FAIReconomics Newsletter KW 26 NACHRICHTEN

Keine Position bei Umweltministertreffen in Luxemburg: Vor dem Treffen der europäischen Umweltminister am heutigen Montag, scheint es keine eindeutige deutsche Position zu geben. Auf der Tagungsordnung steht unter anderem die Verordnung über CO2-Normen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) attackiert dabei Umweltministerin Svenja Schulze (SPD): „Die Vernichtung einer europäischen Leitindustrie mache ich nicht mit!“ Die Suche nach einem Kompromiss zwischen den zuständigen Ministern ging  innerhalb des Bundeskabinetts am Wochenende weiter.  Finanzminister Olaf Scholz (SPD) soll sich dem Vernehmen nach auf die Seite der Umweltministerin geschlagen haben,  Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält sich bedeckt. Wenn es zu keiner Einigung kommt , wird das Autoland Nummer eins in Europa ohne eine gesprächsfähige Position in die Verhandlungen auf EU-Ebene gehen. consilium.europa.eu, faz.net handelsblatt.com

EuGH verurteilt Deutschland: Der Europäische Gerichtshof hat am letzten Donnerstag Deutschland wegen Verstoßes gegen EU-Recht verurteilt. Man habe gegen die Nitratbelastung der Böden zu wenig unternommen. Vor zwei Jahren hat die EU-Kommission gegen die Bundesrepublik geklagt, weil man sich nicht länger hinhalten lassen wollte. Ursache ist der massive Düngereinsatz in der Landwirtschaft. Bislang hatte vor allem die Bauernlobby jahrelang eine Verschärfung der Rechtslage verhindert. Inzwischen hat auch dort ein Umdenken eingesetzt. „Es gibt Regionen, da sind wir mit der Viehhaltung tatsächlich an der Grenze. Da geht einfach nicht mehr“, so Bauernpräsident Joachim Rukwied. Mehr Tiere werde es in Deutschland in Zukunft nicht geben, man wolle die Zahlen senken. sueddeutsche.de

1,4 Milliarden Euro zahlten die Verbraucher für notfallartige Eingriffe im vergangenen Jahr, um die Stromnetze unter den Bedingungen der Energiewende stabil zu halten. Zugleich mussten in großer Zahl Ökostromanlagen und erstmals auch Offshore-Windparks abgeschaltet werden, weil die Leitungen den Grünstrom nicht mehr abtransportieren konnten. welt.de

Daimler stoppt Auslieferung von Fahrzeugen: Daimler hat die Auslieferung einzelner Diesel-Modelle der Marke Mercedes-Benz gestoppt. Betroffen sind Fahrzeuge der A-, B- und C-Klasse mit Vier-Zylinder-Motoren, die bis Ende Mai produziert wurden. Laut einer internen Mitteilung des Konzerns an die Händler heisst es: „Wir untersagen Ihnen, die betroffenen Fahrzeuge zuzulassen oder an Kunden auszuliefern, bis eine entsprechende Abhilfe in den Servicebetrieben verfügbar und an den Fahrzeugen umgesetzt ist.“ n-tv.de

Deutschland drohen Milliardenzahlungen: In den kommenden Jahren drohen der Bundesrepublik Kosten zwischen fünf und dreißig Milliarden für Zahlungen an andere EU-Länder, falls man hierzulande die Klimaschutzpolitik nicht in den Griff bekommt. Inzwischen ist das Finanzministerium alarmiert. tagesspiegel.de

Astronautennahrung für Kühe: Kleinstorganismen aus dem Labor könnten helfen, den weltweiten Flächenverbrauch der Landwirtschaft und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Industriell hergestelltes Proteinpulver aus Bakterien, Hefen, Pilzen oder Algen könnte proteinreiche Ackerpflanzen wie Sojabohnen ersetzen. wiwo.de

