FAIReconomics Newsletter KW 12/20                                            Englisch version

     virus-4835301_640 FAIReconomics Newsletter KW 12/20: Coronavirus und die Folgen für Klima und Energie, Leadership in der Krise, Keine Einigung bei Windrädern, Neues aus dem Bundestag, Nachhaltige Mobilität Newsletter

Coronavirus bringt drastische Folgen für die Energiewirtschaft: Das Conoravirus hat auch drastische Folgen für die Energiewirtschaft in Deutschland. Die abstürzenden Kurse und Unternehmen, die Produktionsstätten schließen, Arbeit im Homeoffice – Deutschland und Europa verändern gerade ihr Gesicht. Für den Strombedarf in Deutschland spielt dies zunächst einmal keine Rolle, ob die Geräte zu Hause oder im Unternehmen laufen, die Server-Infrastruktur in den Unternehmen ist auf jeden Fall in Betrieb. Der Rückgang der Produktion führt jedoch zu sinkenden Großhandelspreisen. Steinkohlekraftwerke, die hohe Grenzkosten haben, werden vom Markt genommen werden, die niedrigen Gaspreise sorgen dafür die Gaskraftwerke stärker zum Einsatz kommen. Zudem wird sich der Verkehr reduzieren. Was die Sicherheit der Energieversorgung angeht, haben die Produzenten und die Netzbetreiber Alarm- und Notfallpläne, sie werden eng von staatlichen Stellen überwacht und koordiniert.  erneuerbareenergien.de tagesspiegel.de

Keine Einigung über Abstände bei Windrädern: Der Mindestabstand von tausend Metern zu Wohnhäusern bei der Errichtung von Windkraftanlagen sorgt weiter für Krach in der GroKo.  Auch die Verhandlungen am Mittwoch blieben ergebnislos.  Auch bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag gab es keine Einigung . Während die CDU die 1000 Meter Regel propagiert, um der Windkraft mehr Akzeptanz zu schaffen, sieht die SPD diese Regelung als Hindernis für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. 65 Prozent erneuerbarer Strom soll es bis 2030 geben. Nun soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die das Problem lösen soll.  zdf.de zeit.de ,  deutschlandfunk.de  taz.de

leadership-3331244_640 FAIReconomics Newsletter KW 12/20: Coronavirus und die Folgen für Klima und Energie, Leadership in der Krise, Keine Einigung bei Windrädern, Neues aus dem Bundestag, Nachhaltige Mobilität Newsletter

Leadership in Zeiten der Krise: Gute Führungskräfte, die mit sich im Reinen sind, handeln autonom aus einer inneren Übereinstimmung mit dem, was als wichtig erachtet wird, besitzen die Fähigkeit, in die Auseinandersetzung zu gehen und Stellung für ihre Überzeugungen zu beziehen. Unternehmen und Unternehmensführer auf der ersten und zweiten Ebene, die rechtzeitig und regelmäßig in ihre Unternehmenskultur, ihre Unternehmenswerte und ihren Mindset investiert haben, können viel besser in Krisensituationen agieren. fair-economics.de

12,3 Millionen Deutsche leiden regelmäßig unter Heuschnupfen. Die Häufigkeit  hat seit den 1970er Jahren weltweit stark zugenommen. Die Anzahl der von Heuschnupfen betroffenen Menschen hat sich beispielsweise in Deutschland zwischen 1990 und 2011 verdoppelt, aktuell leiden etwa 12,3 Millionen Deutsche daran. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts ist etwa jeder fünfte Erwachsene und jedes vierte Kind beziehungsweise Heranwachsende von einer Allergieform wie Heuschnupfen, allergischem Asthma, Neurodermitis, Nahrungsmittel- oder Kontaktallergie betroffen. spektrum.de

Ölpreis im Keller: Die Corona-Epidemie schickte den Ölpreis auf Talfahrt, nicht nur der weltweite Ölverbrauch ging um 3,8 Millionen Barrel zurück, nun kommen auch noch Rivalitäten zwischen Russland und Saudi Arabien dazu, die den Ölpreis weiter fallen lassen. Zunächst scheint das die Autofahrer zu freuen, doch die Mobilität sinkt aufgrund der Coronakrise. Rund 1,6 Millionen Tonnen CO2 pro Tag werden eingespart, das entspricht den täglichen Emissionen Kanadas. Allerdings könnte ein niedriger Ölpreis den nationalen CO2-Preis entgegenwirken.  klimareporter.de

