unternehmen gewährt, die von jungen Unternehmerinnen und Unternehmern geführt werden. Die Unternehmen werden Technologien zur Senkung der Kosten für die Herstellung oder Lieferung von Produkten und Dienstleistungen verwenden, die für viele Menschen bisher unerschwinglich waren. Die Garantie zielt auf Unternehmen ab, die digitale Lösungen in einer Vielzahl von Bereichen anbieten, von Landwirtschaft, Zugang zu Energie und Finanzdienstleistungen bis hin zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Verkehr und Logistik. Außerdem werden direkt und indirekt bis zu 125 000 neue Arbeitsplätze unterstützt.
  • Archipelagos One4A – One Platform for Africa
    Diese Garantievereinbarung in Höhe von 30 Mio. EUR wird mit der Cassa di Depositi (CDP), der italienischen Entwicklungsbank, und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) geschlossen. Sie wird kleinen Unternehmen mit großem Potenzial in ganz Afrika den Zugang zu Finanzierungen erleichtern. Um ihr Wachstum zu fördern, werden über das mit der Garantie unterstützte Programm Mittel durch innovative Kapitalmarktlösungen bereitgestellt. Außerdem wird sie die Finanzierungspartner in die Lage versetzen, die mit Projektinvestitionen verbundenen Risiken zu teilen. Auf diese Weise werden bis zu 50 000 Arbeitsplätze geschaffen, darunter viele für junge Menschen, und 1500 kleine Unternehmen in elf* afrikanischen Ländern gefördert.

Diese Garantien sind Teil der Investitionsoffensive für Drittländer, mit deren Mitteln in Höhe von 4,5 Mio. EUR Investitionen in Höhe von insgesamt 44 Mrd. EUR mobilisiert werden sollen. Die EU hat bereits 4,2 Mrd. EUR des verfügbaren Gesamtbudgets bereitgestellt.

Hintergrund

Die EU-Investitionsoffensive für Drittländer setzt sich aus öffentlichen Mitteln in Höhe von 4,5 Mrd. EUR zusammen, mit denen in den Nachbarländern der EU und in Afrika bis 2020 öffentliche und private Investitionen in Höhe von 44 Mrd. EUR mobilisiert werden sollen.

Die Investitionsoffensive besteht aus drei Teilen. Der erste ist der finanzielle Teil. Über Garantien mindert die EU das Risiko in Ländern mit schwierigen Bedingungen, damit private Investoren und Entwicklungsbanken Darlehen an Unternehmerinnen und Unternehmer vergeben oder Entwicklungsprojekte finanzieren.

Der zweite Teil der Investitionsoffensive betrifft die technische Unterstützung. Darüber werden Mittel für Sachverständige bereitgestellt, die bei der Entwicklung neuer Projekte zugunsten aller Behörden, Investoren und Unternehmen helfen. Die technische Unterstützung kann beispielsweise Analysen von Marktinformationen und des Investitionsklimas, gezielte Beratung bei gesetzlichen und regulatorischen Fragen, Unterstützung von Partnerländern bei der Umsetzung von Reformen, Erweiterung der Wertschöpfungsketten sowie die Ermittlung, Vorbereitung und Hilfe bei der Durchführung notwendiger Investitionen umfassen.

Investitionen in den Klimaschutz machen den dritten Teil aus. Die EU arbeitet eng mit den Regierungen der Partnerländer zusammen, um sie bei der Verbesserung der Bedingungen zu unterstützen, die Investoren bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Dazu gehören das Unternehmensumfeld und die politische und wirtschaftliche Stabilität eines Landes. Darüber hinaus bringt die EU Regierungen und Unternehmen zusammen, um die Herausforderungen im Bereich der Investitionen zu erörtern.

Die Investitionsoffensive für Drittländer ist ein wichtiger Bestandteil der Allianz Afrika-Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze‚ die Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im September 2018 ins Leben gerufen hat. Die Allianz soll Investitionen ankurbeln, durch die Arbeitsplätze geschaffen werden und die nachhaltige Entwicklung gefördert wird.

 

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