FAIReconomics Newsletter KW 05/20 NACHRICHTEN

wind-turbine-2244222_640 FAIReconomics Newsletter KW 05/20 NACHRICHTEN: Ministerstreit, Merkel in Davos, Klimazölle, Bundesregierung und Wortbruch, Klimwandel als Fluchtgrund, neues aus Mobilität und dem Bundestag Newsletter

Ministerstreit um stockenden Windausbau: Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier direkt wegen des stockenden Onshore-Windausbaues angegriffen. Dass er so lange diskutiert hat, hat zur Verunsicherung beigetragen und viel Zeit gekostet. Das geht so nicht weiter.“ Hintergrund ist, dass der Bau von Windrädern zurückgegangen ist. Nun hat sich auch der Stromkonzern RWE eingeschaltet.  Für mehr Ökostrom fordert der Anbieter auch unpopuläre Maßnahmen. So schlagen die RWE Leute einen runden Tisch Windenergie vor, um den Bau von Windrädern an Land anzukurbeln. „Der nächste große Knoten, den wir durchschlagen müssen, ist der fast zum Erliegen gekommene Ausbau bei Onshore-Windkraftanlagen“, sagte die Chefin der RWE-Ökostromsparte, Anja-Isabel Dotzenrath.  „Vielleicht könnte man einen ähnlichen Weg gehen wie beim Kohle- und Kernenergieausstieg: einen runden Tisch, der sich des Themas annimmt und konkrete Lösungsvorschläge macht.“  Doch nicht nur an Land haperte derzeit mit dem Ausbau. Bei der Stiftung Offshore-Windenergie sieht man ebenfalls eine Ausbaulücke. Zudem kritisiert man dort das Kohleausstiegsgesetz.  fair-economics.de (Schulze) tagesspiegel.de (RWE), bizz-energy.com (Offshore)

Erderwärmung als Existenzfrage: Comeback der Klimakanzlerin? Zumindest auf dem Weltwirtschaftsforums in Davis hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Kampf gegen die Erderwärmung zur Existenzfrage erklärt. „Die Frage der Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens könn­te eine Frage des Überlebens für den ganzen Kontinent sein.“ Mit den derzeitigen Ver­pflich­­tungen der Staaten werde das Ziel nicht erreicht, die Erderwärmung wie geplant zu begren­zen. Die Welt müsse gemeinsam handeln, aber auch jedes Land müsse seinen Beitrag leisten.  „Transformationen von gigantischem histori­schen Ausmaß“, nannte die Kanzlerin die anstehenden Aufgaben. Die Industrieländer würden hier eine „Bringschuld“ haben. Merkel trat für mehr Dialog zwischen Klimaaktivisten und Klimaleugnern ein, um die „Sprachlosigkeit“ zu überwinden. tagesschau.dewelt.de focus.de

Um 35 Prozent ging die Anzahl der Höfe in Deutschland, in denen Schweine gehalten werden, zwischen 2010 und 2019 zurück. Vor allem kleinere Schweinebauern gaben auf. Die Gesamtzahl der geschlachteten Tiere sinkt europaweit jedoch nicht. So wuchsen die Bestände beispielsweise in Polen, Spanien und Belgien. Andere Einnahmen landwirtschaftliche Betriebe werden immer wichtiger.  destatis.de

Von der Leyen mit radikalem Vorstoß: Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Unternehmenschefs und Politikern mit zusätzlichen Kosten für klimaschädliche Einfuhren in die EU gedroht. Es mache keinen Sinn, „Treibhausgas-Emissionen nur zu Hause zu senken, wenn wir zugleich den Import von CO2 aus dem Ausland erhöhen.“ Die Kommissionschefin stellte in Davos den neuen europäischen Green Deal vor, der unter anderem vorsieht,für ausgewählte Sektoren ein CO2-Grenzausgleichssystem zu installieren. rp-online.detagesschau.de

