FAIReconomics Newsletter KW 25/2020                   englische Version

hydrogen-trainset-4276984_640 FAIReconomics Newsletter KW 25/2020: Wasserstoffstrategie verabschiedet, nachhaltiger Leben nach Corona, wie Instragram Landschaften zerstört, Spinnennamen nach Greta, Neues aus dem Bundestag Newsletter

Wasserstoffstrategie verabschiedet: Letzte Woche verabschiedete das Kabinett die Wasserstoffstrategie, mit dem Ziel, dass durch Wind und Sonne erzeugter Wasserstoff künftig Kohle, Gas und Öl ersetzen soll. Bei den dafür nötigen Technologien solle Deutschland „die Nummer eins in der Welt“ werden, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die Fördermittel belaufen sich demnach auf insgesamt neun Milliarden Euro. Auch wenn Wasserstoff (chemisches Symbol: H)  in der Natur häufig vorkommt, es gibt ihn überwiegend in gebundener Form. Für die Nutzung als Energieträger soll Wasserstoff emissionsfrei sein und deshalb aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Altmaier prophezeite einen „Quantensprung“ in der Energieversorgung. Wasserstoff sei ein „Schlüsselrohstoff“, der ohne CO2-Emissionen und ohne die Ausbeutung von Rohstoffen erzeugt werden könne. Im vergangene Woche beschlossenen Konjunkturprogramm seien erstmals finanzielle Mittel „in beträchtlicher Höhe“ eingeplant, um die Wasserstofferzeugung und -anwendung zu fördern, nämlich sieben Milliarden Euro. Weitere zwei Milliarden Euro sollen für internationale Partnerschaften fließen. Bis 2030 sollen Produktionsanlagen von bis zu fünf Gigawatt Gesamtleistung entstehen, einschließlich der erforderlichen Windkraftanlagen, bis 2040 dann Anlagen von bis zu zehn Gigawatt.  Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erwartet, dass die nationale Wasserstoffstrategie Deutschland einen „doppelten Schub“ verleihen wird – für den Klimaschutz und die nachhaltige Erholung der Wirtschaft nach der Corona-Krise. Grüner Wasserstoff könne etwa in der Stahlindustrie oder im Flugverkehr den Klimaschutz voranbringen. afp.com Originaldokument

Spritfresser sollen höhere Steuern zahlen: Für neue Autos mit hohem Spritverbrauch steigt ab 2021 die Kfz-Steuer. Das Bundeskabinett brachte eine Gesetzesänderung für mehr Klimaschutz auf den Weg, die Bürger dazu bringen soll, sparsamere Pkw zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind davon allerdings nicht betroffen. Für typische Kleinwagen und Familienautos ändert sich nach den Plänen von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) nicht viel, bei großen und schweren SUV sieht das anders aus. Umweltschützer glauben, dass sich in Zukunft wenig ändern wird. berliner-zeitung.de

In 25 Städten in Deutschland wurden 2019 die Stickstoffdioxidgrenzwerte überschritten, das ist ein deutlicher Rückgang. Im Vorjahr wurde der Grenzwert noch in 57 Städten überschritten. Gründe für den Rückgang sind laut Umweltbundesamt lokale Maßnahmen wie zum Beispiel Tempolimits, Fahrverbote oder der Einsatz schadstoffärmerer Busse, aber auch bundesweite Maßnahmen wie Softwareupdates, die Erneuerung der Fahrzeugflotte oder meteorologische Einflüsse, die die Ausbreitung von Luftschadstoffen beeinflussen. umweltbundesamt.de

Coronakrise hat unser Leben nachhaltiger gemacht: Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht Chancen für mehr Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit nach der Pandemie. Ob Home-Office oder Online-Handel.  Svenja Schulze (SPD) meint, dass die Bundesbürger daraus manches lernen können – und der Umwelt zuliebe auch beibehalten. „Niemand will, dass das Leben auf Dauer so bleibt, wie es während der Pandemie war“, die Digitalisierung im Job könnte aber Pendelverkehr und Dienstreisen reduzieren – das erhöhe auch die Lebensqualität. Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass wo Kontaktbeschränkungen gelten, sich vieles ins Internet verlagerte. So nahm die Verkehrsleistung ab und stieg der Energieverbrauch. Andererseits stieg aus Angst vor Ansteckungen der Autoverkehr an statt Busse und Bahnen zu nutzen. Es sei noch zu früh, um zu sagen, was die Krisen-Monate unterm Strich für eine Umweltbilanz hätten, sagte Schulze. focus.de , heise.de 

