FAIReconomics Newsletter KW 25 NACHRICHTEN

Petersberger Klimadialog:  Heute und  am Dienstag findet in Berlin auf Einladung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und des designierten Präsidenten der kommenden Weltklimakonferenz in Kattowitz, dem polnischen Staatssekretär Michal Kurtyka, der Petersberger Klimadialog statt. 35 Ministerinnen und Minister aus allen Teilen der Welt diskutieren unter dem Motto „Changing together for a just transition“ über die sozialen Aspekte des Klimaschutzes. Morgen werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki zu den Delegierten sprechen. Die Grünen fordern unterdessen, dass die Klimaziele der EU für den CO2-Ausstoß an das internationale Klimaabkommen von Paris angepasst werden, da die gegenwärtigen veraltet seien.  bmu.de zdf.de

Windenergie wichtigster Wirtschaftsfaktor in der Umweltwirtschaft:  Die Windenergie steht auf Platz eins der Umweltwirtschaft. Maßnahmen zur Nutzung von Windkraft liefern in Deutschland den wichtigsten wirtschaftlichen Beitrag innerhalb der Umweltschutzwirtschaft  Die Windenergie erzielt rund 17,7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2016 und zwar mit der Herstellung, Installation und Wartung von Windkraftanlagen. Das entsprach 25,2 Prozent des Gesamtumsatzes mit Umweltschutzgütern. iwr.de, destatis.de

Rund 219 Milliarden Tonnen Eis im Jahr verlor einer Hochrechnung zufolge die Antarktis zwischen 2012 und 2017.  Zwischen 1992 und 2012 waren es durchschnittlich etwa 76 Milliarden Tonnen pro Jahr. Die Antarktis trägt gegenwärtig zu einem höheren Anstieg des Meeresspiegels bei als je zuvor in den letzten 25 Jahren. sz-online.de

Klimawandel gefährdet Lebensmittelsicherheit: Die Volatilität der Ernten in der ganzen Welt nimmt durch den Klimawandel erheblich zu.  Die Ernteerträge können in einem Jahr sehr hoch, im darauffolgenden sehr niedrig ausfallen. Im Durchschnitt werden die Erträge jedoch aufgrund der steigenden Temperaturen sinken. Die Folge: Preisexplosionen und Nahrungsmangel inklusive. sonnenseite.com , washington.edu

EU beschließt höhere Ziele für erneuerbare Energien: Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben sich über den deutschen Vorschlag hinweggesetzt und einen größeren Anteil an Ökoenergie bis 2030 vereinbart. Bis 2030 muss jetzt knapp ein Drittel der in der EU genutzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Auf diese Zahl einigten sich das Europaparlament und die Mitgliedstaaten in Brüssel. Das neue Ziel liegt über der Marke von 30 Prozent, die das deutschen Bundeswirtschaftsministerium wollte. zeit.de

Totalversagen der Bundesregierung: Die deutschen Strom- und Energieerzeuger haben der großen Koalition im Bereich der Energiepolitik Versagen vorgeworfen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beklagte auf seinem Jahreskongress in Berlin mangelndes Tempo, fehlenden Realitätssinn und Verweigerung. „Es ist ein Armutszeugnis, dass sich die jetzige Regierungskoalition über die Frage streitet, wie geht es voran?“, ärgert sich BDEW-Chef Stefan Kapferer. finanzen.net , welt.de

Atomstrom verdrängt Erneuerbare:  Auf rund 200 Millionen Euro werden sich die Kosten der Abregelungen von erneuerbaren Energien bei gleichzeitig ungebremster Atomstrom-Produktion belaufen.  Der Wert errechnet sich aufgrund der entsprechenden Monitoring-Berichte der Bundesnetzagentur für die Quartale 1 bis 3 des vergangenen Jahres. Zumindest ein Teil der Entschädigungszahlungen an die Betreiber der Ökostromanlagen hätten sich vermeiden lassen, wenn stattdessen die Atomkraftwerke heruntergefahren worden wären. Eigentlich hätten laut gesetzlichem Einspeisevorrang für erneuerbare Energien bei Netzengpässen zunächst die AKWs heruntergefahren werden müssen, erläutert Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy. topagrar.com

Buchtipp der Woche: 