Keine Plastik-Einwegprodukte mehr im Hotel: Die spanische Hotelgruppe Meliá Hotels International (MHI), die weltweit 380 Häuser betreibt, wird bis Ende des Jahres Plastik-Einwegprodukte in all ihren Hotels abschaffen. In einem laufenden Prozess werden Plastikflaschen, Becher, Tüten, Strohhalme und Untersetzer durch biologisch abbaubare oder umweltfreundliche Alternativen ersetzt. gastgewerbe-magazin.de

Kohledemonstration in Berlin: Stop Kohle – deine Hände für den Klimaschutz“ so das Motto der Demonstration, die am Sonntag in Berlin stattfand. Zwei Tage bevor die Kohlekommission ihre Arbeit aufnimmt, forderte das Bündnis aus Grünen, Greenpeace, BUND und Campact ein Sofortprogramm für die Einhaltung der Klimaschutzziele. Kritik an der Veranstaltung kam im Vorfeld von der IGBCE. „Sich in die Kommission berufen zu lassen und gleichzeitig die üblichen Parolen aufzufahren, lässt uns daran zweifeln, ob alle Akteure die Autorität für sachgerechte Lösungen mitbringen werden“, hieß es aus Gewerkschaftskreisen. taz.de, tagesspiegel.de

Buchtipp der Woche:  

Mobilitätssuffizienz – Grundlagen – Messung – Förderung. Suffizientes Mobilitätsverhalten, also das Bemühen um einen möglichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch –  funktioniert im Alltag und kann die Treibhausgasemissionen unserer Alltagsmobilität heute schon um fast zwei Drittel senken. Das ist das ermutigende Ergebnis einer Fallstudie mit 32 Erwachsenen.  Durch Effizienz- und Konsistenzstrategien dagegen konnten Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich in Deutschland bisher nicht gesenkt werden. Demgegenüber kann Suffizienz – durch ein verändertes Konsumverhalten und einen dadurch verringerten Ressourcenaufwand und Umweltverbrauch – die Schädigung der Umwelt deutlich reduzieren.
Markus Profijt definiert in seiner Studie erstmals, wie die Mobilitätssuffizienz und die dafür geeigneten Handlungsoptionen gemessen werden können. Die Ergebnisse seiner empirischen Pilotstudie zeigen, wie die Mobilitätsbedürfnisse und das Mobilitätsverhalten suffizient handelnder Personen aussehen. Aus seinen Analyseergebnissen entwickelt er Handlungsempfehlungen für die kommunale Praxis zur Förderung der Mobilitätssuffizienz. oekom.de

Hyundai und Audi: Kooperation bei der Entwicklung von Brennstoffzellen. bizz-energy.com
Energie-Unternehmerverbände: Schlechtes Zeugnis für die ersten 100 Tage Regierungsarbeit. iwr.de
Endlagersuche: Unabhängigkeit der Kommission in Gefahr. sueddeutsche.de
Norwegen: Inlandsflüge sollen elektrifiziert werden. spiegel.de
E-Roller: Markt wächst allein im ersten Quartal um über 50 Prozent. t3n.de
Energieeffizienz: Steigerung um ein Drittel bis 2030. faz.net
Berlin: Einen Monat ohne Auto, Bezirk versucht neue Formen der Mobilität. morgenpost.de
Autobatterien: Batterietauschsystem wieder in der Diskussion. klimarreporter.de 
Rotterdam: Tanker verliert Öl, Verschmutzung von Stränden befürchtet. dlf24.de
Hannover-Rück: Trennung von Kohleinvestments. bizz-energy.com

WÖRTLICH GENOMMEN

„Klimaschutz kann nur erfolgreich sein, wenn er die Betroffenen mitnimmt. Wir können nicht beschließen, dass in ganzen Regionen auf längere Sicht zehntausende Jobs wegfallen und die Menschen müssen in die Röhre gucken. Wir müssen zwingend die Frage beantworten, was in diesen Regionen nach der Kohle kommt, welche Verkehrsinfrastruktur notwendig ist und welche Industrien und Forschungsinstitute angesiedelt werden können.“
Svenja Schulze, Bundesumweltministerin (SPD), die Ministerin glaubt, dass man  im Rheinischen Revier bei der Strukturentwicklung schon deutlich weiter ist als in den beiden ostdeutschen Regionen. Da sei der Bedarf an neuen Ansiedlungen und neuen Jobs deutlich größer. Es gehe um viele Beschäftigte und deren Familien. In den deutschen Braunkohle-Tagebauen und Kraftwerken arbeiteten rund 20.000 Menschen. Hinzu kämen Zulieferer und Dienstleister. fr.de