Wortbruch der Bundesregierung: Der Ärger ist groß, denn ehemalige Mitglieder der Kohlekommission wie deren Vorsitzende Barbara Praetorius aber auch Hans Joachim Schellnhuber, Vertreter der Umweltverbände oder der Energieexperte Felix Matthes fühlen sich hintergangen, denn der zwischen Bund und den Kohleländern ausgehandelte Plan zum Kohleausstieg entspreche nicht dem Verhandlungsergebnis. Sie kritisieren,  dass die  Regierung den Kompromiss der Kohle­kommis­sion „klar und sehr einseitig verlassen“. Zudem bemängeln die Experten, dass ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb genommen werde und in dem Zeithorizont zwischen 2023 und 2028 zu wenige Kohlekraftwerke abgeschaltet werden.  Zudem  scheint aufgrund des Kohleausstiegen rund zwei Milliarden Euro zu fehlen, um den angekündigten Strompreis zu senken. spiegel.defaz.net (Milliardenloch)

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Klimawandel als Fluchtgrund: Das Recht auf Asyl darf demjenigen nicht verweigert werden, der, weil sein Leben bedroht ist, aufgrund des Klimawandels sein Land verlassen muss.  Der UN-Menschenrechtsausschuss hat so entschieden. Grundsätzlich so heisst es, können Klimafragen bei Asylverfahren eine Rolle spielen, so der Ausschuss. „Dieser Beschluss etabliert neue Standards, die den Erfolg im Fällen künftiger Asylgesuche, die sich auf Folgen des Klimawandels beziehen, leichter machen können“, sagte eines der Ausschussmitglieder. zeit.de

Rekordverbrauch an Rohstoffen: Wenn es um den Abbau und den Verbrauch von Rohstoffen auf der Erde geht, gibt es einen nachdankenswerten Rekord zu vermelden. Mehr als 100 Milliarden Tonnen wurden 2017 verbraucht. Rund 50 Prozent sind  Mineralien, ein Viertel setzt sich aus Getreide, Pflanzen und Bäumen zusammen. Die Recyclingquote liegt bei unter neun Prozent. theguardian.com

BUCHTIPP DER WOCHE:

Cover-oekom FAIReconomics Newsletter KW 05/20 NACHRICHTEN: Ministerstreit, Merkel in Davos, Klimazölle, Bundesregierung und Wortbruch, Klimwandel als Fluchtgrund, neues aus Mobilität und dem Bundestag Newsletter Der Mensch in Schieflage
Ein neues Nachhaltigkeitsmodell: Was passiert, wenn wir ökologische und soziale Kipppunkte überschreiten?
Nachhaltigkeit hat zwar rhetorisch Konjunktur, wird aber im Alltag gerne als unverbindlicher Wohlfühlbegriff verwendet. Dabei müsste der Begriff eigentlich ein Kampfbegriff sein, denn er stellt das bestehende Sozial- und Wirtschaftssystem radikal infrage. Doch nicht nur der Gebrauch des Begriffes ist oft irreführend. Auch den meisten Nachhaltigkeitsmodellen, die derzeit Verbreitung finden, gelingt nur eine unzureichende Abbildung der Realität: Sie verdeutlichen die Dreidimensionalität der Nachhaltigkeit, es fehlt jedoch der Aspekt der intra- und intergenerationellen Nachhaltigkeit. Kipppunkte, deren Überschreitung eine nachhaltige Entwicklung schlagartig unmöglich macht, werden in Modellen bisher nicht veranschaulicht. Das Kippmodell der Nachhaltigkeit, das in dieser Arbeit begründet und vorgestellt wird, ist ein Angebot, diesen Missstand zu beheben. Außerdem wird mit dem Modell klar Position zu Kontroversen innerhalb der Nachhaltigkeitsforschung bezogen – etwa zu Grünem Wachstum vs. Postwachstumsökonomie. oekom.de

