FAIReconomics Newsletter KW 14

NACHRICHTEN

Gebäude-Energiegesetz ist gescheitert: SPD und Union haben sich im Koalitionsausschuss nicht über das Gebäudeenergiegesetz einigen können. Jetzt gibt es gegenseitige Schuldzuweisungen, Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gibt der Union die Schuld. Die Industrie ist ebenfalls unzufrieden. tagesspiegel.de

Verpackungsgesetz: Bundestag verabschiedet neue Regelungen. Auf die ursprünglich geplante flächendeckende Einführung einer Wertstofftonne wurde verzichtet. Geschäfte müssen nun am Regal auszeichnen, wo Mehrweg-Flaschen stehen. Die Pfandpflicht wird auf Fruchtsaftschorlen ausgeweitet. shz.de , bmub.bund.de

Um ein Drittel steigert die  Zerschneidung der Tropenwälder den globalen Ausstoß von Treibhausgasen. Dieser bislang vernachlässigte Effekt muss in den Berichten des Weltklimarates IPCC künftig berücksichtigt werden. ufz.de

Trump dreht Klimaschutz zurück: Mit der Energy Independent Action will Trump sämtliche Regulierungen zurückdrehen, mit denen Obama unter anderem den CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken deutlich reduzieren und die Methangasemission in der Erdöl- und Gasgewinnung bremsen wollte. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks kritisierte Trumps Entscheidung und warnte die USA davor, sich gegen den „technologischen und ökonomischen Wandel“ zu stellen. „Wer jetzt versucht, den Rückwärtsgang einzulegen, schadet nur sich selbst im internationalen Wettbewerb“,  zeit.de, süddeutsche.de

Putins Haltung zum Klimawandel: Der russische Präsident Wladimir Putin hält den Klimawandel nicht durch den Menschen verursacht. Deshalb sei er auch nicht aufzuhalten. Die Schmelze der Eisberge dauere bereits seit Jahrzehnten an. Die Klimaerwärmung habe schon in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts begonnen, als es noch gar keine Treibhausgase gegeben habe, meine Putin beim Arktis-Forum in Archangelsk. Den Klimawandel zu stoppen sei „unmöglich“. Er hänge zusammen mit „globalen Zyklen auf der Erde oder sogar von planetarischer Bedeutung“. Es komme darauf an, sich der Klimaerwärmung „anzupassen“.  welt.de

Bundesumweltamt will Diesel für Kreuzfahrtschiffe: Die Hochsee-Reedereien werden für das Verbrennen von Schweröl als Treibstoff vom Bundesumweltamt kristisiert. Kreuzfahrtschiffe könnten schon heute deutlich emissionsärmer unterwegs sein, wenn die Umstellung von Schweröl auf Straßendiesel vollzogen würde.  Das, was auf hoher See stattfinde, sei reine Müllverbrennung. Der Kreuzfahrtbranchenverband CLIA sieht das – wenig überraschend – anders. spiegel.de

Verkaufsverbot für Dieselfahrzeuge abgelehnt:  Der BUND ist mit seinem Vorhaben, ein Verkaufsstopp für alle neuen Dieselfahrzeuge einzuführen, zunächst gescheitert. Ein Gericht in Schleswig befand diese Art des Umweltschutzes als nicht rechtskonform. fair-economics.de

 

Buchtipp der Woche: Energie wenden Das Buch zur Sonderausstellung im Deutschen Museum“ Mit der Energiewende steht unsere Gesellschaft vor neuen großen Herausforderungen – der Ausstieg aus fossilen Energieträgern, die Rolle der Atomkraft nach Fukushima oder Ausbau und Speicherung von erneuerbaren Energien verlangen nach innovativen Lösungsansätzen. Das Deutsche Museum widmet dem Thema Energiewende seit dem 15. Februar und noch bis zum 19. August 2018 eine große Sonderausstellung. Ein begleitendes Buch  liefert dazu umfassende Grundlagen und Hintergrundinformationen. Wie kann das Großprojekt Energiewende erfolgreich umgesetzt werden? Welche Möglichkeiten und Herausforderungen treten dabei auf? Wie können Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingebunden werden? Diesen und anderen Fragen widmen sich hochranginge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in „energie.wenden. Chancen und Herausforderungen eines Jahrhundertprojekts“  deutsches-museum.de

Aus für Brennelemente: Das zuständige Ministerium will ein Aus für eine Brennelementeproduktion in Deutschland prüfen welt.de
Obsolet: Laut Stiftung Warentest lohnt es sich meistens nicht, Elektrogeräte zu reparieren sueddeutsche.de
EnBW: 1,8 Milliarden Verlust im vergangenen Jahr handelsblatt.com
Pipeline I: Umweltverbände verklagen US-Präsident Trump wegen Pipeline Keystone XL spiegel.de
Pipeline II: Energie-Agentur hält Nord Stream 2 für überflüssig handelsblatt.com

