FAIReconomics Newsletter KW 30 NACHRICHTEN

Autokartell: Im Rahmen des Dieselskandals hat jetzt „Der Spiegel“ berichtet, dass es ein groß angelegtes Autokartell in Deutschland gibt. Dabei geht es nicht nur um den Verdacht der EU Wettbewerbskommission, dass die Tanks für das Harnstoffgemisch AdBlue, das Dieselrückstände sauber verbrennen soll, in nahezu allen Modellen zu klein seien, sondern viel weiter angelegte Absprachen. Jetzt wird die EU-Kommission ermitteln. spiegel.de,   automobilwoche.de tagesspiegel.de 

CDU/CSU stellen Klima-und Energiepolitik vor: Unter dem Titel „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.“ haben CDU/CSU ihr Wahlprogramm vorgestellt. Die Themen Energiewende und Klimaschutz nehmen in dem 75-seitigen Papier nur wenig Raum ein. Es finden sich Aussagen zum Thema Energiewende und Klimaschutz. Letzteres wird auf  drei Seiten unter dem Begriff „Gutes Klima auch für morgen“ abgehandelt. iwr.de   , cdu.de

Energiepolitik zu Lasten Europas: Die USA hätten den eigenen Gasexport zur Priorität erklärt, um die heimische Wirtschaft und die eigene Außenpolitik zu stärken. Dazu gehörten die Ablehnung der Gasleitung Nordstream 2, durch die russisches Gas nach Westeuropa fließen soll, sowie mit der russischen Ukrainepolitik begründete Sanktionen gegen russische Energiekonzerne, meint DIW-Energiemarktexpertin Claudia Kemfert. Ähnlich sehen die der deutsche und der österreichische Außenminister. Die beiden formulierten in einer Stellungnahme ziemlich direkt, dass es den USA in erster Linie um den Verkauf amerikanischen Flüssiggases und die Verdrängung russischer Erdgaslieferungen vom europäischen Markt gehe. n-tv.de, faz.net  

Rund 8 Milliarden Tonnen Plastik sind weltweit nach Schätzungen seit Erfindungen dieses Kunststoffes weltweit produziert worden. Diese 8 Milliarden Tonnen entsprächen dem Gewicht von 822.000 Eiffeltürmen. Bis zum Jahr 2050 werde sich die Menge an Plastikmüll auf etwa zwölf Milliarden Tonnen vergrößern. Das allermeiste Plastik befindet sich nach wie vor in der  Umwelt n-tv.de

Golfstrom im Moment stabil: In den kommenden Jahren droht kein Abbruch der Golfstromzirkulation, ein Grund zur Entwarnung ist das aber nicht. Ein plötzliches Ausbleiben der Golfstromzirkulation ist nach dem Stand der Forschung äußerst unwahrscheinlich. fair-economics.de,  deutsches-klima-konsortium.de  (Broschüre zum Download)

TradeFair weiter steigend: Rund 1,3 Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr für fair gehandelte Produkte ausgegeben, 14 Prozent mehr als im Vorjahr.  Dennoch bleibt FairTrade nach wie vor ein Nischenmarkt. inforadio.de

Neuer Wasserstoffspeicher: Forscher am  Schweizer Paul Scherrer Instituts PSI und des Materialforschungs-Instituts Empa haben ein Material entwickelt, das für die Speicherung von Wasserstoff in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen könnte. Die Wissenschaftler haben eine höhere Effizienz nachgewiesen und vor allem auch demonstriert, dass und wie sich das neue Material zuverlässig in großen Mengen herstellen lässt. iwr.de

Nachhaltiges Bauen: Als erstes Gebäude weltweit erhielt das neue Berliner 50Hertz-Netzquartier von love architecture and urbanism die DGNB Auszeichnung Diamant. detail.de

Buchtipp der Woche: Raubbau an der Seele – Psychogramm einer überforderten Gesellschaft. Der moderne Mensch betreibt doppelten Raubbau – an seinen physischen wie psychischen Ressourcen. Zu Verschmutzung und Übernutzung unserer Um-Welt gesellt sich immer öfter eine lähmende Erschöpfung des Ich; aus Homo sapiens wurde Homo consumens, dem Überfluss folgte Überdruss. Im Umgang mit der Überforderung, die viele Ursachen kennt – Perfektionismus, Schnelllebigkeit, Gier –, zeigen sich verschiedene Facetten: die einen reagieren mit Burnout und Depression, die anderen mit aggressiven Verhaltensweisen wie Mobbing, Narzissmus oder schlichter Wut. Verleugner sind sie alle: Statt Probleme als Teil des Lebens zu begreifen, suchen wir Befriedigung im schnellen Konsum oder greifen zur Pille. Dabei ist es längst an der Zeit, unser Leben wieder mit Sinn zu füllen, so Autor Wolfgang Schmidbauer: handwerkliches Tun wäre ebenso ein Rezept wie Entschleunigung und die Aufwertung sozialer Kontakte. In der Summe gewännen wir so »psychische Resilienz« und damit jene Energie, die wir benötigen, um uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen zu können. oekom.de