»Lob der Laien. Eine Ermunterung zum Selberforschen«  In seinem Buch setzt sich der Vordenker und Kritiker der Citizen Science-Bewegung Peter Finke gegen die Missachtung von Laien und ihrer Forschungsarbeit ein. Denn eine nachhaltige Wissenschaft braucht beides: die Berufs- und die Amateurforschung. Der Begriff »Wissenschaftler« scheint heute eine Berufsbezeichnung für Spezialisten geworden zu sein, die an speziellen Forschungsinstitutionen beschäftigt werden. Dass es darüber hinaus aber auch viele Fachleute unterschiedlichster Wissensgebiete gibt, die womöglich gar nicht studiert haben und »nur« ehrenamtlich arbeiten, geht dabei unter. Verkürzt dargestellt, gelten Laien als dumm, Profis als kompetent.
»Zu Unrecht«, sagt Peter Finke und plädiert für die besondere Wertschätzung der Amateure. Deren Handeln sei durch eigene Anschauung, persönliche Erfahrung, Lernbereitschaft und Leidenschaft motiviert: »Laien erforschen ihre Umwelt ohne Konkurrenzdruck, Mitläufertum und Machthierarchien – wie sie in der professionellen Forschung vorherrschen.« oekom.de

EU-Klimaschutzziele: Deutschland könnte EU Ziel 2020 verfehlen. zeit.de
Wasserstoff: Kann zur Windenergiespeicherung genutzt werden. hzwei.info
Zukunft der Arbeit: Auf der CeBit spielen KI und die Arbeit der Zukunft eine große Rolle. sueddeutsche.de
Cannabisverbot: Bundesregierung bekräftigt ihre Haltung. bundestag.de
Grüne: Wirtschaftsminister blockiert EU-Ziele für den Ökostromausbau. wetterauer-zeitung.de
Deneff: Verkehr verhagelt in Deutschland die Bilanz bei der Energieeffizienz. energate-messenger.de
Hamburger Wirtschaftssenator: Ausbau der erneuerbaren kommt nicht voran, um Klimaziele zu erreichen. focus.de
Batterien: Stabilisieren das Stromnetz und können inzwischen kostendeckend betrieben werden. klimareporter.de

WÖRTLICH GENOMMEN:

„Beschäftigte und Gewerkschaften sind wichtige Akteure im Klimaschutz. Beschäftigte kennen ihren Arbeitsplatz am besten und wissen, wie Prozesse in der Produktion klimafreundlicher und ressourcenschonender gestaltet werden können. Darüber hinaus sind Beschäftigte Treiber von Innovation und Wandel, was die Bedeutung von Mitbestimmung in Unternehmen unterstreicht. Schon lange sind sie durch Digitalisierung und Automatisierung mit Veränderungsprozessen konfrontiert. Aus diesem Grund müssen sie durch eine umfassende Investitions- und Innovationsstrategie für nachhaltige Energieversorgung und Infrastrukturen unterstützt und ihre Expertise genutzt werden. Genau das sagt der Titel des Petersberger Klimadialogs aus, „Changing together for a Just Transition“ – nur gemeinsam werden wir die uns bevorstehenden Herausforderungen bewältigen können.“
DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell, die Gewerkschaften seien davon überzeugt,  dass der notwendige Wandel große Chancen für neue und nachhaltige Beschäftigung mit guten Arbeitsplätzen bieten kann. Dafür brauche es jedoch eine aktive Struktur- und Industriepolitik, die neben dem ökologischen Blickwinkel auch die soziale und ökonomische Dimension berücksichtige. Die Abfederung sozialer Härten, die durch Klimaschutzmaßnahmen entstehen können greife jedoch viel zu kurz. Vielmehr stelle sich die Frage, wie mit einem Mix aus Investitionen, Innovationen und nachhaltigen Infrastrukturen nachhaltige Beschäftigungsfelder und wirtschaftlicher Wohlstand geschaffen werden könnten. Aus Sicht des DGB sei es deshalb entscheidend, dass die energie- und klimapolitischen Langfristziele auch mit beschäftigungspolitischen Zielen verbunden würden. dgb.de

