FAIReconomics Newsletter KW05 NACHRICHTEN – 

Autoindustrie – Abgasuntersuchungen an Menschen: Ein Lobbyverein der Autoindustrie hat umstrittene Versuche mit Menschen unterstützt. Die „Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“ (EUGT) förderte ein Experiment, bei dem  Versuchspersonen mehrere Stunden dem Reizgas Stickstoffdioxid ausgesetzt wurden.  An einem Institut des Uniklinikums Aachen wurden 25 junge, gesunde Personen untersucht, nachdem sie mehrere Stunden NO2 in unterschiedlichen Konzentrationen eingeatmet hatten.  stuttgarter-zeitung.de

Bundesrat will Windpark-Auktionen ändern:  Nordrhein-Westfalen (NRW) hat in den Bundesrat einen Antrag zur Eindämmung von Pseudo-Bürgerwindparks eingeracht, dem der Bundesrat wohl folgen wird. Die Sonderregelungen für Bürgerenergie-Gesellschaften sollen für 2018 und 2019 bei sämtlichen Ausschreibungen ausgesetzt werden, da in der
Praxis nur einige wenige Projektierer sich als Dienstleister hinter neugegründeten Bürgergesellschaften versteckt hätten.  energate-messenger.de

Grünen mit Klimapolitikerin an der Spitze: Neben Robert Habeck wählte die Grünen mit Annalena Baerbock eine ausgewiesene Klimapolitikerin an die Spitze der Partei. Sie ist seit 2013 klimapolitische Sprecherin der Partei im Bundestag. In ihrer Rede vor dem Parteitag in Hannover forderte sie eine radikalere Klimapolitik in Deutschland. klimaretter.info

Rund 909,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente wurden 2016 in Deutschland ausgestoßen. Das sind 2,6 Millionen Tonnen mehr als 2015 und die zweite Steigerung in Folge. Auch die Emissionen im Straßenverkehr sind angestiegen und liegen mit 166,8 Millionen Tonnen wieder oberhalb der Emissionen des Jahres 1990. Den größten Anteil mit 96 Prozent daran hat der Straßenverkehr, dessen Emissionen um 3,7 Millionen Tonnen angestiegen sind.  umweltbundesamt.de

Forderungen an die Koalitionsverhandler: Gestern und vorgestern standen bei den Koaltionsverhandlungen zwischen den Unionsparteien und der SPD das Thema Energie- und Klimapolitik auf der Agenda. Energieexperten forderten im Vorfeld, dass  die Trendwende bei den Treibhausgasemissionen in Deutschland gelingen müsse, zudem wollen sie, dass die Energieeffizienz deutlich konsequenter vorangetrieben wird. deneff.org (Forderungen)

Neuer Testzyklus bei Spritverbrauch: Der WLTP (World Harmonized Light Vehicle Test Procedure) soll die Verbrauchsangaben realistischer machen. Der Fiskus wird profitieren. wiwo.de

Deutschland verfehlt europäisches Klimaziel: Die Bundesrepublik Deutschland wird nicht nur das eigengesteckte Klimaziel für 2020 verfehlen, sondern auch die europäischen Vorgaben zur CO2-Minderung. Allerdings verstößt das Land dann gegen bindende Verträge und muss Emissionsrechte anderer EU-Mitgliedsstaaten aufkaufen, um nicht vertragsbrüchig zu werden. tagesspiegel.de

Neue Förderung für Wasserstofftechnologie gefordert: Speziell für kleine Firmen ist der hohe bürokratische Aufwand kaum zu bewältigen. Wegen fehlenden finanziellen Rückhalts sind durchaus erfolgversprechende Vorhaben gescheitert. hzwei.info

AfD bezweifelt Klimawandel: Der klimapolitische Sprecher der AfD, Rainer Kraft, bezweifelt den Klimawandel. Durch den Einzug in den Bundestag bekommen die Klimaskeptiker Auftrieb und eine stärkere politische Stimme.  ardmediathek.de

Buchtipp der Woche: Die Preise lügen – warum uns billige Lebensmittel teuer zu stehen kommen. Die Preise für Lebensmittel sind nur deshalb so billig, weil sie die realen Kosten nicht abbilden. Diese werden auf Umwelt, andere Länder und kommende Generationen abgewälzt – und landen nicht selten über die Hintertür wieder bei uns: durch zusätzliche Belastungen des Gesundheitssystems oder die immer kostspieligere Aufbereitung von Trinkwasser. Das Buch  gibt einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Aspekte von Billig-Lebensmitteln, übt fundierte Kritik und zeigt konkrete Lösungsmöglichkeiten auf. Denn nur wenn die Folgekosten konventionell produzierter Lebensmittel berechnet und abgebildet werden, kann ein gerechtes Preissystem entstehen – »normal« wäre plötzlich teurer als »bio«, und wir würden automatisch kaufen, was am besten für uns und die Umwelt ist. Von der Umsetzung der zunehmend diskutierten »True Cost Accounting«-Ansätze würden alle profitieren: Produzenten, Konsumenten und Natur. Erscheint am 26.Februar 2018. oekom.de