Klimaverhandlungen verschoben: Das Virus betrifft jetzt auch die UN-Klimaverhandlun­gen. Das UN-Klimasekretariat hat weltweit alle Meetings und Konferenzen abgesagt. Die Meetings sollen verschoben oder ersatzweise per Telefon und Video abgehalten werden. Auch die Vorbereitungskonferenz zum Klimagipfel COP 26  in Glasgow Anfang Juni in Bonn in Glasgow ist noch unsicher. Mit mehr als derzeit 600 Infizierten (Stand Sonnabend)  ist Nordrhein-Westfalen ein Corona-Hotspot und sei damit für Gäste aus dem Ausland nicht zumutbar. Es gehe auch darum, dass die Teilnehmer der Arbeitstreffen nicht mehr ausreisen könnten und sogar in Quarantäne müssten, so Espinosa in ihrer Ankündigung. spiegel.de

Wissenschaftler wollen keine Plastikmülldeponien mehr: In einer „Plastikkrise“ befindet sich die Erde, das ist die alarmierende Diagnose einer europäischen Forschergruppe.  Ansätze zur Lösung der Krise sehen die Forscher in der Reduzierung des Verbrauchs, in der Wiederverwertung  und in der Vermeidung, dass Plastik in die Umwelt gelangt. Die Wissenschaftler fordern unter anderem ein Verbot von Müllexporten. Plastikmüll soll zudem nicht mehr deponiert werden dürfen. sueddeutsche.de

sunrise-1756274_640-2 FAIReconomics Newsletter KW 12/20: Coronavirus und die Folgen für Klima und Energie, Leadership in der Krise, Keine Einigung bei Windrädern, Neues aus dem Bundestag, Nachhaltige Mobilität Newsletter

Erderwärmung höher als gedacht: Die neuen CMIP6-Simulationen der Klimaforscher liefern neue Werte für die künftige globale Erwärmung. Sie zeigen eine deutlich höhere Klimasensitivität an als ihre Vorgängerberichte. Jetzt reichen die Mittelwerte der Erderwärmung von 1,8 bis 5,6 Grad, im Durchschnitt sind es ungefähr 3,7 Grad, gegenüber drei Grad im früheren IPCC-Bericht. Insgesamt steigt die Erwärmung um 0,4 bis 0,9 Grad höher aus als in den früheren Simulationen. carbonbrief.org focus.de

BUCHTIPP DER WOCHE:

Leckerland FAIReconomics Newsletter KW 12/20: Coronavirus und die Folgen für Klima und Energie, Leadership in der Krise, Keine Einigung bei Windrädern, Neues aus dem Bundestag, Nachhaltige Mobilität Newsletter Leckerland ist abgebrannt – Ernährungslügen und der rasante Wandel der Esskultur von Manfred Kriener

Die öffentlichen Buchvorstellung fällt diese Woche Wasser, wie so vieles in diesen Tagen.  Es brodelt in unseren Küchen. Manfred Kriener steht am Herd und misst Koch und Köchin den Puls. Dieses Buch ist kein Ratgeber. Es sagt nicht, was wir essen sollen oder dürfen. Stattdessen serviert es ein Informationspaket, damit der Verbraucher als Souverän über seinen Teller sich selbst kompetent orientieren kann. Nach seinen eigenen Wertmaßstäben. Dieses Buch ist ein Sparringspartner für nachdenkliche Verbraucher. Es wird hierzulande zwar pausenlos über Ernährung geredet, aber oft fehlt es an Wissen und Beurteilungsvermögen. In dieser unübersichtlichen Gemengelage informiert dieses Buch darüber was wir jeden Tag essen, aber lieber nicht so genau wissen wollen. Es informiert, ohne den Sirenenton der Alarmisten, über die rasante Veränderung unserer Esskultur – in dichter Informationsschreibe und mit humorigen Zuspitzungen, für die der mehrfach ausgezeichnete Autor bekannt ist. Wer dieses Buch gelesen hat, geht mit anderen Augen einkaufen. Es schult Skepsis und Kompetenz der Leser, damit sie nicht auf die oft dubiosen Speiseempfehlungen und -moden hereinfallen. Es ist auch ein Buch gegen Ernährungsfanatismus und für selbstbewussten Genuss. hirzel.de