WÖRTLICH GENOMMEN

„Das exponentielle Wachstum der Technologie ermöglicht es Unternehmen, völlig neuen Unternehmen, einen riesigen Wert in kürzester Zeit zu generieren. Dieser Trend steht noch am Anfang, aber für mich ist schon jetzt klar: Die Konzerne der Zukunft werden mit einer relativ kleinen Angestelltenanzahl auskommen und über einen gewaltigen Unternehmenswert verfügen. Die Frage ist nicht, ob Maschinen die Arbeit von Menschen übernehmen. Vielmehr ist sie, wie wenige Menschen mithilfe von Maschinen die Arbeit von tausenden anderen Menschen übernehmen werden.“
Federico Pistono, Autor und Unternehmer, Maschinen seien noch nicht in der Lage generelle Probleme zu lösen, weil sie keine allgemeine Intelligenz besäßen. Sie würden die meisten Menschen nicht von sich aus ersetzen. Aber Menschen würden sie dafür nutzen. Erst wenn wir an den Punkt kämen, wo Maschinen eine allgemeine Intelligenz entwickeln, wird die Menschheit obsolet – das sei der nächste Schritt der Evolution.  handelsblatt.com

„Nur mit innovativen Antrieben werden unsere Automobilhersteller wettbewerbsfähig bleiben und zugleich wertvolle Industriearbeitsplätze sichern. Damit die sächsischen Jobs in der Automobil- und Zulieferindustrie erhalten bleiben, muss die Elektromobilität jetzt aus der Nische geholt werden! Insbesondere die oftmals mittelständigen Zulieferbetriebe müssen bei der Bewältigung des tiefgreifenden Strukturwandels unterstützt werden.“
Stephan Kühn,  Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen Bundestagsfraktion, eine Krise sei immer auch eine Chance: Der Abgasskandal könne der Beschleuniger für eine abgasfreie Mobilität werden, für den Ausstieg aus dem fossilen Verbrennungsmotor. In der Automobilindustrie finde derzeit eine tiefgreifende Transformation statt. focus.de

MEHR WISSEN

Landwirtschaft ist zu durstig: Der Anbau international gehandelter Lebensmittel zapft immer größere Mengen an nicht-erneuerbarem Grundwasser an. Dies führt dazu, dass die Grundwasservorräte schrumpfen – die zukünftige Verfügbarkeit von Lebensmitteln und Wasser gerät damit weltweit in Gefahr senckenberg.de

Zukunft der Arbeit: Die Digitalisierung erfordert neue Arbeits- aber auch besondere Führungsstrukturen. Da sich vor allem Märkte verändern, werden Mitverantwortung und Mitgestaltung bei der Entwicklung von Produkten immer wichtiger. ThinkTanks haben hier neue Strategien entwickelt. deutschlandfunk.de

Palmas Einwohner wehren sich gegen neue Hotels: Bürgerinitiativen fordern einen dreijährigen Stopp für die Genehmigung weiterer Boutique-Hotels in Mallorcas Hauptstadt. Mit den bereits in Bau befindlichen Häusern gibt es dann 30 stylische Unterkünfte, die überwiegend in der Altstadt Palmas liegen. Dort könnten 1.200 Gäste übernachten, das müsse zunächst genügen, so die Neubaugegnermallorca-zeitung.de

Fortsetzung folgt: Erster Trailer zur Umwelt-Doku „Eine unbequeme Fortsetzung – Der Stand der Dinge“ mit Al Gore erschienen filmstarts.de
Österreich: Die führende Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 gibt nach 35 Jahren ihr Ende bekannt, wegen des Erfolges.  ots.at
Ungarn: Viktor Orban scheint die Energiewende anscheinend absichtlich zu verschleppen euractiv.de
Vertical Forest: Grüne Architektur als Hingucker in Mailand reisereporter.de

KALENDER

5. bis 7. April 2017,  Valencia, Climateeurope Festival 2017 climateeurope.eu

DAS LETZTE:

Versuchte Vergewaltigung? Ein Hack kann sehr weitreichende Folgen haben, wie beispielsweise bei einem ferngesteuerten Vibrator, der in diesem Fall nicht vom  Liebsten, sondern von einem Fremden gesteuert wird. Das könnte in  verschiedenen Ländern als Vergewaltigung zählen, erklärt ein Rechtsexperte. Hintergrund: Auf der RightsCon in Brüssel ist ein mit dem Internet verbundener Vibrator gehackt worden. Derartige Sex-Spielzeugen werden zahlreicher werden, denn sie sollen Paaren in Fernbeziehungen helfen, sich gegenseitig nahe zu sein und miteinander zu interagieren. Nun wurden die schlechten Seiten solcher neuen Möglichkeiten offensichtlich. futurezone.at

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