„Die Klimakrise setzt den Eisbären immer weiter zu. In den letzten Jahren mussten wir bereits beobachten, wie es mit der körperlichen Verfassung der Eisbären rapide bergab ging, viele von ihnen sind heute kleiner und dünner als noch vor zehn Jahren. Jetzt geht es den Eisbären an der südlichen Hudson Bay auch zahlenmäßig an den Kragen, da die älteren Tiere sterben und weniger Junge nachkommen.“
Dr. Sybille Klenzendorf, Arktisexpertin beim WWF, Deutschland. Die Eisbären seien für ihre Nahrungssuche auf das arktische Eis in der Hudson Bay angewiesen, da sie von dort aus nach Robben jagten. Doch der Eisschild habe sich seit den 1980ern extrem verändert:  Im Durchschnitt sei die Hudson Bay im Jahr nun vier Wochen kürzer zugefroren, mit entsprechend verheerenden Konsequenzen für die Eisbären. Der Anteil der Eisbärenjungen sei von 12 Prozent im Jahr 2011 auf fünf Prozent im Jahr 2016 gesunken – viele überlebten die ersten Jahre nicht. Wenn nichts geschehe, werde sich dieser negative Trend fortsetzen.  wwf.de

MEHR WISSEN:

Fischsterben in Hamburg: Hohe Wassertemperaturen regen das Algenwachstum an, beispielsweise im Hamburger Hafen und im Oberlauf der Elbe. Da im Hamburger Hafen das Wasser rund zehn Meter tiefer ist als flussaufwärts, gelangen die Algen damit in tiefere Zonen. Dort können die sie keine Photosynthese mehr durchführen, sondern benötigen dort Sauerstoff. Das wiederum schädigt die Fischfauna, weil den Fischen der Sauerstoff fehlt. Die Larven von Stinten reagieren darauf wesentlich empfindlicher, weil sie nicht die Größe und Kraft von Tieren haben, die sich unter besseren Bedingungen entwickeln. Die Probleme werden durch die geplante Elbvertiefung, die Schiffen mit besonders hohem Tiefgang den Weg nach Hamburg bahnen soll, noch verstärkt. Ein tieferes Gewässer führt dazu, dass die Verweilzeit der Algen dann in den licht-nicht-durchfluteten Bereichen länger sein wird. deutschlandfunk.de

Tropische Wirbelstürme bewegen sich langsamer. Mit steigenden Temperaturen hat sich das Tempo, mit dem ein Hurrikan über eine Landschaft zieht, in den letzten 70 Jahren spürbar verlangsamt. Aber die Verlangsamung bedeutet, dass jeder Hurrikan mehr Zeit hat, mehr Schaden anzurichten und mehr Überschwemmungen zu verursachen. fair-economics.de

Mode aus recyelten Plastik. Die Herstellung von recycelten Stoffen aus Altplastik verbraucht 50 Prozent weniger Energie als die Herstellung kunststoffbasierter Textilien aus nicht-recycelten Materialien. Außerdem fällt ein Drittel weniger CO2 an. Bislang ist dies allerdings nur eine Nische im Modemarkt. Jetzt beginnen allerdings auch große Hersteller auf den Trend aufzuspringen. dw.com

Nachhaltig Essen: Am besten in Form von Krustentieren aus Aquakulturen oder Fischen wie Hering und Makrelen aus wildem Fischfang. dlf24.de
Nachhaltiges Fliegen: Die richtige Treibstoffwahl ist wichtig 20min.ch
Nachhaltiges Holz: Das PEFC-Zeichen ist neben dem FSC Siegel das wichtigste Kennzeichen für nachhaltige Waldbewirtschaftung. wz.de
Nachhaltige Blumen: Der Marktanteil fair gehandelter Blumen liegt bei 28 Prozent. taspo.de
Kobaltpreise: Elektromobilität ist Preissteigerer. Kosten um das vierfache gestiegen. fuw.ch
Mysteriöses Sterben: Die Gründe für das Absterben von afrikanischen Affenbrotbäumen ist unklar. spektrum.de

DAS LETZTE:

Maschinen statt Menschen im Krankenhaus: Avatare könnten in Zukunft die Kommunikation mit Patienten in Pflegeheimen und Krankenhäusern übernehmen. Während einige Vertreter von Verbänden derartige Entwicklungen für richtig halten und sie für ein absolut richtiges System halten, sind digitale Assistenzsysteme bei Pflegebedürftigen noch völlig unerforscht. Kritiker sehen bei den technischen Neuerungen allerdings auch Gefahren. „Es darf nicht passieren, dass Angehörige den alten Menschen sagen: Jetzt brauchst uns nicht mehr so oft anzurufen, sondern kannst mit Kristina (so der Name des gerade getesteten Avatars d. Red.) reden. heise.de

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