FAIReconomics KW 39 NACHRICHTEN

Bundestagswahl – erstmals Klimaleugner im Bundestag: Mit der AfD, die nicht nur aus dem Stand die drittstärkste Kraft im Deutschen Bundestag geworden ist, zieht mit 13,8 Prozent der Zweitstimmen auch eine Partei ins deutsche Parlament ein, die den Klimawandel leugnet. Noch am Donnerstag hatte AfD Spitzenkandidat Alexander Gauland Zweifel daran geübt, inwieweit der Klimawandel menschengemacht sei – das sei höchstproblematisch. Die Energiewende koste viel, bringe aber „überhaupt nichts“, weil der deutsche Anteil an den weltweiten CO2-Ausstößen ohnehin so gering sei. Gaulands Appell daher: „Lasst diesen Unsinn. Lasst eine Energiewende, die diese Ziele nie erreichen kann.“ Deutschland solle das mit dem Klimaschutz also am besten lassen, weil unsere CO2-Ausstöße das Kraut auch nicht fett machen. Aus dem Pariser Klimaschutzabkommen will die AfD auch aussteigen. klimaretter.info , focus.de

e-Autos keine Gefahr für das Stromnetz: Vorwürfen aus der Strombranche treten die Vertreter der e-Automobilbranche entgegen. Elektroautos seien keine Gefahr für das Stromnetz, argumentieren der Bundesverband Elektromobilität (BEM) und der Bundesverband Windenergie. Engpässe für die Stromversorgung seien nicht zu erwarten, sagte BEM-Präsident Kurt Sigl. Nach den Einschätzung des Verbands ist nicht zu erwarten, dass Millionen E-Autobesitzer ihre Fahrzeuge gleichzeitig aufladen werden und damit das deutsche Stromnetz überlasten. heise.de 

Nur rund 15 der 250 größten Konzerne der Welt setzen sich aktiv für den Klimaschutz ein.  in der Welt nur 15 aktiv für den Klimaschutz. Angeführt wird das Ranking von Apple, gefolgt vom Nahrungsmittel-  und Kosmetik-Hersteller Unilever, IKEA, aber auch Energieunternehmen wie Enel, Iberdrola, EnBW und EDF, die sich verstärkt Richtung erneuerbare Energien und wenig CO2-Emissionen ausrichten, sind auf der Liste zu finden. dw.com

Nitratbelastung: Eine tickende Zeitbombe ist die Nitratbelastung in Deutschland, denn die Belastung des Grundwassers steigt stark an. Die Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland steigt weiter stark an.So hat sich beispielsweise im niedersächsischen Süstedt der Nitratgehalt in drei Jahren fast verdreifacht – von 35 auf rund 100 Milligramm pro Liter, dabei sind nur höchstens 50 Milligramm zulässig. dlf.de

Diesel-Privileg abschaffen?  Durch das Ende des Steuervorteils für Diesel ließen sich – nach Berechnungen von Wissenschaftlern –  der Ausstoß von CO2 und NOx innerhalb von fünf Jahren um zehn Prozent senken.  sciencedirect.com

VW-Touareg vor dem Rückruf: Mit aller Macht wehrt sich der VW Konzern gegen die Vorwürfe des Bundesverkehrsministeriums eine illegale Abschalteinrichtung im Modell Touareg verbaut zu haben. Unterdessen haben Greenpeace-Aktivisten das Entladen von VW-Dieselfahrzeugen in Großbritannien zu verhindern versucht. spiegel.de , handelsblatt.com

Erdklima – Wieviel Zeit noch bleibt: Weil sich in der Atmosphäre immer mehr CO2sammelt, ist die Temperatur seit Beginn der Industrialisierung um 0,8 Grad gestiegen. Selbst bei einem sofortigen Stopp aller fossilen Emissionen würde sich die Erde noch um weitere 0,3 Grad erwärmen. fair-economics.de

Buchtipp der Woche: Der Seneca Effekt. Warum Systeme kollabieren und wie wir damit umgehen können« Globale Krisen der vergangenen Jahrzehnte zeigen deutlich, dass auch scheinbar stabile Systeme ständig Gefahr laufen zusammenzubrechen: Die Finanzmärkte, Europa, die Demokratie, das Klima… Im 42. Bericht an den Club of Rome, zeigt Ugo Bardi anhand zahlreicher Beispiele, wie etablierte Strukturen kollabieren und was Politik und Gesellschaft daraus für den Umgang mit komplexen Systemen lernen können: Wie kann der Zusammenbruch vermieden oder zumindest bewältigt werden? Und wenn der Kollaps unvermeidlich ist: Wie kann man ihn nutzen, anstatt sich ihm zu widersetzen, wenn der einzige Weg, um das Alte loszuwerden, das Schaffen von Raum für das Neue ist? Das Buch erscheint am 2.10. im Handel. oekom.de