——————————————————–

Kein Lieferkettengesetz; Kanzleramt bremst Heil und Müller aus. rnd.de
Tesla Gigafactory:  Mehr als 360 Einwendungen für Fabrik im brandenburgischen Grünheide. moz.de
Greta Thunberg: Statt Demos auf der Straße, Aktionen im Internet. miss.at
Japan: Setzt auf Kohlekraftwerke. taz.de
Frankreich: Unternehmen wegen NorthStream 2 unter Druck der USA. dw.com
Schweiz: Palmölnetzwerk für mehr Nachhaltigkeit gegründet. schweizerbaucer.ch

NACHHALTIGE MOBILITÄT:

Stauhauptstadt München:  87 Stunden standen Münchener Autofahrer im Stau, damit ist die bayerische Landeshauptstadt Spitzenreiter.  Dahinter folgen Berlin mit 66 Stunden und Düssel­dorf mit 50 Stunden. Im Durch­schnitt ergab sich ein Zeitverlust von 46 Stunden für die Pendler in den 74 unter­such­ten deutschen Städten. Im internationalen Vergleich sind die deutschen Pendler sogar noch privilegiert. In Rio de Janeiro haben Autofahrer durchschnittlich 190 Stunden Zeitverlust. In Europa ist es in Rom mit 166 und Paris mit 165 Stunden pro Jahr besonders schlimm. handelsblatt.com

ÖPNV und Coronakrise – Systemrelevant: Viele Pendler haben keine Alternative um zum Arbeitsplatz zu kommen. An die 30 Millionen Menschen benutzen den öffentlichen Nahverkehr täglich. Doch in Zeiten von Corona drohen nun Streichungen und Notfallfahrpläne. Die Verkehrsunternehmen rüsten sich sehr unterschiedlich auf die Herausforderungen, das Angebot im Regionalverkehr wird ausgedünnt.  Zudem ist in Bussen und Bahnen ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Auf Ticketkontrollen soll vor allem in Regionalzügen verzichtet werden. welt.de , faz.net

GM mit e-Mobility Offensive: Der größte US-Autobauer General Motors (GM) will beim Thema Elektromobilität endlich richtig in die Gänge kommen. Bis zum Jahr 2025 sollen rund 20 Milliarden Dollar (18 Mrd Euro) in die Entwicklung von elektrischen und selbstfahrenden Autos gesteckt werden. Bei einem Investoren-Event kündigte der Konzern zudem E-Modelle für alle Marken seiner Produktpalette an. funkschau.de

twitter-292994_640 FAIReconomics Newsletter KW 12/20: Coronavirus und die Folgen für Klima und Energie, Leadership in der Krise, Keine Einigung bei Windrädern, Neues aus dem Bundestag, Nachhaltige Mobilität Newsletter

Maut-Untersuchungsausschuss – Handydaten gelöscht: Die Mobilfunkdaten von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sind gelöscht. Im Untersuchungsausschuss Untersuchungsausschuss zur gescheiterten Pkw-Maut erhoffte sich von den SMS des Verkehrsministers neue Erkenntnisse. Daten aus der Zeit des Vertragsschlusses wurden vernichtet. Der Obmann der FDP-Fraktion im Untersuchungsausschuss Christian Jung: „Es ist ein unglaublicher Vorgang. Im Windschatten des Corona-Virus ließ Bundesminister Andreas Scheuer heute mitteilen, dass die angeblich gesicherten Handydaten von ihm und sehr engen Vertrauten der Leitungsebene seines Ministeriums wegen eines gemeinsamen Handy-Modellwechsels leider bis zum Februar 2019 gelöscht und nicht mehr vorhanden seien. Andreas Scheuer nutzt also eiskalt den Corona-Virus zum Löschen seiner Handydaten und der dazugehörigen Benachrichtigung des Bundestages, da die Medien gerade eher weniger über den Maut-Untersuchungsausschuss berichten. Den Sachverhalt der Komplettlöschung seiner Handydaten muss er schon vor Wochen gewusst haben, was er und sein Ministerium dem Bundestag und dem Untersuchungsausschuss verschwiegen hatten. Mit der Vernichtung der Handydaten wurden somit wichtige Beweismittel für immer zerstört, die einen Einblick in das Maut-Desaster der CSU und von Andreas Scheuer hätten geben können. Dies wird für den ohnehin angeschlagenen Minister ein Nachspiel haben. Vertrauen gewinnt man mit solch einer Aktion auch innerhalb der Regierungsfraktion und der CSU nicht mehr.“ spiegel.de

