FAIReconomics Newsletter KW 22/19 NACHRICHTEN

Europawahlen und Klimaschutz: Die Europawahl ist zumindest in Deutschland auch eine Wahl für das Klima geworden. Die Grünen holten mit …. Prozent ihr bislang bestes Ergebnis. Das Interesse der europäischen Wahlen ist aufgrund des Klimaschutzes und der Erderwärmung gestiegen. Zudem sind der US-Protektionismus und der Brexit Gründe um der EU mehr Zustimmung zu geben. Mit 68 Prozent hat die Zustimmung zur Gemeinschaft dem jüngsten Eurobarometer zufolge einen Höchststand erreicht. Der gestiegene Zuspruch spiegelt sich auch im Interesse an der Europawahl wider. Während sich im Jahr 2014 gerade einmal 38 Prozent der Deutschen für die Wahl des Europäischen Parlaments stark interessierten, liegt die Quote laut Forschungsgruppe Wahlen heute bei 56 Prozent. Klima- und Energiepolitik spielen dabei eine große Rolle: 77 Prozent der Wähler sehen die Erderwärmung als entscheidendes Thema für ihren Urnengang, so das Ergebnis einer vom Marktforschungsunternehmen Ipsos Mori in elf EU-Ländern durchgeführten Umfrage. In anderen Staaten haben die grünen Parteien keinen so starken politischen Einfluss. Experten sehen die Fraktion im Europaparlament nicht in der Rolle des Königsmachers für den Kommissionspräsidenten. spiegel.de,  faz.net   bizz-energy.com , 

water-1245779_640 FAIReconomics Newsletter KW 22/19 NACHRICHTEN: Klimawahl in Europa, höherer Meeresanstieg, Regionale Förderung, Fridays for Future  Unternehmen, Weinbau in Zeiten des Klimawandels, Neues aus dem Bundestag Newsletter

(Foto:Pixabay.com)

Meeresanstieg könnte höher ausfallen als berechnet: Der Meeresspiegel könnte bis 2100 mehr als doppelt so hoch ansteigen wie bislang angenommen. Davon geht jetzt eine neue Untersuchung aus. Neue Erkenntnisse und bisher nicht berücksichtigter Ergebnisse lassen Forscher zu dem Schluss kommen, dass der Pegelstand bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 2,38m steigen könnte. Rund 1,79 Millionen Quadratkilometer Land gingen dadurch verloren gehen und bis zu 187 Millionen Menschen könnten ihre Heimat verlieren. faz.net

Rund neun Millionen Einweg-Plastikbecher wurden in der vergangenen Bundesliga in deutschen Stadien verbraucht. Den mit Abstand größten Müllberg von mehr als eineinhalb Millionen Plastikbechern verursachte Borussia Dortmund. Allein die vier Vereine Borussia Dortmund, Schalke 04, Hamburger SV und der FC Köln sind für die Hälfte aller verbrauchten Plastikbecher in der ersten und zweiten Liga verantwortlich. Diese Vereine tragen somit eine besonders große Verantwortung. fair-economics.de

Eckpunkte für ein Strukturstärkungsgesetz in den Kohleregionen angenommen. Pünktlich zur Europawahl hat das Bundeskabinett beschlossen, dass die Kohlegebiete zu „Energieregionen“ werden. Rund 40 Milliarden Euro sollen in den kommenden 20 Jahren in die deutschen Kohleregionen fließen.  Ergänzend erhalten die Kohleländer ein Sofortprogramm in Höhe von 240 Millionen Euro ,das größtenteils vom Bund getragen wird. Darauf hatten sich die Länder mit dem Bundesfinanzminister geeinigt. Nordrhein-Westfalen mit dem Rheinischen Revier soll 37 Prozent der Mittel bekommen, die Brandenburger Lausitzer 25,8 Prozent, Sachsen – dazu gehören Teile des Lausitzer Reviers sowie das Mitteldeutsche Revier – erhält 25,2 Prozent. 12 Prozent gehen nach Sachsen-Anhalt. In einem „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ sollen die Förderungen festgeschrieben werden,  das von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden muss. euractiv.de

