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Guterres FAIReconomics Newsletter KW 51 NACHRICHTEN: Madrids schlechter Klimakompromiss, Deutschland Mittelmaß, Energiewende bei Gebäuden kommt nicht voran, dreckige Politiker Autos, Neues aus dem Bundestag Newsletter

Antonio Guterres, der UN Generalsekretär ist unzufrieden mit dem Ergebnis der Madrider Klimakonferenz. (Foto: UNFCCC)

Klimakonferenz einigt sich auf schlechten Kompromiss: So lange wurde bei einer Klimakonferenz noch nie überzogen, mehr als 40 Stunden länger als geplant, tagte die Klimakonferenz in Madrid. Das Resultat ein minimaler Kompromiss, lange Zeit schien es sogar, dass es überhaupt kein Ergebnis geben würde. Besonders stark umkämpft war der Artikel 6 des Paris Abkommens, hier konnte man sich nicht einigen. Der Abschnitt sieht vor, dass aus Marktmechanismen zur Steigerung und Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge, der sogenannten NDCs, herangezogen werden können. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Verschmutzerland einem Entwicklungsland Klimaschutz finanziert, um dort die Nutzung fossiler Energieträger zu verringern, und sich diese Emissionseinsparung auf sein NDC anrechnen lassen kann. Auch umstritten, ob die unter dem Kyoto-Protokoll vergebene Verschmutzungsrechte im Rahmen des Paris Abkommens weiter gelten sollen. Umweltverbänden glauben, dass dies ein Schlupflöcher etwa für Doppelzählungen sein kann und somit die Paris Vereinbarung unterlaufen könnte. Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist „enttäuscht von dem Ergebnis der #COP25. Die Internationale Gemeinschaft hat eine wichtige Chance verpasst, die Ambition für #Klima-Schutz, -Anpassung & -Finanzierung zu steigern. Aber wir dürfen & ich werde nicht aufgeben.“  welt.deklimareporter.de , faz.net,   @antonioguterres  , alle Originaldokumente zur Weltklimakonferenz

Europas Green Deal verabschiedet: Mit Ausnahme von Polen, das aufgrund seiner hohen Energieabhängigkeit von der Kohle einen Sonderstatus erhält, nun hat sich die EU auf Klimaneutralität bis 2050 geeinigt. Auf Drängen Tschechiens wurde darüber hinaus festgeschrieben, dass „einige Mitgliedstaaten“ in ihrem Energiemix auch Atomkraftwerke einsetzen. Vor allem Polen, Tschechien und Ungarn hatten eine Einigung zunächst blockiert; die drei Länder sind bisher von der wenig klimafreundlichen Kohle abhängig. Durch den Green Deal werden aber auch Unternehmen neu rechnen müssen – Deutsche Unternehmen etwa wie Daimler, die schon bislang ihre CO2-Emissionen nicht im Griff hatten, dürften nun erst recht nervös werden. dw.com wiwo.de ,

Rund 563 Quadratkilometer Wald wurden in Brasilien allein im November 2019 vernichtet. Die  Entwaldung in dem südamerikanischen Land  stieg um 104 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 8974 Quadratkilometer Wald wurden in den ersten elf Monaten dieses Jahres abgeholzt. Das entspricht der Größe Puerto Ricos. dw.com

Deutschland nur Mittelmaß: Beim „Klimaschutz-Index“ von germanwatch bleiben bei den 57 untersuchten Ländern die ersten drei Plätze frei.  An der Spitze bewegen sich anschließend Schwe­den, Dänemark und Marokko. Doch es gibt auch Gutes zu vermelden: „Der neue Klima­schutz-Index zeigt Anzeichen für eine globale Wende bei den Emissionen“, sagt Ursula Hagen von Germanwatch. „Aktuell verzeichnet mehr als die Hälfte der großen Emittenten einen sinkenden CO2-Ausstoß.“ Deutschland bleibt trotz Verbesserung, auf einem Platz im Mittelfeld. Schlechte Noten gab es beim Ausstoß von Treibhausgasen und Energieverbrauch pro Kopf, für die Klimapolitik blieb es Mittelmaß. zdf.de

