FAIReconomics NACHRICHTEN KW 51:

EU streicht deutschen Betrieben die Ökostrombefreiung: Rund 10.000 deutsche Betriebe müssen zu Jahresbeginn mit höheren Strompreisen rechnen. „Die Fortführung der Begrenzung der EEG-Umlage auf 40 Prozent für KWK-Neuanlagen ist laut Kommission derzeit in vorliegender Form noch nicht genehmigungsfähig“, heisst es dazu aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Betroffen davon sind vor allem mittelständische Unternehmen, die KWK (Kraftwärmekopplungsanlagen) nutzen, diese müssen jetzt die vollen 6,8 Cent pro KW/h zahlen.  faz.net

Atomausstieg könnte teuer werden: 5,7 Milliarden Euro fordert der schwedische Konzern Vattenfall vor einem internationalen Schiedsgericht von der Bundesrepublik Deutschland. Schon die Prozesszinsen übersteigen die ursprüngliche Forderungen um rund eine Milliarde Euro. handelsblatt.com

Rund 12 Milliarden Euro an sogenannten „grüne“ Direktzahlungen gibt die EU jedes Jahr für Landwirte aus , um diese für umweltfreundliche Maßnahmen zu belohnen. Dies macht etwa 30 Prozent des gesamten EU Haushaltes aus.  Nun hat der Europäische Rechnungshof festgestellt,  dass  Zahlungen in fünf untersuchten EU-Ländern (Frankreich, Spanien, Griechenland, Polen und den Niederlanden) „wahrscheinlich keine wesentlichen Verbesserungen der Umwelt- und Klimabilanz der GAP” bringen würden. Tatsächlich haben die sogenannten Ökologisierungsmaßnahmen bei lediglich fünf Prozent der europäischen Landwirtschaftsflächen zu positive Veränderungen geführt. 65 Prozent der vom Rechnungshof befragten Bauern (65 Prozent) habe seine Anbaupraktiken nicht anpassen müssen, um grüne Zahlungen zu erhalten. euractiv.de

Streit um Forderungen von VW-Chef Matthias Müller: Der VW Chef hatte sich in den letzten Tagen für eine Abschaffung des Diesel-Privilegs ausgesprochen. Konkret hatte er eine schrittweise Umschichtung der Steuererleichterungen vorgeschlagen. Abstriche bei den Diesel-Subventionen, dafür Anreize für Elektroautos, wären aus Müllers Sicht das richtige Signal. Die Generalsekretärin der FDP, Nicola Beer, bezeichnete Matthias Müller daraufhin als „Diesel-Judas“.  Auch von Mitbewerbern und aus der Regierung kamen kritische Töne. spiegel.de,  focus.de (FDP-Generalsekretärin),  automobil-produktion.de (Kritik)

One-Planet Summit in Paris: Frankreichs Staatspräsident Macron hatte eingeladen. Staats- und Regierungschefs haben sich in Paris getroffen, um über die Finanzierung von Klimaschutzprojekten zu sprechen. Unternehmen konnten dazu bewegt werden, neue Ankündigungen für den Klimaschutz zu machen. stern.de

Recyclingquote bei Elektrogeräten: Die Bestandteile von Elektrogeräten sind sehr wertvoll, weltweit befinden sich Stoffe für rund 47 Milliarden Euro in dem Elektroschrott. Dennoch ist die Recyclingquote sehr gering. Weltweit liegt sie bei 20 Prozent, in Deutschland immerhin doppelt so hoch. deutschlandfunk.de

Batteriewechsel statt Ladestationen: In China setzt man auf eine neue Art der Betnalung von Elektroautos. Anstatt. dass die Autos langwierig an eine Ladesäule müssen, sollen sie getauscht werden. Die Batterien sind so am Fahrzeug angebracht, dass sie leicht ausgetauscht werden können. In nur drei Minuten soll sollen die Batterien getauscht werden. Zudem sollen die Batterien extra zum Fahrzeug geleast werden können. welt,de

Ernährung: Für die Umwelt positive Effekte einer Ernährungsumstellung könnte es in Deutschland oder in der Schweiz  geben, wenn die Bevölkerung nicht nur weniger Fleisch, sondern auch insgesamt weniger Kalorien verbrauchen würde. Des Klimaschutzes wegen sollte weniger Fleisch gegessen werden. nzz.ch

rds50k FAIReconomics NACHRICHTEN KW 51: EU streicht deutsche Ökostrombefreiung, teurer Atomausstieg, Dieselausstieg, Recyclingquoten, Unternehmensherausforderungen, Solarzug Newsletter

Buchtipp der Woche: „Zeitbombe Welthunger“ Beinahe täglich erfahren wir in den Medien, wie viele Menschen seit Jahrzehnten einen grausamen Hungertod erleiden. Das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern beschleunigt den Nahrungsmangel noch zusätzlich. Spenden und Entwicklungsleistungen schaffen keine richtige Abhilfe. Warum ist es in unserer neoliberalen Gesellschaft nicht möglich, alle Menschen satt zu bekommen? Manfred Heuser sucht nach Antworten, indem er den Ursachen des Problems auf den Grund geht und die bisher gescheiterten Konzepte der Weltorganisationen untersucht. Zugleich präsentiert er zukunftsfähige Konzepte, die den systematischen Hunger besiegen und damit weitere Migrationswellen verhindern können. tectum-verlag.de