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Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien stagnieren. Im vergangenen Jahr wurden wurden 282 Milliarden US-Dollar in Erneuerbare Energien investiert, das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr. Im vergleich zu 2017 aber ein Rückgang von zehn Prozent. Dabei spielt der Faktor Geld nicht immer eine Rolle. So lagen die Kosten für die Errichtung von Fotovoltaikanlagen Ende 2019 um 83 Prozent niedriger als zehn Jahre zuvor. So konnte mit weniger Geld mehr Leistung installiert werden. Spanien, die Niederlande und Großbritannien landete auf den vordersten Plätzen bei europäischen Investments. Deutschland lan­de­te mit 4,4 Milliar­den US-Dollar auf Platz vier. Das ist ein Rückgang zum Vorjahr von 30 Prozent. „Dass das Investitionsvolu­men in Deutsch­land (…) deutlich gesunken ist, ist klares Ergebnis einer restriktiven Poli­tik der Großen Koalition“, sagt Hans-Josef Fell, Chef des Thinktanks Energy Watch Group. klimareporter.de

Forderungen für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft: „Die EU zukunftsfähig machen“, lautet der Titel des Papiers und benennt damit die Aufgabe, welche die vielen Millionen Mitglieder der Verbände der Bundesregierung mitgeben. Ein breites Bündnis mit seinem Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) fordert unter anderem die grundlegende Neuausrichtung der umweltschädlichen Agrarpolitik, eine echte Verkehrswende und zumindest die Einhaltung der international vereinbarten Klimaziele. fr.dednr.de (Originaldokument)

Kommunen und Unternehmen müssen sich stärker auf Klimawandel einstellen: Vorsorgeaufwendungen gegen den Klimawandel lassen sich nicht mehr aufschieben, denn schon jetzt sind Kommunen und Unternehmen davon bedroht. Dürren erfordern mehr Bewässerung von Feldern. Gegen die steigenden Temperaturen nun den Städten müssen mehr Parks und Gärten angelegt werden, zudem müssen Gebäude durch die Folgen von Starkregen geschützt werden.  An den Anträgen, die beim zuständigen Bundesumweltministerium eingegangen sind, dass, Vorsorgeprojekte fördert, erkennt man die Dringlichkeit. spiegel.de

BUCHTIPP DER WOCHE:

Buchcover_newsletter FAIReconomics Newsletter KW 25/2020: Wasserstoffstrategie verabschiedet, nachhaltiger Leben nach Corona, wie Instragram Landschaften zerstört, Spinnennamen nach Greta, Neues aus dem Bundestag Newsletter Über Leben in planetarischen Grenzen – Plädoyer für eine nachhaltige Entwicklungspolitik.
Gelingt die Transformation zur Nachhaltigkeit? Fördern Konflikte, Katastrophen, Klimawandel oder Pandemien diese Agenda? Welche Spielräume hat die Politik dabei im Geflecht widerstreitender Interessen? In den Fokus solcher Fragen rückt die Entwicklungspolitik. Ursprünglich ein Inbegriff westlichen Überlegenheitsdenkens, will sie in Zukunft mehr sein als »Hilfe für Unterentwickelte«: Politik für Nachhaltige Entwicklung weltweit.  Der Essay untersucht ihre Transformationskompetenz, nimmt die lange Geschichte der Kritik an der Entwicklungspolitik in den Blick und hinterfragt dabei, was bisher fraglos gültig scheint. Dieses Buch ist ein kenntnisreiches, weitsichtiges und erstaunlich humorvolles Plädoyer für ein neues Denken und Handeln, für den tief greifenden Kulturwandel, den wir jetzt brauchen. oekom.de