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Deutsche Unternehmen: Schlecht beim Klimaschutz. handelsblatt.com
EU-Parlament: Fordert verbindliche Ziele zum Schutz der Biodiversität. europarl.europa.eu
Alon Musk: Reagiert auf Kritik an der brandenburgischen Teslafabrik.  n-tv.de
Kunststoffrasen: Da das künstliche Grün Mikroplastik freisetzen kann, prüft die EU Einschränkungen. euractiv.de
Baden-Württemberg: Verbindliche Photovoltaikpflicht für Neubauten ab 2022 geplant. pv-magazin.de
Revision: Künast erzielt Teilerfolg im Kampf gegen Hasskommentare. tagesschau.de
Netzbetreiber: Deutlich mehr Solarstrom. sonnenseite.com
Vattenfall: Hält an Kernenergie außerhalb Deutschlands fest. handelsblatt.com

MOBILITÄT:

Smart-Parking Lösungen: Die Arbeitsgruppe 1 (Klimaschutz im Verkehr) der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität schätzt das CO2-Minderungspotenzial von Smart Parking-Lösungen bei einer vollständigen Ausstattung kommunaler öffentlicher Parkplätze mit entsprechender Sensorik und einer vollständigen Vermeidung von Parksuchverkehr bis 2030 auf 0,4 bis 0,9 Millionen Tonnen pro Jahr im Vergleich zu 2015. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (19/16513) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/16179) hervor. Eine Studie im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) aus dem Jahr 2015 komme mit einer CO2-Einsparung von jährlich 0,5 Millionen Tonnen zu einem ähnlichen Ergebnis, heißt es in der Antwort.

Keine Daten zur Fahrradinfrastruktur: In Deutschland gibt es kein standardisiertes und bundeseinheitliches Verfahren zur Zustandserfassung und -bewertung von Fahrradwegen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (19/16438) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/15800) hervor. Aufgrund verfassungsmäßiger Zuständigkeiten der Kommunen und Länder sowie daraus resultierender „unterschiedlicher Baulastträgerschaften“ verfügt die Bundesregierung laut der Antwort nicht über umfassende Daten zur Fahrradinfrastruktur in Deutschland. Auf die Frage, ob fehlende oder mangelhafte Fahrradwege in Deutschland ein Sicherheitsproblem im Straßenverkehr darstellen, schreibt die Regierung: „Erfahrungen und Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine generalisierbaren Unterschiede der Unfallbelastung der unterschiedlichen Führungsformen (Radweg, Radfahrstreifen, Schutzstreifen) gibt.“ Vielmehr prägten baulich-betriebliche Einzelmerkmale das Unfallgeschehen. Häufig fänden Radverkehrsunfälle an Kreuzungen und Einmündungen, beim ruhenden Verkehr im Zusammenhang mit parkenden Kfz und bei Abbiegevorgängen statt. „Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass eine flächendeckende, möglichst getrennte, ausreichend dimensionierte und sicher geführte Radinfrastruktur zur Reduzierung von Radverkehrsunfällen beitragen kann“, heißt es in der Antwort. In jedem Fall sei aber auf eine sichere Gestaltung und mindestens auf eine Einhaltung der Technischen Regelwerke zu achten.

Maut-Untersuchungsausschuss: Der Obmann der FDP-Fraktion im Maut-Untersuchungsausschuss, Christian Jung, entwickelt sich zu einem der schärfsten Kritiker des CSU-geführten Verkehrsministeriums und zum Star des Ausschusses. So greift der Bundestagsabgeordnete nicht nur die Äußerungen des Verkehrsministers in der ZDF-Fernsehsendung „Lanz“ auf, sondern auch Einlassungen von Peter Ramsauer (CSU) ehemaliger Verkehrsminister, der Scheuer entlastet, und einen Teil des Kuddelmuddels auf den ehemaligen CSU-Chef Host Seehofer schiebt. „Nach verschiedenen öffentlichen Erklärungen von Bundesverkehrsminister a.D. Dr. Peter Ramsauer, MdB, haben die Obleute von FDP, Linke und Grünen im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Pkw-Maut am 23. Januar 2020 den Antrag gestellt, dass Ramsauer zeitnah als Zeuge geladen wird. Dazu sagte der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Maut-Untersuchungsausschuss Christian Jung am Freitag in Stuttgart. facebook.com