Zukunft der Nachtzüge: Die Fraktion Die Linke thematisiert in einer Kleinen Anfrage (19/17474) erneut die Zukunft des Nachtzugverkehrs. Aus Sicht der Abgeordneten hat die Bundesregierung die Kleine Anfrage der Linksfraktion (19/15761) „Zukunft des Nachtzugverkehrs“ trotz zweimaliger Fristverlängerung nicht vollständig beantwortet. „Sofern eine Bewertung erbeten wird, ist eine Bewertung des beschriebenen Sachverhalts durch die Bundesregierung gefragt und nicht eine Darstellung von bekannten Fakten“, heißt es in der aktuellen Vorlage. Darin wird die Regierung gefragt, wie sie die aktuelle Situation und die Zukunft für den Nachtzugverkehr bewertet, insbesondere in Anbetracht der Bemühungen zum Klimaschutz, „auch wenn bestimmte Verbindungen gegebenenfalls nicht für sich wirtschaftlich tragfähig sind oder zumindest nicht sofort bei Linienaufnahme gewinnbringend fahren“. Welche Konsequenzen die Bundesregierung aus Modellen wie bei der Wiedereinführung des Nachtzugs Brüssel-Wien zieht, wo das Risiko für die ersten drei Jahre des Betriebes von der öffentlichen Hand übernommen wird und ob sie ein solches Modell auch für Verbindungen von und nach Deutschland umzusetzen plant, interessiert die Abgeordneten ebenso.

Coronavirus und Mobilität: Wie COVID 19 die Mobilität in der Schweiz beeinflusst. LinkedIn.com
Fahrradfahren: Wie man Menschen zum Umstieg aufs Fahrrad motiviert. zeit.de

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG:

Mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen tritt in einem Antrag (19/17796) für mehr Engagement bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland ab 2020 ein. Die Abgeordneten fordern, dass die 2017 beschlossenen Maßnahmen des Nationalen Aktionsplan für BNE zügig und vollumfänglich umgesetzt werden und dafür die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Das soll insbesondere bei der Stärkung der Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen, bei der Stärkung der frühkindlichen, schulischen, beruflichen, akademischen formalen, non-formalen und informellen Bildung sowie in der Erwachsenenbildung gelten, um verstärkt jetzige und zukünftige Generationen zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Ferner soll Stärkung der beruflichen Bildung durch Intensivierung der Modellversuche des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BiBB) bei der Verankerung von BNE in laufenden und zukünftigen Ordnungsverfahren und bei weiteren curricularen Umsetzungen gestärkt werden. Ferner sollen Inhalte des Nationalen Aktionsprogramms mit der Agenda 2030 verknüpft und hierbei die Zusammenarbeit und die Zielsetzungen mit anderen Staaten, insbesondere in Europa, gestärkt werden. Ferner soll der Grundgedanke der Bildung für nachhaltige Entwicklung einer nachhaltigeren Ausgestaltung der Bildungsinstitutionen zugrunde gelegt werden, nach dem Bildung für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ungeachtet ihres sozioökonomischen Hintergrunds, ihres Geschlechts oder anderer Faktoren inklusiv zugänglich sein soll. Die Zahl der Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrüche soll weiter reduziert werden.

Anpassung der Düngeverordnung: Die EU-Kommission stellt in Aussicht, das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland aufgrund der Nichteinhaltung der EU-Nitratrichtlinie (91/676/EWG) ruhen zu lassen. Auf Grundlage einer Mitteilung vom 7. Februar 2020 sei im Gespräch der Bundesregierung mit der EU-Kommission am 11. Februar 2020 eine Einigung über die erforderlichen Anpassungen im Rahmen der Verordnung zur Änderung der Düngeverordnung erzielt worden, teilt die Regierung in einer Antwort (19/17677) auf ein Kleine Anfrage (19/16903) der FDP-Fraktion mit. Weiter heißt es dazu, dass das Vertragsverletzungsverfahren ruhe, sofern die erforderlichen Anpassungen umgesetzt werden und die Änderungsverordnung am 3. April 2020 im Bundesrat beschlossen wird.