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Lithium-Ionen Akkus: Recycling wird eine enorme Herausforderung. spektrum.de
Corona Effekt: Jüngste Messungen ergaben, dass der Corona-Effelt verpufft. faz.net
Linksdrehende Windräder: Liefern 23 Prozent mehr Energie. tagsspiegel.de
Kritik: Gesetzentwurf gegen Wohnungsnot wird heftig kritisiert. afp.com
Rückgang: Förderung beim Bau von Sozialwohnungen geht zurück. haufe.de
NorthStream 2: 150 Kilometer fehlen noch. wiwo.de
Lithium-Produktion: Könnte bald in Deutschland gewonnen werden. welt.de

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Das seventeen goals Magazin erzählt in inspirierenden Geschichten, wie Menschen die Welt bewegen und zeigt auf, wie jeder einen Beitrag zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele leisten kann.

Plastic Bank fördert das Recycling in Entwicklungsländern

Die Plastic Bank von Gründer David Katz gibt armen Menschen eine neue Perspektive: sie tragen dazu bei, dass weniger Plastik im Meer landet. 17goalsmagazin.de

MOBILITÄT:

Klarlack gegen Viren in der Strassenbahn: Menschen meiden aus Angst vor Infektionen mit dem COVID-19 Virus öffentliche Verkehrsmittel. Die Essener Ruhr­bahn hat einen speziellen Lack  an den Haltegriffen in Straßenbahnen und Bussen aufgetragen. Wenn Licht auf den Lack trifft, sollen die Viren automatisch zerstört werden. Das Unternehmen will seinen Kunden so ein Sicherheitsgefühl vermitteln. tagesschau.de.

Daimler muss Autos zurückrufen: Das Kraftfahrt-Bundesamt hat einen bereits bestehenden Rückruf erweitert: Daimler muss 170.000 weitere Autos zurückrufen. Betroffen sind ältere Modelle der A-, B-, C-, E- und S-Klasse von Mercedes-Benz. rnd.de

Die wirklichen Gewinner Elektromobilität: Hybridautos  sind nicht unbedingt das, was man unter reinen Elektroautos versteht, insofern werden die Gewinner der staatlichen Zuschüsse vor allem Modelle aus dem Ausland sein. Deutsche Anbieter Denn Hersteller wie Renault und Nissan eröffnen gerade einen Preiskampf mit dem deutsche Hersteller nicht mithalten werden: Nissan etwa erlässt seinen Kunden aktuell die Mehrwertsteuer, Renault erhöht seinen Elektrobonus so sehr, dass der Zoe mit gemieteter Batterie künftig für unter 12.000 Euro zu haben ist. Ohnehin sind ausländische Hersteller für deutsche Autokunden bereits die erste Adresse, wenn es um Batterieantrieb geht. Der Absatzanteil von reinen Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 lag bei Renault bei 15,1 Prozent, bei Nissan bei 8,7 Prozent und bei Hyundai bei 7,0 Prozent. welt.de

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Güterverkehrsangebot der Bahn soll wachsen: Die neue Vorstandschefin von DB Cargo, Sigrid Nikutta, will aggressiv investieren. zeit.de

