FAIReconomics Newsletter KW 22 NACHRICHTEN:

Unser Newsletter informiert Sie über aktuelle Themen im Bereich der Nachhaltigkeit, insbesondere aus dem Bereichen Umwelt, Klima, Politik, erneuerbare Energien, FairTrade und andere Themen rund um die Nachhaltigkeit. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Ihrer Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie Ihren Abbestellmöglichkeiten, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung:

Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, können Sie sich hier austragen.

Klage gegen die schwachen EU-Klimaziele: Zehn Familien, von der Insel Langeoog, den Fidschi, aus Portugal und Kenia ziehen gemeinsam gegen die EU vor Gericht, da die  EU-Klimaziele für 2030 nicht den notwendigen Beitrag zur Abwendung gefährlicher Klimawandelfolgen lieferten. Die Klägerfamilien sehen ihre Grundrechte verletzt und ziehen daher vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Auf diese könnten sich auch Menschen außerhalb der EU berufen, wenn sie durch Rechtsakte der EU betroffen sind. spiegel.de, energiezukunft.eu

Bundesregierung beschließt Entschädigung von Energiekonzernen: Auch wenn die genaue Summe der Entschädigungszahlungen noch nicht feststeht, so hat das Bundeskabinett am vergangenen Mittwoch die Entschädigung der Energiekonzerne RWE und Vattenfall auf den Weg gebracht. Diese Zahlungen werden aufgrund des 2011 beschlossenen Atomausstiegs fällig. Im Bundesumweltministerium rechnet man mit einem niedrigen einstelligen Milliardenbereich. Die Bundesregierung setzt mit den Zahlungen ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um. zeit.de

Gutachten: Ein neues Gutachten stellt  den uneingeschränkten Einspeisevorrang für erneuerbaren Energien und KWK-Anlagen in Frage. Die Kosten könnten signifikant sinken. energate-messenger.de

1,5 Grad. Mit der Begrenzung der Erderwärmung auf diesen Temperaturanstieg soll die Weltwirtschaft Kosten in Billionenhöhe einsparen können. Bis zum Endes des Jahrtausends könnten dadurch weltweit mindestens 20 Billionen Dollar gespart werden. Diese Kosten entstehen vor allem durch wetterbedingte Schäden, Reparaturmaßnahmen und Gesundheitsprobleme, die der Klimawandel mit sich bringt. Durch die Reduzierung des Temperaturanstieges könnten diese eingespart werden. nature.com

Plastiksubventionen müssen abgebaut werden: Reine Verbote würden das Problem nicht an den Wurzeln packen. Staatlichen Subventionen von Plastik müssen ein Ende haben. So wird  Erdöl zur Produktion von Kunststoffen nicht besteuert – im Gegensatz zur Verwendung von Erdöl für Kraftstoffe. Durch diese Subvention unterstützt der Staat den Plastikwahn pro Jahr mit mindestens 780 Millionen Euro. Andere Schätzungen gehen sogar von Steuerverlusten bis zu zwei Milliarden Euro aus. tagesspiegel.de

Mehr elektrolytisch erzeugter Wasserstoff: Die Mineralölwirtschaft will den Einsatz von elektrolytisch erzeugtem Wasserstoff in Raffinerien. Wenn man diesen anstelle von Biokraftstoffen einsetzen würde, führte dies nicht zur Erhöhung der Gesamtkosten für Kraftstoffe, so eine neue Studie. Die Kosten könnten sogar sinken, wenn man davon ausgeht, dass Biokraftstoffe mittelfristig teurer werden können. energate-messenger.de

Windräder mit Havarien: Viele Windräder sind inzwischen 20 oder gar 25 Jahre alt. Damit steigt die Gefahr für schwerwiegende Havarien, erste Fälle gab es bereits. Der TÜV fordert daher die Einführung einer Prüfpflicht. Sie sollten so behandelt werden, wie andere Industrieanlagen auch. welt.de