Unterstützung für Fridays for Future durch Unternehmen: Unternehmen unterstützen die jungen Aktivisten von „Fridays for Future“. Die Initiative „Entrepreneurs for Futu­re“ wurde von 1.000 Unternehmen unter­schrieben. Die Unternehmen betonen, dass sie eine „wirksame und planbar steigende CO2-Bepreisung für alle Sek­to­ren“, um die Energie- und Mobilitätswende zu beschleunigen, benötigen. Zudem haben die Unterneh­men ihre Mitarbeiter dazu aufgerufen, sich am letzten Freitag am Klimastreik zu beteiligen. Allerdings: Eher kleine Be­triebe aus dem Umweltsektor gehören zu den Unterzeichnern. Dazu kommen noch Umweltunternehmen wie Veolia und Re­mon­dis oder die Babymarke Hipp ge­hö­ren dazu. Immerhin stehen die Unternehmen für rund 100.000 Arbeitsplätze und 20 Milli­ar­den Euro Umsatz. Auch in den USA gibt es inzwischen eine Jugendbewegung pro Klimaschutz. taz.de  ,  Klimareporter°(USA)

China produziert FCKW: Bei einer Routinemessung stieß der Chemiker Stephen Montzka von der amerikanischen NOAA-Behörde in Boulder, Colorado, auf weit größere Mengen des Ozonkillers Trichlorfluormethan in der Atmosphäre als bislang angenommen. Nun hat eine Forschergruppe den Ursprung der Chemikalie aufgespürt, die die Ozonschicht der Erde zerstört. Mindestens 40 bis 60 Prozent der Trichlorfluormethan-Emissionen stammen aus einer Region im Nordosten Chinas stammen. FCKW, so der bekanntere Name für Trichlorfluormethan gehört zu den seit 1987 verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffen. Der jetzige Anstieg der FCKW -Konzentration sei „wahrscheinlich“ das Resultat neuer Produktion in China. sueddeutsche.de

Familie vor Gericht abgeblitzt: Zehn Familien haben vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) vergeblich geklagt. Die Klage wurde abgewiesen. Vor einem Jahr hatten zehn Familien, die sich besonders vom Klimawandel betroffen fühlten gegen die EU-Organe Klage eingereicht.  Sie waren der Ansicht, dass die Klimaziele der EU für das Jahr 2030 unzureichend seien und deshalb die Grundrechte der Kläger verletzten. Dieses People’s Climate Case war neu, denn erstmalig wurde  die EU wegen mangelnden Klimaschutzes verklagt.  Rechtsmittel gegen die Anweisung können bis Mitte Juli eingelegt werden. Begründung des Gerichtes: Da der Klimawandel jeden treffen kann, müsse die Klage abgewiesen werden. Kritiker bezeichnen die Argumentation des Gerichts als „ab­surd“. Denn einerseits erkennt das Gericht in seiner Begründung an, dass Menschen vom Klimawandel akut betroffen sind. Andererseits verweist das EuG jedoch darauf, dass alle betroffen seien – und will deshalb keine „unmittelbare und individuelle Betroffenheit“ erkennen, die zu einer Anfechtung der EU-Klimapolitik berechtigen wür­de. klimareporter.de. faz.net , People’s Climate Case , curia.europa.eu

BUCHTIPP DER WOCHE:

Buchtitel-Energiewende-211x300 FAIReconomics Newsletter KW 22/19 NACHRICHTEN: Klimawahl in Europa, höherer Meeresanstieg, Regionale Förderung, Fridays for Future  Unternehmen, Weinbau in Zeiten des Klimawandels, Neues aus dem Bundestag Newsletter »Die Energiewende in Europa«