Deutsches Zentrum für Mobilität der Zukunft: Mit dem Deutschen Zentrum Mobilität der Zukunft beabsichtigt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) einen Ort zu schaffen, „an dem die Mobilität von Morgen neu gedacht und entwickelt wird.“ Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (19/19278) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/18787) hervor. Das Zentrum solle auf Basis neuer technologischer Möglichkeiten Antworten darauf finden, wie sich Menschen fortbewegen und Waren transportiert werden können, schreibt die Regierung. Das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft solle den notwendigen Freiraum schaffen, „um kreativ, querdenkend, interdisziplinär und innovativ zukunftsweisende Mobilitätskonzepte zu erdenken (Denkfabrik), zu entwickeln (Entwicklungszentren) und in der Praxis unmittelbar zu erproben (Praxiscampus)“. Die wissenschaftliche Anbindung soll der Vorlage zufolge über Kooperationen mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erfolgen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie soll über gemeinsame Forschungs- und Innovationsvorhaben anwendungsnahe Entwicklungsaktivitäten starten, die bis zur Marktreife erprobt werden und bis zur Unterstützung der Gründung von neuen Unternehmen reichen. Einrichtungen und Institutionen an anderen Standorten in Deutschland würden künftig Teil dieser breiten Kooperation sein, heißt es weiter. Entwicklungsschwerpunkte seien unter anderem Wasserstofftechnologien, synthetische Kraftstoffe, innovative Logistikkonzepte und vor allem auch digitale, plattformbasierte Mobilitätskonzepte. Auf Nachfragen zur Auswahl des Standortes München teilt die Regierung mit: „Es liegt kein vergaberechtlich relevanter Vorgang bei der Standortfestlegung oder eine Pflicht zur Durchführung eines wettbewerblichen Verfahrens vor.“ Die unmittelbare Nähe zum digitalen Testfeld entlang der Bundesautobahn A 9 sowie zur Internationalen Automobil-Ausstellung seien Faktoren für die Metropolregion München als Standort der Zentrale des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft, gewesen, heißt es weiter.

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG

Kohlekompromiss und Binnenschifffahrt: „Kohletransport in der Binnenschifffahrt und die Folgen des Kohlekompromisses“ lautet der Titel einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (19/19474). Der zu erwartende Einbruch des Kohletransportes werde die Binnenschifffahrt nachhaltig negativ beeinflussen, schreiben die Abgeordneten darin. Sie wollen von der Bundesregierung unter anderem wissen, ob die Binnenschifffahrt bei den Förderprogrammen mit besonderem Fokus auf die Zulieferer der Kohlewirtschaft berücksichtigt wird. Welche Alternativen es nach Ansicht der Bundesregierung für die Binnenschifffahrt zum Transport von Kohle gibt, interessiert die Liberalen ebenfalls.