Siemens steigt in Batterieproduktion ein: Zusammen mit dem schwedischen  Batteriebauer Northvolt will Siemens in die Batteriezellenproduktion einsteigen. Dabei haben die beiden Partner Großes, das neue Werk soll eine Kapazität von 32 Gigawattstunden haben, das entspricht etwas weniger als die Gigafactory von Tesla in der Wüste von Nevada. sueddeutsche.de

Buchtipp der Woche:

Innovation Streitschrift für barrierefreies Denken. Allerorten werden die innovativen Kräfte in Wirtschaft, Technik, Politik und Gesellschaft beschworen – aber Technologieskandale und scheiternde Großprojekte erwecken den Eindruck: Es geht nicht voran in Deutschland. Was Innovation wirklich bedeutet und wie man die Kräfte des barrierefreien Denkens nutzen kann, zeigt Wolf Lotter, Gründungsmitglied und ständiger Autor des Wirtschaftsmagazins »brand eins« in seinem neuen Buch. Lotter schont uns nicht: Gerade Deutschland tut sich schwer mit Veränderungen und Erneuerungen. Doch wenn wir auf dem Weg von der Industrie- zur Wissensgesellschaft nicht auf die Rote Liste der bedrohten Arten geraten wollen, müssen wir einen Weg radikaler Gedankenfreiheit beschreiten. Innovation bedeutet für Lotter die Bereitschaft zu beständiger Infragestellung und zum Experiment. Das heißt, die Forderung nach Interdisziplinarität und Kreativität ernst zu nehmen. Und es heißt auch, den Mut zu Irrtum und Irrweg zu haben, zu einer Gesellschaft des Versuchens statt des Verzagens zurückzukehren und die Innovation nicht nur den Jungen zu überlassen, sondern zu einem generationenübergreifenden Projekt zu machen. Voraussetzung für ein solches Denken ist die Rückbesinnung auf echte Bildung, der Respekt vor Wissen und Know-how. koerber-stiftung.de

Wissenschaftler: Überprüfung der Zulassung von Pestiziden gefordert. dlf.de 
Abgasmanipulation: Daimlerfahrzeugen droht Mega-Rückruf. auto-motor-sport.de
ADAC testet e-Ladesäulen: Ladesäulen schwer zu finden und schlechter Service. motor-talk.de
Plastikbesteck: EU-Kommission plant Verbot. welt.de
Produktionsengpässe: Bei der Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP rechnet VW mit Lücken in der Produktion. n-tv.de
Die letzten Urwälder Europas: Wissenschaftler haben die erste Karte der letzten Urwälder Europas erarbeitet. onlinelibrary.wiley.com
Bundesnetzagentur: Kohlestrom kann bis 2030 um 50 Prozent zurückgefahren werden, ohne die Energiesicherheit zu gefährden. tagesspiegel.de
Kinderbetreuung in Berlin: Tausende demonstrieren. n-tv.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Das Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken trinken – insbesondere aus größeren Wasserversorgungen ist es flächendeckend sogar von exzellenter Qualität. Trinkwasser wird sehr häufig kontrolliert – zum Teil gar täglich. Zudem ist Trinkwasser aus dem Hahn um ein Vielfaches billiger als Flaschenwasser: Ein Zweipersonenhaushalt zahlt in Deutschland im Mittel für die Verwendung von täglich 242 Litern Trinkwasser 54 Cent pro Tag, also 0,2 Cent pro Liter. Ein einziger Liter Mineralwasser kostet mehr.“
Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. Für Nitrat, das aus Kunstdünger und Gülle ins Grundwasser gelangen kann, bestätigen die neuen Daten den zuvor schon beobachteten Rückgang: Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser bleiben die seltene Ausnahme. Allerdings erlauben diese Daten zu Nitratgehalten im Trinkwasser keinen Rückschluss auf den Nitratgehalt in den Rohwässern, die zu Trinkwasser aufbereitet werden. Vor allem im Grundwasser steigt die Nitratkonzentration durch die Massentierhaltung und übermäßiges Düngen in der Landwirtschaft in etlichen Gegenden sogar weiter an. Das Trinkwasser selbst ist fast allerorten unbelastet – weniger als ein Promilleteil der Trinkwasserproben aus den größeren Wasserversorgungen liegt in Deutschland über dem Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Für die Einhaltung des Grenzwertes sorgen die Wasserversorger: Wo nötig, vermischen die Wassserversorger zu stark belastetes Grundwasser mit unbelastetem Wasser und stellen so die Trinkwasserqualität sicher. umweltbundesamt.de