Zum neunten Mal haben Bürgerinnen und Bürger der EU vom 23.–26. Mai 2019 das Europäische Parlament gewählt. Rechtzeitig dazu hat das neue Buch »Die Energiewende in Europa« einer von krisenhaften Herausforderungen geprägten europäischen Union eine neue Fortschrittsvision geliefert: das Konzept einer realisierbaren europäischen Energiewende. Als »echte Energiewende« wird die Transformation zu einem vollständig dekarbonisierten, risikominimalen und sozial- sowie wirtschaftsverträglichen Energiesystem betrachtet. In ihrem Buch werfen Peter Hennicke, Jana Rasch, Judith Schröder und Daniel Lorberg einen kritischen Blick auf Chancen, Probleme und neueste Entwicklungen der europäischen Energiewende und zeigen, wie die Idee einer »echten Energiewende« in der EU tatsächlich umsetzbar ist.Pünktlich zur Europawahl bringen die Autor(inn)en damit eine neue Vision für Europa ins Spiel. Sie verbinden eine fundierte wissenschaftliche Bestandsaufnahme mit konkreten Handlungsperspektiven: Gestützt auf zahlreiche Analysen, wie die europäische Politik eine Energiewende pragmatisch umsetzen kann, zeigen sie in »Die Energiewende in Europa«, dass ein Europa ohne Kohle und Uran machbar ist. oekom.de

 

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KURZ GEMELDET:

Rezo-Kritik an der CDU: You-Tuber kritisiert CDU massiv wegen Umweltpolitik. youtube.com
Zusammenarbeit: Bund und Länder wollen die Zusammenarbeit in der Energiepolitik verbessern. dlf.de
Monsanto: Der Kampf einer Mutter gegen das Pestizid in Argentinien. tagesschau.de 
Airbus: Forschung am emissionsfreien Fliegen. tagesschau.de
Bosch: Bußgeld von 90 Millionen im Dieselskandal. n-tv.de 
BP: Erarbeitung einer „Paris-konforme Strategie“ auf der Hauptversammlung beschlossen. welt.de
Volkswagen: Verpflichtet Zulieferer auf Nachhaltigkeit. automobilwoche.de
Wölfe: Bundesregierung erleichtert Abschuss. agrarheute.de
Ressourcenschonung: Supermarkt senkt automatisch Preise bei Annäherung an das Mindesthaltbarkeitsdatum.  faz.net
Kaum noch Windradzubau: Mit Ab­stand ausbauschwächsten Quartal in diesem Jahrtausend. sueddeutsche.de
Toter Wal: Ein vor Sizilien aufgefundener Wal war voller Plastik. stern.de
Vogelfutter: Positiv für Artenerhalt. geo.de
Einwegbecher: Sollen teurer werden. tagesspiegel.de
„H2 Panel Van“: Deutsche Post stellt StreetScooter mit Wasserstoff-Antrieb vor. wdr.de
Opel: Startet Corsa zuerst mit Elektroantrieb. nzz.ch

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG

Sandabbau in Indien: Den Sandabbau in Indien thematisiert die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage (19/10311). Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen wie viele und welche deutschen Firmen inklusive kontrollierter Tochterunternehmen am Abbau, der Weiterverarbeitung oder am Transport von indischem Sand beteiligt sind. Außerdem erkundigen sie sich nach dem seit 2013 im Bundesstaat Tamil Nadu geltenden Sandabbau-Verbot für private Firmen.

Entwaldung in Brasilien stark zurückgegangen: In der Amazonas-Bioregion haben die aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützten nationalen und bundesstaatlichen Politiken zu einer Reduzierung der Entwaldungsraten um 72 Prozent beigetragen. Das schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (19/9943) auf eine Kleine Anfrage (19/9315) der FDP-Fraktion. Sie sei von der hohen Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen überzeugt, heißt es darin. Mit Blick auf die jüngsten politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in Brasilien wolle sie weiterhin die Ursachen der Entwaldung adressieren und zugleich der bestehende Dialog auf Regierungsebene hierzu ausbauen. Den Regierungsangaben zufolge belief sich das aus Mitteln des BMZ finanzierte Waldportfolio mit Brasilien einschließlich mittelbar waldrelevanter Vorhaben in der bilateralen technischen Zusammenarbeit zum Stichtag 31. Dezember 2018 auf insgesamt 17,51 Millionen Euro. Die Kooperationsmaßnahmen seien darauf ausgerichtet, die nationalen Aktionspläne zur Entwaldungsreduzierung beziehungsweise den nationalen Klimaplan und die dahinter liegenden Zielmarken zu unterstützen. So wolle Brasilien die Entwaldungsrate im Amazonas bis 2020 auf knapp 4.000 Quadratkilometer reduzieren. Dies wiederum solle dazu beitragen, das von Brasilien selbst formulierte Ziel zu erreichen, die illegale Entwaldung bis zum Jahr 2030 auf null zu senken.