Oberleitungs-Feldversuch: Wie die Bundesregierung den Oberleitungs-Lkw-Feldversuch auf den Bundesautobahnen A5 und A1 bewertet, möchte die FDP-Fraktion wissen. In einer Kleinen Anfrage (19/17484) schreiben die Abgeordneten: Um zu überprüfen inwieweit der CO2-Ausstoß von Lkw mithilfe elektrischer Oberleitungen auf Autobahnen reduziert werden kann, seien für elektrifizierte Teststrecken in Hessen 14,6 Millionen Euro ausgegeben worden. Auch in Schleswig-Holstein sei auf einer Länge von rund fünf Kilometern zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck im Januar 2020 eine Teststrecke fertig gestellt worden. „Die Kosten belaufen sich auf mehr als 19 Millionen Euro, die der Bund trägt“, heißt es in der Vorlage. Erste Auswertungen des Versuchs auf der A5 in Deutschland durch den Hersteller Scania und das Bundesumweltministerium hätten allerdings ergeben, dass Hybrid-Lkw, die auf der Autobahn mit Hilfe von Oberleitungen elektrisch fahren, lediglich etwa zehn Prozent CO2 gegenüber rein konventionell angetriebenen Lkw einsparen. Die Bundesregierung wird nun gefragt, wie sie angesichts der hohen Kosten von etwa einer Million Euro pro Kilometer für die Elektrifizierung von Autobahnen mit Oberleitungen das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer solchen Maßnahme bewertet. Wissen wollen die Liberalen auch, welche Kosten dem Bund bisher im Rahmen von Versuchen mit Oberleitungs-Lkw insgesamt entstanden sind.

Genehmigung von Pflanzenschutzmitteln: Die Fraktion Die Linke hat einen Antrag (19/17767) mit dem Ziel vorgelegt, Pflanzenschutz auf den Schutz von biologischer Vielfalt und Imkerei auszurichten. Die Linke will erreichen, dass im Genehmigungsverfahren für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe Versuche und Studien zur Bewertung von Wirkstoffen, die vom Antragsteller vorzulegen sind, nicht von diesem selbst in Auftrag gegeben und bezahlt werden, sondern dass diese Versuche und Studien von einer unabhängigen Stelle in Auftrag gegeben, transparent gelistet und die Ergebnisse nach Abschluss der Versuche und Studien öffentlich zugänglich gemacht werden. Diese Versuche und Studien sollen aus einem Fonds finanziert werden, in den die Antragsteller entsprechend dem Prüfumfang einzahlen. Die Fraktion will sicherstellen, dass weder Institutionen der Risikobewertung noch die beteiligten Wissenschaftler Interessenkonflikten unterliegen.

Plastik im Boden als Zukunftsproblem: Hersteller und Händler müssten stärker in die Pflicht genommen werden bei der Reduzierung von Schadstoffen, die in Boden und Gewässer eindringen. Darin waren sich die Sachverständigen am Mittwoch einig bei einem Fachgespräch des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung. „Vermeiden ist günstiger als reparieren“, meinte Issa Nafo (Emschergenossenschaft/Lippeverband). Die 10.000 Kläranlagen in Deutschland reinigten das Abwasser zwar auf einem sehr hohen Standard, sagte Nafo. Doch seien sie nicht in der Lage, alle Spurenstoffe herauszufiltern, wobei Arzneimittel, Kosmetika oder Pflanzenschutzmittel die größten Probleme verursachten. In den Kläranlagen werde 200 Substanzen nachgespürt. Der Sachverständige sagte voraus, der Trend zu einer Zunahme beim Medikamentengebrauch werde sich in den Kläranlagen niederschlagen. Er kritisierte den hohen Einsatz von Antibiotika und hob hervor, dass bei Internetrecherchen oft ein Zusammenhang von Antibiotika und Grippebekämpfung hergestellt werde, obwohl dies nicht zutreffe.  mehr auf bundestag.de

WÖRTLICH GENOMMEN

In der Energiepolitik deuten bisher fast alle Ideen und Vorschläge darauf hin, dass wir eine Verteuerung von Energie in Deutschland erleben werden. Aber Energie ist die Achillesferse der Wirtschaft, gerade in Ostdeutschland. Wir haben in Sachsen einige gute Jahre hinter uns. Das sieht man in Kodersdorf, das Industriegebiet stand lange leer, ist jetzt voll. Das darf nicht abreißen – aber das deutet sich schon an. Unternehmen fragen sich, ob sie mit der CO2-Steuer und der Energieverteuerung noch in Deutschland produzieren können.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, als es um den Ausstieg aus der Braunkohle gegangen sei, wären viele deutsche Politiker dafür gewesen, weil es sie nicht betroffen habe. Als es geheißen habe, wir wollen die Arbeitsplätze erhalten, hätten auch noch viele ja gesagt. Als es dann um die 40 Milliarden gegangen sei, wären sehr viele schon echt sauer gewesen. Die hätte man an das erste Wort erinnern müssen, das sie gegeben hatten. lr-online.de