„Auf hoher See wird weiterhin hochgiftiges Schweröl verbrannt, in den Häfen laufen die Schiffe rund um die Uhr mit Schiffsdiesel, der die Grenzwerte der Autoindustrie deutlich überschreitet. Auch die CO2-Emissionen einer Kreuzfahrt sind beträchtlich.“
Frank Herrmann, Sachbuchautor, Journalist und Fachmann für Fairen Handel sowie verantwortungsvollen Tourismus. Gemessen an den Umsätzen und Gewinnen der Branche tue sie viel zu wenig. Nur einige wenige Vorzeigeschiffe verfügten über moderne Filteranlagen, könnten Landstrom in den Häfen nutzen oder seien zukünftig auf die Nutzung von Flüssiggas ausgelegt. Das Gros der Schiffe pustete große Mengen Schwefeloxide, Stickoxide, Ruß, Feinstaub und Schwermetalle weitestgehend filterlos in die Umwelt. zdf.de

MEHR WISSEN

Klimawandel beeinflusst das Wachstum von Reis: Reis ist für eine große Zahl von Menschen ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Zum einen wirkt CO2  wie ein Dünger auf Pflanzen, aber es zeigen sich deutlich negative Folgen:  Eiweiß, Eisen oder manche Vitamine und andere Nährstoffe könnten im Zuge des Klimawandels sinken. Das haben Freiland-Anbauversuche mit Reis in CO2-angereicherter Luft nun ergeben. deutschlandfunk.de

Versicherungsgesellschaft auf Klimaschäden schlecht eingestellt: Die Versicherungswirtschaft ist auf Schäden in Folge des Klimawandels bislang schlecht eingestellt.  In einem Ranking, das die weltweit größten institutionellen Investoren miteinander vergleicht und ihre Reaktion auf klimabedingte Risiken und Chancen bewertet, schneiden die Assekuranzen schlecht ab. In dem Vergleich werden 80 Unternehmen miteinander verglichen. Die Allianz findet sich immerhin auf dem dritten Platz weltweit. aodproject.net

Grenzwerte von Stickoxiden: In den USA gilt ein Grenzwert von Stickoxiden von 103 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, in Deutschland hat die höchste gemessene Stickoxid-Belastung bei 78 Mikrogramm gelegen. Unter Experten gilt die von der EU festgelegte  Grenzwert für Stickoxide bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Diesen Wert hat Ende der 1990er-Jahre die Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen. Die EU Vorgaben sind so streng, weil sie die Allgemeinbevölkerung schützen soll. handelsblatt.com

Aegypten: Im Land am Nil entsteht das größte Solarkraftwerk der Erde. taz.de 
Algen: Die Pflanzen im Meer sind Alleskönner. balticsea-report.eu
Regenwassermanagement:  Soll Qualität in Berliner Wohnviertel erhöhen. focus.de

DAS LETZTE:

Bier mit Glyphosat: Eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab, dass sich in vielen alkoholfreien Bieren Glyphosat-Rückstände befinden. Abgesehen von zwei Bio-Bieren fanden die Tester in allen Produkten das umstrittene Pflanzenschutzmittel. Immerhin neun Sorten wurden aber insgesamt als gut bewertet. chip.de

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

Ähnliche Beiträge

Antworten

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.