Fonds soll Afrikainvestitionen fördern: Der von der Bundesregierung geplante Fonds „AfricaConnect“ zielt auf deutsche und europäische Unternehmen ab, die in afrikanischen Staaten investieren wollen. Vor allem kleinere Finanzierungsvorhaben sollen im Vordergrund stehen, schreibt sie in einer Antwort (19/10272) auf eine Kleine Anfrage (19/9433) der AfD-Fraktion. Die einzelnen zusätzlichen Anreize für Investitionen sowie die Investitionskriterien würden derzeit noch konkretisiert. Der zu erwartende entwicklungspolitische Mehrwert einer Investition soll nach Angaben der Bundesregierung anhand eines „Scoring“-Systems quantitativ erfasst und beurteilt werden. Gesammelt und ausgewertet würden Beiträge zur direkten Beschäftigungswirkung zu guten Bedingungen vor Ort, zu Marktentwicklung und Investition sowie dem erkennbaren Nutzen der Maßnahme für das deutsche oder europäische Unternehmen.

Nationale Plattform – Zukunft der Mobilität: Der aufgrund einer lange andauernden Beratung Ende März 2019 vorgelegte Bericht der Arbeitsgruppe 1 (AG 1) der „Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität“ (NPM) ist laut der Antwort der Bundesregierung (19/9887) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/9362) „eine gute Grundlage für die kommenden Schritte, die auf Seiten der Bundesregierung vorgesehen sind“. Am 20. März 2019 habe das Bundeskabinett einen Kabinettausschuss „Klimaschutz“ eingerichtet, heißt es in der Antwort. Dieser habe die Aufgabe, die rechtlich verbindliche Umsetzung der Klimaschutzziele vorzubereiten. „2019 sollen die entsprechenden gesetzlichen Regelungen verabschiedet werden“, schreibt die Regierung. Das Thema einer möglichen CO2-Bepreisung könne Gegenstand der Beratungen des Kabinettausschusses „Klimaschutz“ sein, heißt es in der Vorlage.

Mitbestimmung in der Plattformökonomie:  Faire Arbeitsbedingungen und ein angemessener sozialer Schutz müssen auch in der Plattformökonomie gelten. Das betont die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/10095) auf eine Kleine Anfrage (19/9688) der Fraktion Die Linke. Für Arbeitnehmer, die für Plattformen tätig werden, biete das Betriebsverfassungsgesetz schon heute die Möglichkeit, einen Betriebsrat zu wählen. Darüber hinaus setze sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit der tatsächlichen und rechtlichen Verfasstheit von Vertragsverhältnissen in der Plattformökonomie auseinander. Noch in diesem Jahr würden mögliche Handlungsansätze erarbeitet, um zu prüfen, welche Mitbestimmungsrechte es auch für Selbständige geben könnte, heißt es in der Antwort.

Finanzpolitik im Klimakabinett: Finanzpolitische Aspekte des Klimakabinetts sind Thema einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (19/10119). Gefragt wird, ob das Bundesministerium der Finanzen finanzmarktpolitische Initiativen in die Diskussion beziehungsweise Beratungen des Klimakabinetts einbringen will. Außerdem wird nach dem steuerpolitischen Initiativen gefragt.