Energiewende im Gebäudebereich stoppt: Eine Aus­wer­tung des Energiedienstleisters Techem zeigt, dass die Energiewende im Gebäudebereich nicht vorankommt, sondern  dass die Werte sogar steigen. In den vergangenen drei Jahre beträgt der Anstieg beim Erdgas 5,8,  beim Heizöl  8,5 und bei der Fernwärme 4,9 Prozent. In der Studie wird erwähnt, dass der Anstieg des Verbrauches auch mit der Sinken der Energiepreise zu tun haben kann. techem.de , spiegel.de

Vorbild Dänemark: Das neue dänische Klimagesetz, „Klimalov“ genannt. ist im internationalen Vergleich vorbildlich und wird von einer breiten Front der Parteien aber auch gesellschaftlich mitgetragen. Zudem will das skandinavische Land seine Klimaschutzziele ohne Atomenergie erreichen. Weiteres Ziel des Gesetzes: Die Dänen wollen die gesamte CO2-Reduktion soll auf dänischem Boden erreichen und nicht etwa über den internationalen Handel mit Verschmu­tzungs­­rechten. taz.de

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Digitalisierung ist Energiefresser: Dass das Internet ein Energiefresser ist, ist nicht neu, rückt aber erst jetzt in das Bewusstsein vieler Verbraucher. 3o Minuten einen Streamingdienst anzuschauen, verbraucht genausoviel Energie wie eine Autofahrt über sechs Kilometer. Sowohl die EU Kommission hat das erkannt, als auch hierzulande die Grünen. In einem Antrag im Bundestag fordert die Fraktion neue Konzepte und Vorgaben gegen Umweltprobleme der Digitalisierung. „Eine Digitalisierung ohne ökolo­gische Leitplanken versteigt  und beschleunigt den bestehenden Trend zu steigendem Ressourcenver­brauch und Emissionen“. Die Digitalisierung könne sich zum Treiber der Klimakatastrophe entwickeln, heißt es weiter. . Ein wesentlicher Hebel für die Grünen: eine CO2-Bepreisung.  taz.de ,  faz.net  (Europa/Vestager)

BUCHTIPP DER WOCHE:

Bildschirmfoto-2019-12-15-um-10.39.09-300x202 FAIReconomics Newsletter KW 51 NACHRICHTEN: Madrids schlechter Klimakompromiss, Deutschland Mittelmaß, Energiewende bei Gebäuden kommt nicht voran, dreckige Politiker Autos, Neues aus dem Bundestag Newsletter Management solidarökonomischer Unternehmen  – Ein Leitfaden für Demokratie und Nachhaltigkeit

Offene Nähwerkstatt, Umsonstläden und Repair-Cafés sind kleine Beispiele für die wachsende Zahl von alternativen Wirtschaftsinitiativen. Aber nicht nur die Bedeutung solidarökonomischer Unternehmen nimmt zu, auch in gewinnorientierten Unternehmen werden die Methoden der solidarischen Ökonomie, wie z.B. Holacracy, Soziokratie oder Gemeinwohlbilanz zunehmend nachgefragt. Das Buch beleuchtet Fragen der Solidarökonomie aus Managementperspektive. schaeffer-poeschel.de

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Elektrogeräte: Die Grüne fordern ein Recht auf Reparatur. sueddeutsche.de
Dänemark: Künstliche Insel zur Produktion von Wasserstoff geplant. bluewin.ch
Alu-Deo Hysterie: Völlig übertrieben. zeit.de 
Coca Cola: Will Brunnen für 350.000 Kubikmeter Wasser in Niedersachsen bauen. ndr.de
Klimaforscher:  Wird Präsident der Nationalakademie Leopoldina. faz.net
Berlin: Bundesland beschließt Klimanotlage. rbb24.de
EU: Genehmigt Subventionen zur Batterieförderung. zeit.de
Finanzmärkte: Unterschätzen Klimarisiken. faz.net
Bayer: Bis 2030 klimaneutral. handelsblatt.com
Trump: Sanktionen gegen Northstream 2. ndr.de