USA: Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen möglich, wenn es erhebliche Veränderungen am Vertragswerk gibt. deutschlandfunk.de
Aldi und Lidl: Anteil unverpackter Obst- und Gemüseartikel soll sukzessive erhöht werden. chip.de
VW: Diesel – Abgastest an Affen. sueddeutsche.de
Wasserstoff: Pilotanlage zur Sektorkoppelung in Betrieb genommen. fair-economics.de
Fußgängerfreundlicher: Deutsches Institut für Urbanistik will fußgängerfreundlichere Städte. deutschlandfunk.de
Daimler und BMW: Wollen Carsharing zusammenlegen. faz.net
Zukunft der Arbeit: Künstliche Intelligenz ersetzt nicht die humanistische Bildung. morgenpost.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Das eigentliche Problem ist, dass die Ladeinfrastruktur bisher eher enttäuschend ist.“
Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratschef der Volkswagen AG,  Volkswagen habe sich deshalb mit anderen Herstellern zusammengetan, um entlang der Autobahnen viele Schnellladestationen einzurichten. Ein hinreichend hohes Tempo beim Ladevorgang werde künftig ein entscheidender Faktor für Besitzer von E-Fahrzeugen. Am Ende müsse man dahin kommen, dass man auch beim Elektroauto sagen können: Zum Auftanken reiche eine Kaffeepause. Zudem brauche man Autos, die auf 500 Kilometer und mehr kommen. „Bis 2020 bekommen wir das hin.“ automobilwoche.de

„Die offizielle Agenda ist sorgfältig vorbereitet und es steht schon fest, wer die Sprecher und was die Themen sind. Und hier ist es wichtig, die Wirtschaftsvertreter in die Pflicht zu nehmen. Wir müssen über einen sinnvollen Preis für Kohle reden und darüber, dass die Rentenfonds nicht in den Sand gesetzt werden. Aber dann gibt es noch die inoffiziellen Treffen am Rande der Konferenz. Und die sind eigentlich das Wichtigste an der ganzen Veranstaltung, weil die ganzen Absprachen in den informellen Treffen getroffen werden. Manche Leute kommen zum Weltwirtschaftsforum und besuchen keine einzige der offiziellen Veranstaltungen. Ich meine, die offiziellen Sessions sind natürlich wichtig, aber zu den eigentlichen Absprachen und Initiativen kommt es da nicht – die passieren hinter verschlossenen Türen.“
Rachel Kyte, UN-Sonderbeauftragten für nachhaltige Energie, die Veranstalter des Weltwirtschaftsforums pushten die Debatte, was die vierte industrielle Revolution bedeuten könne – also ein fundamentaler Wandel wie Post-Work-Gesellschaften oder künstliche Intelligenz. Aber auch fundamentale Fragen der Weltpolitik würden diskutiert, beispielsweise wie man auf einem globalisierten Weltmarkt damit umgehe, dass verstärkt populistische und nationalistische Regierungen die Handelsfreiheiten einschränkten und internationale Abkommen zu Klimaschutz oder Ähnlichem erschwerten. Und ein wichtiges Thema würde sein, wie mit künftigen Ungewissheiten umgegangen werden könne­– also extreme Wetterverhältnisse und Überschwemmungen als Folgen des Klimawandels, Krisen im Finanzsystem, neue Technologien und unsicherer Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie sauberer Luft und sauberem Wasser. greenpeace-magazin.de

MEHR WISSEN

China weiter vorn bei Ausbau der Erneuerbaren Energien: China geht beim Ausbau der Zukunftstechnologien voran und baut sowohl die Wind. als auch die Solarkraft aus. Dies auch, weil die Führung die Marktpotenziale erkannt hat. Europa kann nach Expertenmeinung die verlorene Technologieführerschaft zurückgewinnen, wenn es die Rahmenbedingungen anpasst und die erneuerbaren Energien in ihrem Wachstum nicht behindert werden. dw.com

Naturkundemuseen und ihre Aufgaben: Ein Naturkundemuseum verändert seine Aufgaben. In Zukunft muss es  Aktivator werden und sich zum Veränderungsermöglichungsinstitut entwickeln. Das Naturkundemuseum in Berlin erhebt den Anspruch, künftig Deutschlands Stimme für Natur zu sein – und dort gehört zu werden, wo die Entscheidungen fallen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, geht es um Forschung und Wissensvermittlung. zeit.de

London und die schlechte Luft: Staus in London und Smog sind Phänomene, die schon uralt sind. Auch heute leidet die britische Hauptstadt noch unter schlechter Luft und reisst regelmäßig alle Grenzwerte. Mit einer radikalen Verkehrspolitik steuert die Stadtverwaltung dagegen. Ende vergangenen Jahres wurde die Toxicity Charge eingeführt, eine Giftgebühr, die Autofahrer zahlen müssen, wenn ihr Auto nicht den Euro 4 Abgasnormen entspricht. Neben den 11,50 Citymaut, sind dann noch einmal zehn Pfund Giftgebühr fällig.  sueddeutsche.de

Nachhaltige Handwerkskunst: Andreas Möller hat einen Webstuhl entwickelt, der auch in Entwicklungsländern schnell nachgebaut werden kann. welt.de
Schokolade: Ritter Sport stellt gesamtes Angebot auf Nachhaltigkeit um. enorm-magazin.de
Mallorca: Regierung plant strenges Abfallgesetz.  spiegel.de
Forschungsprojekt: Weltweite Ausbreitung von Smart Cities.  hcu-hamburg.de
Pro und Contra:  Ist der Boykott von Billigkleidung aus der Dritten Welt notwendig oder unsozial?  katholisch.de
Oxfam-Bericht: Weltweite Ungleichheit bei der Einkommensverteilung. fair-economics.de
Schweden: Atommüllager nicht genehmigungsfähig. taz.de

DAS LETZTE:

Doomsday-Statement – Zwei vor zwölf: Den Begriff fünf vor zwölf kennt ein jeder. Nun sehen US-amerikanische Atomforscher den Weltuntergang noch dramatischer und haben die Uhr weiter vorgestellt. Sie zeigt nun zwei Minuten vor zwölf, weil die die Menschheit vor dem Weltuntergang durch einen Atomkrieg sehen.  Lediglich 1953 hatten sie bisher einen so extremen schlechten Wert gegeben. thebulletin.org

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