Klimaschutzmaßnahmen im ÖPNV: Für die Förderung kommunaler Klimaschutzmaßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) interessiert sich die FDP-Fraktion. In einer Kleinen Anfrage (19/19479) erkundigen sich die Liberalen bei der Bundesregierung unter anderem danach, wie die Regierung sicherstellen will, „dass die Länder sich angesichts der angedachten Ausweitung des Förderkatalogs im Rahmen der Novelle des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) sowie der deutlichen Erhöhung der finanziellen Fördermittel nicht aus der Verantwortung ziehen, weil der Bund nun zu einem großen Teil auch die Vorhaben finanzieren kann, die bisher allein von den Ländern finanziert werden konnten“.
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Fremdstoffe in Alttextilien: Der Bundesregierung liegen keine eigenen statistischen Erhebungen zum Anteil, den Arten und den Mengen von Fremd- und Störstoffen in Alttextilsammlungen vor. Bekannt seien nur Zahlen des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung aus dem Jahr 2013, heißt es in der Antwort (19/19699) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/19345) der FDP-Fraktion. Darin hatten die Abgeordneten gefragt, wem die Abfälle gehören und wer für die Entsorgung von Fremdstoffen zahlen müsse. Für die Verwertung oder Beseitigung von Abfällen sei grundsätzlich der Erzeuger oder der Besitzer der Abfälle verantwortlich. Da der Erzeuger der Abfälle in der Regel nicht mehr ermittelt werden könne, werde „zunächst der Sammler von Alttextilien“ in die Pflicht genommen, schreibt die Bundesregierung. Bei den dabei entstehenden Kosten handele es sich „lediglich um einen von mehreren Kostenfaktoren für die Sammler“, eine Doppelbelastung werde darin nicht gesehen, heißt es weiter.
Illegaler Heimtierhandel: Das Ausmaß des rechtswidrigen Handels mit Hunden und Katzen ist der Bundesregierung nicht bekannt. Das geht aus der Antwort (19/19390) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/18974) hervor. Die Fragesteller wollten unter anderem wissen, wie viele Tiere bei der Einfuhr in Deutschland ohne Herkunftsnachweise und Impfung aufgegriffen und wie viele Verfahren deswegen eingeleitet wurden. Die entsprechenden Kompetenzen liegen nach Angaben der Bundesregierung bei den Ländern, sodass auf Bundesebene nur sehr wenige Informationen vorliegen. Eine Schätzung zum Ausmaß des Welpenhandels könne ebenfalls nicht abgegeben werden. Der Tierhandel im Internet sei eine komplexe Herausforderung, da die Vollstreckungsbehörden die vielen Angebote und Züchter oft nicht nachverfolgen können. Zu diesem Ergebnis komme ein EU-Monitoring, an dem sich auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beteiligt habe. Zudem würden Welpen zu jung oder krank verkauft, nicht geimpft oder entwurmt eingeführt oder mit falschen Dokumenten verkauft. Um den Tierschutz zu verbessern will die Bundesregierung die Tierschutz-Hundeverordnung ändern, der Bundesrat soll darüber Ende 2020 abstimmen. Geplant sind Ausstellungsverbote für Rassen mit Qualzuchtmerkmalen und neue Anforderungen für deutsche Hundezüchter, um „den Sozialisierungserfordernissen der Welpen Rechnung zu tragen“.
Tierversuche in Deutschland: Die Zahl der für wissenschaftliche Zwecke getöteten Tiere ist seit 2014 rückläufig. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (19/19540) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/18852) hervor. Im Jahr 2018 erwachten 138.677 Tiere nicht mehr aus Versuchen, die unter Vollnarkose durchgeführt wurden (2014: 271.881). Dazu kommen 686.352 Tiere, die getötet wurden, ohne dass an ihnen zuvor Eingriffe oder Behandlungen vorgenommen wurden (2014: 819.094). Die Zahlen lagen, bis auf 2017, jeweils unter den Vorjahreswerten. Viele Tiere werden nach Angaben der Bundesregierung bei der Herstellung und Qualitätskontrolle von Medizinprodukten oder für toxikologische Sicherheitsprüfungen verwendet. Zu den häufigsten Versuchstieren zählen Mäuse, Ratten und Kaninchen, dahinter folgen verschiedene Fischarten. Alle Verwendungszwecke zusammengenommen seien 2018 3.288 Affen eingesetzt worden, fünf Tiere hätten die Versuche nicht überlebt. Tierversuche dürfen nur erfolgen, wenn es keine Alternativmethoden gibt und es für den Zweck der Forschung unerlässlich ist, heißt es in der Antwort weiter. Die entsprechenden Anträge werden von den Ländern geprüft und gegebenenfalls bewilligt. Der Bundesregierung sei es besonders wichtig, „Tierversuche möglichst schnell durch Alternativmethoden zu ersetzen“, daher gebe es verschiedene wissenschaftliche Förderprogramme.

WÖRTLICH GENOMMEN

„Wenn wir ein Lieferkettengesetz hätten, dann müsste zum Beispiel ein Unternehmen, das hier Kaffee verkauft, tatsächlich analysieren, ist in dieser Lieferkette, aus der ich meinen Kaffee beziehe, das Risiko, dass Kinder arbeiten. Sie müssten also selber tätig werden, und wenn sie tatsächlich so ein Risiko sehen oder vielleicht sogar Kinder im Vorfeld finden, müssen sie Maßnahmen ergreifen. Das Ganze müssen sie transparent machen und auch berichten.“

Barbara Küppers vom Kinderhilfswerk Terre des Hommes,  (Unternehmen) müssten eine Risikoanalyse machen und müssten dann angemessene Maßnahmen – angemessen sei ein wichtiges Wort in diesem Gesetz – ergreifen, und sie müssten es transparent machen und dokumentieren, dass man das auch nachvollziehen könne. Das würde sozusagen die Beweislast umkehren. Es sei sehr umstritten, ob dieses Gesetz eine tatsächliche Haftung enthalten werde. Das wäre dann theoretisch so, dass ein Mädchen aus Äthiopien dann irgendwann auch klagen könnte auf Entschädigung. deutschlandfunk.de