„Wasserwerke und Kläranlagen sind kein Reparaturbetrieb für gesellschaftliches und wirtschaftliches Fehlverhalten. Damit Spurenstoffe nicht zu einem ernsthaften Problem werden, müssen strengere Gesetze zum Schutz des Wassers her. Gleichzeitig müssen die Verursacher stärker in die Pflicht genommen werden“
Nathalie Leroy, Chefin der Hamburger Wasserwerke, das Unternehmen fordere strengere Regeln für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, vor allem wünsche man sich aber ein Verbot von Stoffen, die nicht biologisch abbaubar seien und keinen gesellschaftlichen Nutzen haben. Gemeint sei damit Mikroplastik, das mit Kosmetika ins Abwasser gelange. geo.de

MEHR WISSEN

Städte wollen weg von der autogerechten Stadt: Der deutsche Städtetag will mehr Lebensqualität schaffen. In Städten sollen Lebensräume zurückgewonnen werden, in denen bislang Autos stehen. Es geht um attraktive, integrierte Verkehrskonzepte, bei denen man bereit ist auf das individuelle Auto zu verzichten und auf öffentliche Nahverkehrsträger umzusteigen. Auf vernünftige Fahrradsysteme, auf neue und moderne, digital gesteuerte Systeme. Um die Systeme umzubauen, bedarf es rund 20 Milliarden zusätzlich. deutschlandfunk.de

Schmutzpumpe und Luftreiniger: Die atmosphärischen Auswirkungen der vom Menschen verursachten Luftverschmutzung aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Biomasse in Südasien wird während der Trockenzeit Jahr für Jahr auf Satellitenbildern offensichtlich: Zwischen Dezember und März zieht sichtbar verschmutzte Luft, in der wissenschaftlichen Literatur auch einfach als „atmospheric brown cloud“ bekannt, von Indien aus über den Indischen Ozean. fair-economics.de

Direktverkauf von Strom aus kleinen Anlagen: Die deutschen Besitzer von Ökostromanlagen müssen umdenken. Die Zeiten, in denen die Erzeuger einen Festpreis für die Einspeisung von Ökostrom ins Netz erhielten, läuft langsam aus.  So werden laut Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) bis 2025 Wind-, Solar- und Biogasanlagen mit einer Leistung von knapp 18 Gigawatt für ihren Strom keine feste Vergütung mehr bekommen. Hunderttausende kleine Ökostromproduzenten müssen ihre Elektrizität dann anders verkaufen. Im Münsterland steht ein Beispiel, wie es gehen könnte. spiegel.de

Primaten in Gefahr: Wenn Primaten aussterben, ist das ein Signal dafür, dass diese Lebensräume auch für Menschen nicht mehr nutzbar sein werden fair-economics.de
Mikroplastik: Projekt will Mikroplastik in Wasser genauer nachweisen. fona.de
Antarktis: Eisverlust bewirkt rapiden Landanstieg. spektrum.de

DAS LETZTE:

Nachts wird es emotionaler: Nicht nur US Präsident Donald Trump twittert, doch während der Mann im Weissen Haus meistens am Morgen seine Tweets absetzt, wandelt sich bei den meisten Usern Abends und in der Nacht der Sprachstil. Er wird  emotionaler und impulsiver.  Eine Studie, bei der 800 Millionen Tweets untersucht wurden, zeigt, dass sich die Sprache im Tageszyklus stark, allerdings auch vorhersehbar wandele. heise.de

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