Agora Verkehrswende: Denkfabrik sieht Alternativen zum Verbot des Verbrennungsmotors. agora-verkehrswende.de   
Hyundai: Brüsseler Office nun auf Twitter mit News zu Wasserstoffmobilität –  „eu-hmg“  twitter.com
Geely: Chinesischer E-Mobil Anbieter hat ein Entwicklungszentrum in Raunheim eröffnet.  bizz-energy.com

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG

Absenkung der EEG-Umlage: Die Änderungen des Gesetzes zur Errichtung eines Sondervermögens „Energie- und Klimafonds“ sind am 18. Dezember 2019 in Kraft getreten. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/16624) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/16220). Darin hatte die Fraktion gefragt, wann die EEG-Umlage gesenkt werden soll und welche weiteren Maßnahmen, wie etwa eine Senkung der Stromsteuer, der Offshore-Netzumlage und der Konzessionsumlage, geplant seien. Die Maßnahmen zur Entlastung der Stromkosten fokussierten sich auf eine Absenkung der EEG-Umlage, führt die Regierung in der Antwort aus. Ein entsprechender Referentenentwurf werde derzeit im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorbereitet. Die im Zuge des Klimaschutzprogramms 2030 beschlossene Entlastung beim Strompreis werde Gegenstand des Aufstellungsverfahrens zum Bundeshaushalt 2021 sein, in dem auch über den Wirtschaftsplan des Energie- und Klimafonds entschieden werde.

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Wölfe in Deutschland: Für das Monitoringjahr 2018/2019 wurden 105 Wolfsrudel, 25 Paare und 13 territoriale Einzeltiere bestätigt. Jährliche Berichte zu Prävention und Nutztierschäden durch Wölfe und Wolfshybride seien digital bei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) verfügbar, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (19/16626) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/16267) weiter. Darin hatten sich die Abgeordneten erkundigt, wie viele Nutztiere in den Monitoringjahren 2015/2016, 2016/2017, 2017/2018 und 2018/2019 durch Wölfe und Wolfshybride gerissen wurden.

Wie Klärschlämme verwertet werden: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts fielen im Jahr 2018 1,75 Millionen Tonnen Klärschlamm in kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen an. Menschliche Fäkalien, die über das Abwasser entsorgt werden, seien nicht Teil der Abfallbilanz, erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/16506) auf eine Kleine Anfrage (19/15847) der FDP-Fraktion. Darin hatten sich die Abgeordneten erkundigt, wie das Recycling bei Klärschlamm und Fäkalien definiert sei und welche Endprodukte daraus entstehen, die als Rezyklate gelten. Klärschlämme und die aus ihnen gewonnenen Rezyklate werden nicht in die Berechnung der Recyclingquote für Siedlungsabfälle miteinbezogen, schreibt die Regierung in der Antwort. Im Jahr 2017 seien 19.000 Tonnen Schlamm aus Hauskläranlagen, sogenannter Fäkalschlamm, angefallen. Dies entspreche einem Anteil von 0,04 Prozent am Siedlungsabfallaufkommen. Gegenwärtig werden zudem etwa 0,4 Millionen Tonnen Klärschlämme als Düngemittel oder Bodenhilfsstoffe in der Landwirtschaft oder dem Landschaftsbau stofflich verwertet, schreibt die Regierung. Ansonsten werden Klärschlämme thermisch verwertet, heißt es in der Antwort weiter.

Förderung von Heizsystemen: Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 sollen CO2-arme Heizungssysteme stärker gefördert werden. Dazu sollen zeitnah neue Förderrichtlinien festgelegt werden, schreibt die Bundesregierung in der Antwort (19/16415) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/15677). Bis dahin blieben die alten Regelungen bestehen, eine rückwirkende Prämie solle nicht gewährt werden. Die im Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes vorgesehenen obligatorischen Beratungen von Ein- und Zweifamilienhausbesitzern sollen von Energieberatern der Verbraucherzentrale durchgeführt werden.