Elektromobilität: Norwegen als Vorreiter manager-magazin.de
Schulbücher: Falsche Empfehlungen zum individuellen Klimaschutz klimaretter.info
EU-Kommission: Zehn Jahre weiter Glyphosat  welt.de
Klimaagenda 2020: BUND und VCD kritisieren Merkel  bund.net
Europäischer Energiemarkt: EU-Kommission legt Bericht vor  ec.europa.eu
Effizienzhaus Plus: Erste Siedlung in Deutschland fertiggestellt stadt-und-werk.de
Chemikalien im Trinkwasser:  Perfluorcarbone – sogenannte PFC sind auch im Trinkwasser zu finden. Das Problem, sie sind kaum abbaubar. spektrum.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Das Gesetz hält nicht, was es verspricht.“
Barbara Metz, stellvertretende Geschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH), über das 2016 verabschiedete Elektrogesetz, das vorsieht, dass mehr Elektrogeräte den Weg in Recyclingbetriebe finden. Doch nur  70.000 Tonnen Elektroschrott seien im vergangenen Jahr von den Händlern eingesammelt worden, bei rund 723.000 Tonnen erfasstem Schrott insgesamt. „Das sei ein Tropfen auf den heißen Stein.“ taz.de

„Grüne Energie ist sehr wichtig und die Ölindustrie muss sich selbst dahingehend wandeln. Der französische Konzern Total zum Beispiel ist der große Öl- und Gaskonzern Afrikas und investiert vermehrt in erneuerbare Energien. Sie sehen, dass dies die Zukunft ist. Auch die Entscheidung der Afrikanischen Union in grüne Energie zu investieren ist richtig. Dieser Gedanke, der in Afrika vorherrscht, dass Ölförderung und der Ölverkauf ausreichen, um den Kontinent nach vorne zu bringen, muss aufhören. Wir müssen in die Zukunft schauen und das Wundervolle an der Entwicklung von erneuerbaren Energien ist, dass wir alle bei Null anfangen – Industriestaaten, Schwellen- und Entwicklungsländer. Wir fangen alle zur selben Zeit und mit den gleichen Technologien an.“
NJ Ayuk,  führender Anwalt im afrikanischen im Öl- und Gasgeschäft in Afrika. Der beste Weg, um den Ressourcenfluch umzukehren sei-  das Geld, das durch die Ölförderung erwirtschaftet werde, dafür zu nutzen, die komplette Lieferkette zu sichern und andere Bereiche zu entwickeln. Wenn die nigerianische Regierung zum Beispiel eine Milliarden Dollar aus den Ölgewinnen nehnme und in die Entwicklung der Landwirtschaft stecke, reiche das nicht aus. Man müsse auch ein Umfeld schaffen, in dem sich andere Wirtschaftszweige entwickeln könnten.  dw.com

MEHR WISSEN

Walfang auf den Lofoten: Norwegen stimmte vor  35 Jahren gegen die Vereinbarung der Internationale Walfangkommission (IWC) den kommerziellen Walfang auszusetzen. Bis 1992 hielt sich das Land daran, dann nahm das nordische Land den Walfang wieder auf. Dennoch geht es den norwegischen Walfängern schlecht, denn der Export von Walfleisch ist in die meisten Länder verboten. süddeutsche.de

Ökosysteme in Klimakammern: Digitalisierung und Computer machen es möglich über Sensorennetzwerke in großen Klimakammern wichtige ökologische Fragen zu beantworten. Beispielsweise wie sich ein Ökosystem durch invasive Arten verändern kann.  faz.net

Frei werdendes Methangas hat Auswirkungen aufs Klima: Der auftauende Dauerfrostboden in arktischen Regionen könnte in doppelter Hinsicht zur Verstärkung des Treibhauseffektes führen: Zum einen erhöht sich mit wärmerer Umwelt die oberflächennahe Produktion des Treibhausgases Methan durch Mikroben. Zum anderen öffnet der tauende Untergrund zunehmend Austrittspfade für uraltes Methan.  fair-economics.de

Kenia: Mülltrennung in Afrika deutschlandfunk.de
Bali: Umstrittener Hotelturm in der Nähe des wichtigsten Inselheiligtums handelsblatt.com , tagesschau.de
Frankreich:  neuer Umweltminister mit radikalen Forderungen  derstandard.at
urgewald: NGO feiert 25jähriges Jubiläum wn.de

DAS LETZTE:

Google-Fahrräder verschmutzen die Umwelt: Das Unternehmen Google stellt seinen Mitarbeitern kostenfrei bunte Fahrräder zur Verfügung, um auf dem Firmengelände schneller unterwegs zu sein. Rund 1000 Drahtesel davon sind unterwegs.  Doch immer mehr Fahrräder landen nicht dort, wo sie hingehören. Inzwischen haben Umweltschützer rund 15 der bunten Drahtesel in einem ausgetrockneten Flussbett gefunden. Da die Bewegung der Fahrräder nicht digital aufgezeichnet werden, landen viele Velos an Orten, an denen sie nichts zu suchen haben.  motherboard.vice.com

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