Arnim Laschet: Der NRW Ministerpräsident will Atomstrom aus Belgien durch NRW-Braunkohlestrom ersetzen. welt.de
Lebensmittelverschwendung: Umweltverbände fordern Halbierung.  fair-economics.de
Grüne Produkte: Marktanteile steigen. sonnenseite.com
Kaffee-Zertifizierung: Unternehmen dürfen ihre Produkte fair nennen, auch wenn sie Mindeststandards verletzen.  weser-kurier.de
Weihnachtskerzen: In jeder zweiten Kerze steckt Palmöl. wwf.de
Alle Jahre wieder: Pestizide in Weihnachtsbäumen. haz.de
Umweltstiftung: Grüner wird Chef taz.de
BMW: Baut Teststrecke für autonome Fahrzeuge für 100 Millionen Euro. futurezone.at

WÖRTLICH GENOMMEN

„Die neue Bundesregierung sollte für eine sachgerechte Bewertung die komplexen Zusammenhänge bei Biokraftstoffen erkennen und richtig bewerten. Biokraftstoffe können mittel- und langfristig schwerpunktmäßig im Straßengüterverkehr sowie in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden, wo E-Mobilität kaum eine Rolle spielen wird.“
Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Auf absehbare Zeit werde nur Biodiesel und Bioethanol nennenswerte Mengen fossiler Kraftstoffe im Straßenverkehr ersetzen können. Zig Millionen Fahrzeuge auf Europas Straßen besäßen einen Verbrennungsmotor. Auch wenn deren Anteil von jetzt rund 0,6 Prozent signifikant steigen sollte, sei ein Ende der Nutzung flüssiger Kraftstoffe kurz- und mittelfristig überhaupt nicht in Sicht. Deshalb müsse die neue Bundesregierung Maßnahmen ergreifen, um auch die im Verbrenner eingesetzte Energie zu dekarbonisieren. Biokraftstoffe können in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. klimaretter.info

„Deutschland steht noch gut da, nicht zuletzt, weil die Unternehmen schon früh mit hohen umweltpolitischen Standards konfrontiert waren. Es besteht die Gefahr, dass wir diese gute Position verlieren, wenn wir nur noch die europäischen Mindeststandards umsetzen. Um Innovationen zu fördern, brauchen wir auch ein anspruchsvolles Umweltrecht. Hier müssen wir eine entsprechende Entwicklung in der EU und in Deutschland vorantreiben.“
Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes, habe das Produktionsvolumen im Umweltschutz 2013 noch bei 81,6 Milliarden Euro gelegen, sei es 2015 auf über 83 Milliarden Euro leicht gewachsen. Es entspreche jetzt sechs Prozent der gesamten Industriegüterproduktion. Güter, die dem Klimaschutz dienen könnten, stellten mit 40 Prozent des Produktionsvolumens erneut den mit Abstand größten Umweltbereich. Hierzu gehörten beispielsweise Windenergie- und Solaranlagen. Die Weltklimakonferenz in Bonn habe noch einmal ganz deutlich gemacht, dass wir den Klimawandel konsequent bekämpfen müssten. Die weltweiten Anstrengungen hierzu würden auch dazu führen, dass der Weltmarkt für Klimaschutzgüter und Klimaschutztechnologien wachse. Hieraus ergäben sich wirtschaftliche Chancen, die wir nutzen sollten. umweltbundesamt.de

MEHR WISSEN

Neue Unternehmensherausforderungen: Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung verändern das Zusammenleben von bald 9 Milliarden Menschen radikal. Für Unternehmen bedeutet das zugleich Chance und Herausforderung: Sie können neue Märkte erschließen, neue Geschäftsmodelle erproben und dabei in einem globalen Netzwerk unterschiedlichster Akteure wachsen. Gleichzeitig steigt der Druck, die eigenen Unternehmenswerte konsequent entlang der gesamten Wertschöpfungskette durchzusetzen. loening-berlin.de

Glyphosat-Verbot: Ein nationales Verbot von Glyphosat ist trotz der EU-Zulassung unter strengen Voraussetzungen möglich, so die Auffassung von Bundestagsjuristen. Gemäß der Pflanzenschutz-Verordnung können „spezifische nationale Verwendungsbedingungen und deren Konsequenzen, beispielsweise für die Biodiversität, in die Prüfung einbezogen werden“.  Unterdessen wird beispielsweise in Niedersachsen nach Alternative zu Glyphosat gesucht. rp-online.de  , deutschlandfunk.de

Österreich: Die Nachhaltigkeitsmaßnahmen der österreichischen Regierung konzentrieren sich auf den Ausbau von erneuerbaren Energien. derstandard.at
Modelabels: Wie kleine Marken Nachhaltigkeit anbieten wollen. fashionunited.de
Kreuzfahrtschiffe:  Es ist ein langer Weg zum Null-Emissions-Schiff.  sueddeutsche.de
Mikroplastik: Ein Unternehmen will ein Siegel für plastikfreie Produkte einführen. enorm-magazin.de

DAS LETZTE:

Solarzug: Die Lok wurde im Jahr 1949 gebaut, nun wurde sie modernisiert und soll rein solarbetrieben im australischen Bundesstaat New South Wales ihre  Jungfernfahrt aufnehmen. Die gemeinnützige Byron Bay Railroad Company hat auf dem Dach mit Solarkollektoren versehen. Pendeln soll der Zug auf einer drei Kilometer langen Strecke. byronbaytrain.com.au

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