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Verminderter Mehrwertsteuersatz bei der Bahn: Der Vorschlag von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, die Mehrwertsteuer auf Fahrscheine des Fernverkehrs von 19 auf sieben Prozent zu senken, ist Gegenstand einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (19/10265). Die Abgeordneten wollen unter anderem erfahren, wie hoch die Einnahmen des Bundes aus der Mehrwertsteuer auf Fahrscheine des Fernverkehrs in den vergangenen zehn Jahren waren und welche Mindereinnahmen sich durch eine Verringerung des Mehrwertsteuersatzes ergeben würden. Außerdem wird nach den Gründen für den unterschiedlichen Mehrwertsteuersatz zwischen Fahrkarten im Nahverkehr und im Fernverkehr gefragt. Wissen wollen die Abgeordneten auch, warum die Universaldienstleistungen der Deutschen Post AG entgegen den Empfehlungen der Monopolkommission weiterhin von der Mehrwertsteuer befreit sind.

Menschenrechtslage in Indonesien: Die Menschenrechtssituation und der Schutz der indigenen Bevölkerung in den indonesischen Provinzen Papua und Westpapua stehen im Mittelpunkt einer Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/9087). Die Bundesregierung soll unter anderem mitteilen, welche Kenntnisse sie über die Anzahl und das Gewaltmuster sowie die strafrechtliche Verfolgung außergerichtlicher Tötungen, Fällen von Folter und Fällen von Verhaftungen bei friedlichen Demonstrationen und Versammlungen in diesen Provinzen hat und was sie unternimmt, um eine friedliche Bearbeitung des Westpapua-Konflikts zu ermöglichen.

Nachhaltigkeitsdefinition: In der EU Finanzmarktregulierung gibt es derzeit keine einheitliche Definition von Nachhaltigkeit. In der kommenden Verordnung über die nachhaltigkeitsbezogene Offenlegung im Finanzsektor würden nachhaltige Investitionen definiert, erläutert die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/9813) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/8904), die sich nach aktuellen Entwicklungen im Bereich Sustainable Finance erkundigt hatte. Grundsätzlich geht die Bundesregierung davon aus, dass Sustainable Finance die Umsetzung der Finanzmarktstabilität sowie der Energie-, Klima-, Entwicklungs- und weiterer Nachhaltigkeitsziele der Bundesregierung flankierend unterstützen kann, heißt es in der Antwort. Konkretere Auswirkungen könnten sich erst nach Vorliegen weiterer konkrete Vorschläge der EU-Kommission zur Umsetzung ihres Aktionsplans abschätzen lassen. Um komplexe Fragen zu diskutieren, will die Bundesregierung einen Sustainable-Finance-Beirat einrichten, wird in der Antwort angekündigt.

WÖRTLICH GENOMMEN

„Ulrich Beck, der große Soziologe, der leider viel zu früh verstorben ist, hat mal gesagt: Wenn wir verantwortlich sind, ist das kollektive Verantwortungslosigkeit. Ich möchte es gerne lokalisierter. Ich möchte gerne sagen: wer. Und wer wirkt da mit? Und ich würde es auch sehr begrüßen – ich, Töpfer, würde es sehr begrüßen, wenn wir uns klar darüber werden, dass das nicht ein Opfergang ist. Das hört sich immer so an, als wäre dann hinterher die Mauer nur noch grau. Nein. Es sind Chancen. Es sind großartige Chancen. Wir gehen in eine Welt mit neun Milliarden Menschen hinein. Wir sind 80 Millionen. China ist 18 Mal so groß wie Deutschland – bevölkerungsmäßig. Also, müssen wir doch in unseren Maßnahmen die Dinge machen, die nicht nur bei uns eine Wirkung haben, sondern die wirklich global genutzt werden können.