Zu teuer: Europäischer Rechnungshof findet Energiewende zu teuer tagesspiegel.de
Elektromobilität: e-Mobile haben heute schon eine gute Klimabilanz  euwid-energie.de
Ozeane: Massensterben für 2100 vorhergesagt  futurezone.at
Kurt Bock: BASF-Chef warnt vor Energiepolitik, die energieintensive Industrien benachteiligt rp-online.de
Angela Merkel: Die größte Klima-Vandalin?  freitag.de
Bundesumweltministerium: Warnung vor Heeringssterben in der Ostsee focus.de
Plastikmüll im Meer: Greenpeace-Kritik an Nestlé und Unilever luzernerzeitung.ch
Fortum: Der Versorger E.on will die Beteiligung an der Kraftwerkstochter Uniper an die finnische Fortum verkaufen. manager-magazin.de
Wasserstoff: In Brandenburg wird an der industriellen Produktion von h2 aus regenerativen Energien geforscht. electrive.net
BMW: Teslafighter geplant sueddeutsche.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Ich glaube, dass viele von ihnen begreifen, dass wir uns in einer Übergangssituation befinden. Doch Menschen, die ökonomisch unter Druck stehen, sind anfällig für die Versprechungen von Politikern – auch wenn diese sehr unrealistisch sind. Doch wir dürfen uns nicht mehr von den Skeptikern aufhalten lassen, sondern müssen ihnen neue Möglichkeiten in Form von Ausbildung und Arbeitsplätzen eröffnen.“
Al Gore, der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten, über die Schwierigkeit Klimaschutz-Gegner davon zu überzeugen, dass erneuerbare Energien besser sind als fossile Brennstoffe. Ein saudi-arabischer Ölminister habe einmal gesagt, dass die Steinzeit nicht zu Ende gegangen sei, weil es keine Steine mehr gegeben habe, sondern weil etwas Besseres gefunden wurde. Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe werde nicht vorbei sein, weil diese zur Neige gingen, sondern weil es eine bessere Alternative dazu gebe. Im US-Bergbau-Bundesstaat Kentucky habe das Kohle-Museum gerade seine Energienutzung auf selbst erzeugten Solarstrom umgestellt, weil das günstiger sei. greenpeace.de 

“ … wir kennen auch sehr gute Beispiele, wie die Landwirtschaft dem Klimawandel trotzen kann. Es gilt, aufzuforsten, Boden und Wasser nachhaltig zu bewirtschaften, eine Vielfalt lokaler Pflanzenarten anzubauen, das gesamte Ökosystem zu stärken und bei all dem eng und langfristig mit Kleinbauern und Kommunen zusammenzuarbeiten. Das sind enorme Anstrengungen. Leider setzen die meisten Regierungen immer noch auf ein bequemes Weiter-so.“
Ernährungsexperten Alexander Müller, Projektleiter „The Economics of Ecossystems and Biodiversity for Food and Agriculture (TEEBAgriFood)“ beim UN Umweltprogramm UNEP, Schuld für den Hunger seien bewaffnete Konflikte, der Zusammenbruch staatlicher Strukturen und die Auswirkungen des Klimawandels. Das alles treffe besonders die Ärmsten. Ein Bericht über Reichtum würde zeigen: Hunger und die Vermögen der Reichen würden parallel zunehmen.
zeit.de

MEHR WISSEN

Kraftwerksemissionen: Nicht immer entsprechen die Angaben der Betreiber oder der Staaten über Kraftwerksemissionen den Tatsachen. In Zukunft könnten Satelliten diese Aufgabe unabhängig übernehmen. So kann der Satellit «Orbiting Carbon Observatory-2» (OCO-2)  CO2 an der Absorption von Infrarotstrahlung in einem wenige Kilometer breiten Band unterhalb seines Orbits erkennen. nzz.ch

Folgen der Arktiserwärmung: Während sich die Arktis erwärmt, gibt es auf anderen Erdteilen entgegengesetzte Effekte.  Wissenschaftler des Potsdamer Klimafolgenforschungsinstitutes  haben zum ersten Mal nachgewiesen, dass die Veränderung der Winde hoch oben in der Stratosphäre maßgeblich zu den beobachteten Winterkältetrends im Norden Europas und Asiens beigetragen haben. pik-potsdam.de

Büros der Zukunft: Qualifizierte Fachkräfte setzen zunehmend auf eine gute Büro-Infrastruktur und flexible Arbeitszeiten, weniger auf Dienstwagen. Sie müssen Team- und Projektarbeiten genauso ermöglichen wie Homeoffice und mobiles Arbeiten. detail.de

Landleben der Zukunft: Wie Stararchitekten sich nachhaltiges Bauen auf dem Land vorstellen faz.net
Hurrican Maria: Verwüstet Puerto Rico nytimes.com
Korallenriffe: Die US-Regierung will die am besten erhaltenen Korallenriffe  der Erde für die Fischerei freigeben spektrum.de
Britische Modelabels: Sollen auf grüne Energien umswitchen fashionunited.de
Mallorca: Demonstrationen gegen Massentourismus in Palma welt.de
Abwasserentsorgung: In Kiel ist in diesem Sommer eine Anlage zur Abgabe von Abwässern von Schiffen in Betrieb gegangen. deutschlandfunk.de

DAS LETZTE:

Steuerlich absetzbar: Die deutschen Autohersteller können Kosten für Software-Nachrüstungen von der Steuer absetzen.  Auch die Rabatte, die als sogenannte Umweltprämien, bei Kauf neuer Dieselfahrzeuge gewährt werden, können steuersparend abgesetzt werden. Experten rechnen mit etwa einer einem dreistelligen Millionenbetrag Steuerersparnis bei den Konzernen. welt.de

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