Überwachung invasiver Arten: Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ist eine Methodik entwickelt worden, die eine naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung für die in Deutschland relevanten gebietsfremden Arten ermöglicht. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/16448) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/16188). Darin hatten sich die Abgeordneten erkundigt, nach welchen Kriterien bewertet wird, ob eine Art als invasiv einzustufen ist und durch welche europäischen Institutionen Arten auf die Unionsliste aufgenommen werden. Das Verfahren zur Aufnahme von Arten auf die Liste invasiver Arten von unionsweiter Bedeutung richte sich nach Artikel 4 der EU-Verordnung 1143/2014, schreibt die Bundesregierung in der Antwort weiter. Gemäß der Verordnung werde im Abstand von sechs Jahren über Vorkommen und Maßnahmen berichtet. Erstmals wurde der Bericht für Deutschland im vergangenen Jahr von Bund und Ländern erstellt. Eine exakte Zahl an neu eingewanderten Arten könne nicht genannt werden. Von den 3.150 in Deutschland bekannten gebietsfremden Arten werden nach Angaben des BfN 38 Gefäßpflanzenarten, 20 Wirbeltierarten, sieben Algenarten, zwei Pilzarten und 18 wirbellose Tierarten als invasiv eingestuft. Die Unionsliste beinhalte 66 invasive gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten von unionsweiter Bedeutung. Mindestens 37 von ihnen kämen in Deutschland wildlebend vor, schreibt die Regierung. Daten dazu, wie viele heimische Arten durch invasive Arten verdrängt werden, seien nicht verfügbar.

Artenschutzportal: Für die Einrichtung eines digitalen Artenschutzportals des Bundes braucht es eine bundesweite Harmonisierung der Daten. Dafür könnten fachliche oder geometrische Veränderungen an den bei den Bundesländern liegenden Datenbeständen notwendig sein, heißt es in dem als Unterrichtung (19/16545) vorliegenden Bericht der Bundesregierung „über den konzeptionellen Stand und den Zeitplan zur technischen Umsetzung eines Artenschutzportals“. Durch die Heterogenität der Daten sei „mit hohem zusätzlichen Aufwand auf Bundesseite“ zu rechnen, der eine breite Zuarbeit der Länder erfordere, schreibt die Regierung. In dem Artenschutzportal sollen nach Vorstellungen des Bundestages georeferenzierte Informationen veröffentlicht werden, die Aussage zu einem möglichen Schutzstatus von Gebieten sowie vorkommenden Tier- und Pflanzenarten umfassen. Dafür sollen die Behörden des Bundes, der Länder und der Kommunen dazu verpflichtet werden, vorliegende Informationen zum Artenschutz dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) zur Verfügung zu stellen. Hintergrund ist laut Unterrichtung die Hoffnung, dass über das Portal ein Beschleunigungseffekt für den Stromnetzausbau erzielt werden könne.

WÖRTLICH GENOMMEN

„Deutschland kann zum Netto-Stromimporteur werden, wenn man die Energiewende hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien voranbringt. Derzeit laufen wir sehenden Auges in eine Ökostromlücke, welche die Versorgungssicherheit gefährdet und uns abhängig macht von Stromlieferungen aus dem Ausland. Da muss gegengesteuert werden.“
Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) , die Empfehlungen der Kohlekommission würden in nicht ausreichendem Maße umgesetzt. Der mühselig ausgehandelte Beschluss werde aufgekündigt zu Lasten des Klimaschutzes und des Steuerzahlers. Man erreiche vergleichsweise wenig Klimaschutz für viel Geld.  Das Tempo des Ausbaus müsse mindestens verdreifacht werden. Die Abstandsregelungen bei Windenergie müssten komplett abgeschafft und gleichzeitig finanzielle Beteiligungsmodelle für Regionen und Kommunen ermöglicht werden. Zudem müssten der Ausbaudeckel für Solarenergie sofort abgeschafft und insgesamt die Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien samt Flexibilität, Systemoptimierung, Digitalisierung deutlich verbessert werden. n-tv.de