Professor Klaus Töpfer, (CDU) und ehemaliger Bundesumweltminister, fantastisches Beispiel sei die Solarenergie. Sie sei das Wichtigste, was Deutschland bisher für den Klimaschutz getan habe, dass wir alle, Sie und ich und alle anderen, die Strom verbrauchten, deutlich höhere Preise bezahlt hätten, weil dadurch die Solarenergie gefördert worden sei und in großer Masse hergestellt werden konnte. Das heiße, die Kostenkurve bei Solar sei massiv runtergegangen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz habe dazu beigetragen, dass wir mit viel, viel Geld der Konsumenten von Strom es jetzt erreicht hätten, dass es nicht mehr einen Euro koste würde, sondern dass es vielleicht fünf Cent koste und weniger und damit auch möglich werde, dass wir in Afrika das nutzten. Klima sei nicht ein nationales Thema, sondern es sei ein globales Thema. Egal, wo wir eine Tonne CO2 emittierten, sie haben dieselben Klimawirkungen. Und deswegen sei diese Frage zentral. Er habe acht Jahre lang in Afrika gelebt. Er wisse, dass dort das Durchschnittseinkommen pro Kopf bei etwa 1.000, 1.200 Euro liege. Bei uns liege es bei etwa knapp 50.000.  Und damit seien. die CO2-Emissionen gänzlich andere. Aber wir bräuchten dort (in Afrika) wirtschaftliche Entwicklung. Wenn die nicht komme, würden die Menschen fragen: Wo könne man sich weiter ein menschenwürdiges Leben vorstellen? Die Politik, jeder Einzelne, jedes Wirtschaftsunternehmen sei verpflichtet, sich klarzumachen, dass CO2 oder CO2-Äquivalente eine Klimawirkung hätten. Sie müssten handeln. deutschlandfunk.de

„Die Bundesumweltministerin vertritt diese Position, die allerdings verkürzt und unzureichend verfolgt wird. Ich halte es prinzipiell für notwendig, die Externalisierungswirtschaft zu beenden. Diese ist es, die „neben uns die Sintflut“ verursacht. Von daher bin ich grundsätzlich für eine Internalisierung der Folgekosten, denn die Party auf Kosten der Armen, der Natur und der Zukunft muss beendet werden. Für mich ist das eine prinzipielle Frage, die nicht nur den Klimaschutz sieht. Ich bleibe auch bei der Position, dass die Bepreisung ein notwendiges Steuerungsinstrument ist, das aber unter den realen Bedingungen viel zu spät kommt. Deshalb geht es eigentlich um eine Erhöhung, die weit über alle bisher genannten Erhöhungen hinausgehen müsste.“

Michael Müller, SPD-Vordenker und Mitglied des Kuratoriums von Klimareporter°, dadurch bestehe aber die Gefahr, dass ein CO2-Preis, solle er wirksam sein, nicht zur sozial-ökologischen Transformation führe, die das oberste Ziel sein müsse. Bleibe er zu weit unten, habe er kaum Wirkung. Steigeer auf die notwendige Höhe, habe das weitreichende Verteilungswirkungen. Er höre natürlich die Versprechungen, dass die Steuer sozial gerecht sein solle. Aber wie bitte solle das gehen, wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen würden? Er habe  bei der Ökosteuer 1990 gewollt, dass ein Teil – rund 25 Prozent der Einnahmen – in die Förderung des ÖPNV gehen solle, habe sich aber gegen das Finanzministerium und die Grünen nicht durchsetzen können. Heute könne ein Teil des Aufkommens in ein Infrastrukturprogramm fließen. Dann wären die indirekten Wirkungen positiv für den Klimaschutz. Alternativ würde er für eine Modernisierung und Anwendung des Ordnungsrechts im Interesse des Allgemeinwohls plädieren. Es gebe damit gute Erfahrungen beim Bodenrecht oder der Wasserbewirtschaftung. Und er stehe den Klimaschutz als ein öffentliches Gut an. klimareporter.de

MEHR WISSEN

Immer mehr Methan in der Atmosphäre Der weltweite Ausstoß von Methan ist 2018 stark gestiegen. Die Konzentration dieses Treibhausgas in der Atmosphäre hat damit ein neues Rekordhoch erreicht. Methan ist das nach Kohlendioxid (CO2) bedeutsamste Treibhausgas und daher mitursächlich für die globale Erwärmung; Wissenschaftler rechnen aus diesem Grund in sogenannten CO2-Äquivalenten, wenn es um die jährlich freigesetzte Menge geht. Der Anteil von CO2 an den menschengemachten Emissionen beträgt laut Weltklimarat rund 75 Prozent, der von Methan 15 Prozent. Der Rest entfällt nahezu vollständig auf Lachgas. Ein Gramm Methan hat einen 20- bis 30-fach stärkeren Treibhausgaseffekt als ein Gramm CO2. Zu rund zwei Dritteln sind die Emissionen menschengemacht, Hauptquelle ist neben dem Energiesektor die Viehzucht in der Landwirtschaft.faz.net