„Meine Regierung untersucht nun alle Möglichkeiten, das Justizsystem in verschiedenen Ländern zu nutzen, auch nach internationalem Recht, um die Kosten des Klimaschutzes wieder auf die Unternehmen zu verlagern, die fossile Brennstoffe nutzen; die Finanzinstitutionen und die Regierungen, die aktiv oder unbewusst diese existenzielle Bedrohung für mein Land geschaffen haben.“

Ralph Regenvanu, Außenminister des Inselstaates Vanuatu, sein Land wolle vor den Internationalen Gerichtshof ziehen. Man trage nichts zu dem Problem bei, das für die Inseln einen erheblichen finanziellen Verlust bedeutet. Das Ergebnis des Tropensturms Pam habe uns 60 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts gekostet. Ein gewaltiger Schaden, der von einem Ereignis verursacht worden sei, von dem die Wissenschaft gesagt hätte, dass es in Zukunft noch intensiver und noch zerstörender sein werde. Vanuatu, als eines der am wenigsten entwickelten Länder, habe nicht die finanziellen Möglichkeiten, dem etwas entgegenzusetzen. Also müsse man alle Optionen ausfindig machen, die dabei helfen würden, die finanziellen Mittel zu finden unser Land weiterzuentwickeln. deutschlandfunk.de

MEHR WISSEN

Lebenserwartungen haben sich verbessert: Trotz zunehmender Folgen des Klimawandels haben sich die Lebensbedingungen in den Industrieländern in den vergangenen zehn Jahren für viele Menschen verbessert. Dennoch gibt es bei ausgewählten Ländern starke Ungleichheiten. Positiv ist,  dass sich die Lebenserwartung seit 2010 in den meisten Ländern verlängert hat. Der Bericht , den die OECD veröffentlich hat, konstatiert, dass die Ländern, in denen das durchschnittliche Wohlergehen im Allge­meinen höher ist, tendenziell auch diejenigen sind, in denen die Un­gleichheiten verhältnis­mäßig geringer sind. Die größten Verbesserungen des Wohlstands gibt es in osteuro­pä­ischen Ländern.  zeit.de

In Kenia machen Hirten invasiven Kaktus zu Biotreibstoff: Der Feigenkaktus, eine Pflanze, die nicht endemisch ist, breitet sich in Kenia immer weiter aus. Inzwischen überwuchert inzwischen tausende Hektar Weideland , die Tiere sind dadurch bedroht. Nun haben die Hirten nach einer Lösung gesucht. Und sind fündig geworden. Einige findige Farmer nutzen den Kaktus zur Erzeugung von Biogas.  Zwar kostet sie mit 1.000 US-Dollar nur etwa die Hälfte eines herkömmlichen Biogas-Systems. Doch dies ist selbst für viele Viehhirtennicht finanzierbar. dw.com

Klimawandel: Sojaanbau in Sibirien könnte möglich werden. sueddeutsche.de
Keine Kostenfreie WetterApp: Deutscher Wetterdienst ist zu kostenpflichtigem Angebot verpflichtet. spiegel.de
Rezession durch Coronavirus: Für das Klima ist das nur kurzfristig eine Erholung. deutschlandfunk.de

DAS LETZTE:

Coronavirus- Lebensmittel-Lieferdienste erleben späten Boom: Lieferdienste waren in Deutschland etwas für den Chinesen oder Vietnamesen um die Ecke oder den Pizzalieferanten. Nun steigen die Deutschen zunehmend auf Lebensmittellieferungen um. Der Grund Covid-19. Immer mehr Deutsche bestellen per App oder Smartfone Artikel des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel  „Im Onlinehandel spüren wir eine deutlich gesteigerte Bestellintensität“, weiss man bei REWE zu berichten. Doch wer glaubt Just in time beliefert zu werden, sieht sich getäuscht.  „In einzelnen Liefergebieten wie Berlin sind Zeitfenster für die nächste Lieferung erst nach Ablauf einer Woche verfügbar, in anderen Regionen schon am nächsten oder übernächsten Tag.“ heise.de

 

Alle Fotos Quelle –  pixabay.com

Hier geht es zur englischen Version

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

Ähnliche Beiträge

FAIReconomics Newsletter KW 28/2020                   englische Version Bundestag beschließt...

FAIReconomics Newsletter KW 28/2020                   german Version   Bundestag decides coal...

FAIReconomics Newsletter KW 27/2020                   englische Version Kohleausstiegsgesetz...

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.