„Versuchen Sie mal nach „nachhaltigen Reisen“ zu suchen – da kommt fast nichts. Zudem ist nachhaltig Reisen immer noch wahnsinnig teuer. Eine Zugfahrt für vier Personen und einen Hund nach Schweden zu buchen kostet richtig viel Geld. Welche Familie kann sich das leisten? Und wir dürfen nicht vergessen: Bei solchen Umfragen geben viele sozial erwünschte Antworten. Wer sagt schon freiwillig, „Umweltschutz, faire Gehälter? Mir doch egal?“
Claudia Brözel, Professorin für Tourismusökonomie und digitale Transformation an der HNE Eberswalde, die Branche müsse standardisierte Nachhaltigkeitsangebote machen, die dem Verbraucher klare Orientierung bieten könnten. Einheitlich und transparent. Bislang brauchten User ja fast ein Studium, um zu entschlüsseln, wie nachhaltig ein Reisepaket wirklich sei. Man könnte analog zum europäischen Biosiegel einen Kriterienkatalog entwickeln, der ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit abbilde. Zahle der Anbieter faire Löhne, beziehe er Energie aus erneuerbaren Quellen, seien die Unterkünfte ressourcenschonend gebaut? Man könnte Angebotspakte auf unterschiedlichen Levels schnüren, Anreise per Zug, mit dem Flieger und so weiter. Die Kunden sollten daher Druck machen – indem sie beharrlich immer wieder nach dem Kriterium „Nachhaltigkeit“ oder „CO2-neutrale Anreise“ eine Reise suchten. Die Anbieter würden jede Suche tracken und würden früher oder später reagieren. enorm-magazin.de

MEHR WISSEN

Ist das Pflanzen von Bäumen hilfreich als CO2 Capture? US-Präsident Donald Trump hat bei seiner Rede in Davos angekündigt, die USA wollen eine Billion Bäume pflanzen. Über die Blätter sollen die Bäume Kohlendioxid als Biomasse finden.    Dass damit der Klimawandel damit zu bremsen ist, ist unbestritten, doch wie groß der Effekt ist, darüber ist ein Forscherstreit ausgebrochen. sueddeutsche.de

Faktencheck bei der E-MobilitätWelche Umweltbilanz haben Elektroautos? Wie entwickeln sich Reichweite, Wirtschaftlichkeit und die Ladeinfrastruktur langfristig? Führt die Elektromobilität zu Arbeitsplatzverlusten?  Zentrale Aussage: Einer breiten Marktdiffusion von Elektroautos zwischen 2020 und 2030+ steht nichts im Wege, jedoch sind noch zahlreiche Herausforderungen anzugehen. fair-economics.de

Bildung in Afrika: E-Learning könnte eine Möglichkeit sein, dass mehr Menschen in Afrika studieren, denn häufig ist eine Präsenzpflicht an einer Universität nicht möglich. Doch die verhältnismäßig teuren Zugänge zum Internet und unzureichende Rahmenbedingungen sind Bremser dieser Entwicklung. Doch e-Learning Programme sind nicht nur für das Studium relevant, auch im Schulbereich kann man das World Wide Web benutzen.  dw.com

Malaysia: Schickt Plastikmüll zurück. zeit.de
Zara:  Der spanische Konzern hat ein Problem mit seiner Wegwerfmode.  dw.com
 „Oby“ Katryn Ezekwesili: Die Transparency International Mitgründerin fordert mehr Demokratie in Afrika. fair-economics.de

DAS LETZTE:

Baumhütten ins Museum? Der Beschluss den Hambacher Forst zu erhalten steht fest. Ginge es nach dem Willen der Jungen Union des Rhein-Erft Kreises, sollen auch Baumhäuser der Braunkohlegegner erhalten bleiben. Allerdings nicht vor Ort, sondern sie sollen als Symbol für den Kampf gegen den Klimawandel in das Haus der Geschichte nach Bonn verfrachtet werden. Doch einen Seitenhieb auf die Szene konnte sich die Junge Union nicht verkneifen. André Hess, der Kreisvorsitzender der Jungen sagte: „Der Hambacher Forst braucht jetzt Ruhe und darf alleine deshalb nicht dauerhaft zu einer touristischen Pilgerstätte Auto­no­mer verkommen.“
wdr.de

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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