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Weinbau in Zeiten des Klimawandels: In Europa, vor allem im Süden, wird es heißer und trockener. Vor allem die Winzer sind vor neue Herausforderungen gestellt, denn die Wetterumbrüche bereiten der ansässigen Landwirtschaft große Probleme. In Frankreich beginnt das heiße Wetter bereits beliebte Weinsorten zuzusetzen. Die Herkunft der Weine spielt dabei eine große Rolle, während es dem Konsumenten schnuppe ist, ob seine Kartoffeln aus dem Norden oder dem Süden kommen, bleibt ein Bordeauxwein ein Bordeaux, weil er aus dem Gebiet um Bordeaux kommt. sueddeutsche.de

Bienensterben: Pestizide und die rasante Umweltzerstörung treiben das weltweite Insektensterben voran. Bis zu eine Millionen Arten sind vom Aussterben bedroht. Laut Graziano da Silva, Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, könnte die Abwesenheit von Bienen und anderen Bestäubern zur Auslöschung von Pflanzenkulturen wie Kaffee, Äpfeln, Mandeln, Tomaten oder Kakao führen. Das Bienensterben ist inzwischen eine Tatsache. Seit Mitte der 1990er-Jahre stellten Imker allein in Österreich ein zunehmendes Sterben ganzer Bienenvölker fest. So verringerte sich die Menge an Völkern in Österreich von 1995 bis 2015 um ein Viertel. Dieser Rückgang der Bienenpopulationen stellt eine „ernste Bedrohung“ für die Welternährung dar, wie nun die UN betonen. derstandard.at

Kreuzfahrtschiffe und Landstrom: Nur eines von 40 Kreuzfahrern nutzt das Angebot. ndr.de 
Marshallinseln: Atomsarg wird undicht. spiegel.de 
Botswana: Elefantenabschuss wieder erlaubt. t-online.de
Formel E: Eine ganze Branche präsentiert sich in Berlin. tagesspiegel.de
Reisetipps: Acht Ziele in Europa, die nachhaltig sind. stern.de
Mittelmeer: Vor Korsika treibt ein großer Müllstrudel. spektrum.de
Bauen braucht neues Denken: Circular Economy ist für Architekten und Fachplaner eine zukunftsweisende Aufgabe beim Planen und Bauen. detail.de

KALENDER

20. September 2019 Weltweiter Klimastreik fridaysforfuture.de

DAS LETZTE:

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Filmfestspiele in Cannes – Desaster aus Umweltsicht: Besonders schwere Folgen für die Umwelt haben die zahllosen Privatjets, die in Cannes starten und landen. Allein im vergangenen Jahr wurden anlässlich der Filmfestspiele im Mai nach Angaben des Flughafens 1700 Starts und Landungen von Privatjets gezählt.  „Die Stars kommen her, das ist alles sehr schön, aber mit ihren lauten Jets ruinieren sie unser Leben“, sagt Albert Dauphin, ein Aktivist gegen den Fluglärm. David Lisnard, der Bürgermeister von Cannes, erläuterte , dass man versuche die Umweltbelastung durch das Festival gering zu halten. So sei der rote Teppich aus recyclebarem Material, und bei jedem Feuerwerk würden die Überreste weggeräumt. Zugleich räumt er ein, dass viele Stars sich als Umweltschützer präsentieren, „während es in der Realität einige Widersprüche gibt“. Die Stadtverwaltung jedenfalls lasse den Stars keine Umweltsünden durchgehen. Wenn etwa der US-Schauspieler Leonardo DiCaprio, der in Cannes neben dem Quentin-Tarantino-Film „Once Upon a Time… in Hollywood“ auch seinen Umwelt-Dokumentarfilm „Ice on Fire“ vorstellte, aus seiner Yacht Müll im Meer verklappen würde, würde er „genauso bestraft wie alle anderen“. n-tv.de

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