„Ein Fahrradreifen, dessen Abrieb am Ende in die Umwelt gelangt, ist ein Beispiel für einen biologischen Kreislauf eines Produktes, das verbraucht wird. Ein Fahrradreifen muss nach Cradle to Cradle so gestaltet werden, dass sein Material biologisch abbaubar ist und Nährstoff für etwas anderes werden kann. Bei einem Produkt, das hingegen genutzt und nicht verbraucht wird, ist es wiederum wichtig, dass man alle Materialien voneinander trennen und wiederverwenden kann – das ist der technische Kreislauf. Man muss genau dokumentieren, wo man welches Material verwendet. So können Produkte zu Materialbanken werden, zu Rohstoffen.“

Nora Griefahn, Leiterin der NGO Cradle to Cradle,  wir bräuchten große Unternehmen unbedingt. Sonst werde sich nicht viel ändern. Cradle to Cradle richtig zu machen, sei nicht einfach. Man müsse ein Produkt herstellen, das ein gutes Wassermanagement habe, soziale Bedingungen erfülle und wieder zurück in den Kreislauf gehet. Das funktioniere nicht als Greenwashing. Was man C&A ankreiden könne sei, dass sie den Rest nicht so herstellten. Aber irgendwo müssten sie anfangen. enorm-magazin.de

MEHR WISSEN

Wie Instagram Landschaften zerstört: Immer wieder posten Instagramer Fotos von Naturlandschaften auf ihren Accounts. Etwa Yvonne Pferrer, die im Bikini auf einem Bergvorsprung, der mit Wasser ge­füllt ist, liegt. „Natural Pool“ ist das Bild betitelt. Das Foto hat nicht nur 80.000 Likes erhalten, doch es gibt eine Kehrseite der Medaille. Die Natur muss zunehmend vor der medialen Aufmerksamkeit der Menschen geschützt werden. So musste im vergangenen Jahr ein Schauplatz, der in einem Videoclip Justin Biebers gezeigt wurde, auf Island wegen des großen Ansturms geschlossen werden. bento.de

Arbeit der Zukunft: So gut wie alle vergangenen Industrialisierungsschritte wurden mit einer Verkürzung der Normarbeitszeit und mit neuer Verteilung von Arbeit und Einkünfte gelöst. Durch die Digitalisierung werden wir dieses Mittel brauchen, um dies auch für die Zukunft zu realisieren. Dabei spielt es keine Rolle ob diese Mittel Arbeitslosengeld, Kurzarbeit oder Grundeinkommen genannt werden. Eines wird nicht passieren: Die an Maschinen verlorene Arbeitszeit wird niemals zurückkehren. derstandard.at

Frühes Grün kann Dürre verstärken: „Der Winter ist vergangen ich seh des Meien Schein“, so heisst es in einem alten deutschen Volkslied. Doch Pflanzen und Bäume treiben immer früher ihre Blüten und Blätter aus. Doc das frühe Grün kann negative Folgen haben.  Dem Boden wird viel Wasser entzogen und es ist möglich, dass sich damit spätere sommerliche Trockenheit verstärken. n-tv.de

Internet: Die EU will bis ein klimaneutrales Internet. heise.de  
Namibia: Kommt die Entschuldigung für den Völkermord? dw.com
Regenwald: Brasilien holzt mehr Regenwald ab, während die Welt wegschaut. welt.de
Great Barrier Reef: Erholung möglicherweise unmöglich. deutschlandfunk.de

DAS LETZTE:

Spinnengattung nach Umweltaktivistin benannt: „Thunberga greta“ heißt einen Risenspinnenart. Auf den Klimawandel wollte der Forscher, der diese Art entdeckt hat, aufmerksam machen. Unter dem Namen Thunberga werden nun fünf Arten der auf Madagaskar beheimateten Riesenkrabbenspinnen zusammengefasst. Riesenkrabbenspinnen  sind als aktive Jagdspinnen bekannt, die keine Netze bauen. zeit.de

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Fotonachweis: Alle Bilder soweit nicht anders ausgewiesen. www.pixabay.com

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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