MOBILITÄT:

Dreckige Politiker-Dienstwagen in Deutschland:  Jedes Jahr veröffentlich die Deutsche Umwelthilfe den Dienstwagencheck. Kein einziger der 237 in unserer Dienstwagenumfrage untersuchten Wagen hält den seit 2015 geltenden EU-Flottengrenzwert von CO2 im Realbetrieb ein, heisst es in einer Mitteilung der DUH.  Erstmals stiegen die Klimagas-Emissionen sogar an. So fährt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, den schmutzigsten Dienstwagen aller deutschen Länderchefs. Der Regierungschef mit dem saubersten Dienstauto ist der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte, der einen Benzin-Elektro-Hybrid fährt. Grünen-Politiker schneiden übrigens am besten ab: Sie fahren die klimaverträglichsten Fahrzeuge, CDU-Politiker die dreckigsten Wagen. In der Bundesregierung benutzt Verkehrsminister Andreas Scheuer ein Fahrzeug, das laut DUH den höchsten realen CO2-Ausstoß hat.  zeit.de ,  rbb24.de

Schiffe schaden der Umwelt: Schiffe, die EU-Häfen anliefen, haben im vergangenen Jahr 139 Millionen Tonnen CO2 in die Luft geblasen. Das ist etwas weniger als die gesamten Niederlande an Emission ausstoßen. Bemerkenswert, die Mediterranean Shipping Company (MSC) stieß im Jahr 2018 elf Millionen Tonnen CO2 aus, mehr als etwa Ryanair. zeit.de

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Eher wenig Brücken: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will Radverkehr auf Brücken von Autobahnen und Bundes­stra­ßen ermöglichen. Betriebs­wege auf Brücken sollen künftig in einer Breite angelegt werden können, „die eine Benutzung durch den öffentlichen Radverkehr gewährleistet“. Die Pläne zielen vor allem auf Brücken über Flüsse und Kanä­le. Von der Neurege­lung könnten so „circa drei Brückenbauwerke jährlich“ betroffen sein. rnd.de

Vision Zero: Die Bundesregierung soll das Ziel „Vision Zero“ als Leitgedanken in die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) aufnehmen. Das fordern die Koalitionsfraktionen in einem Antrag (19/15779), der am Donnerstag auf der Tagesordnung des Bundestages steht. Die Große Koalition habe sich in ihrem Koalitionsvertrag zu dem gemeinsamen Ziel „Vision Zero“ im Straßenverkehr – mittelfristig die Anzahl der Verkehrstoten auf null zu senken – bekannt, schreiben die Abgeordneten. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse der Straßenverkehr für ungeschützte Verkehrsteilnehmer sicherer werden. Daher hätten die Regierungsfraktionen im Koalitionsvertrag vereinbart, die StVO in dieser Legislaturperiode zu überprüfen und fahrradgerecht fortzuschreiben.

Unions- und SPD-Fraktion begrüßen daher „ausdrücklich die Initiative des Bundesverkehrsministeriums, das die Vereinbarung des Koalitionsvertrages zeitnah aufgegriffen und einen Entwurf zur Novellierung der StVO vorgelegt hat“. Es sei richtig, mit der Ergänzung von Paragraf 5 die Einhaltung eines ausreichenden Sicherheitsabstands beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer festzuschreiben, befinden die Abgeordneten. Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fußgängern, Fahrradfahrern und Fahrern von Elektrokleinstfahrzeugen betrage der Seitenabstand innerorts künftig mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens 2 Meter. Befürwortet wird auch, dass Lkw mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t innerorts künftig Schrittgeschwindigkeit beim Rechtsabbiegen einhalten müssten. Positiv bewerten die Koalitionsfraktionen, dass zum Schutz des Radverkehrs die Bußgelder für das Halten von Kraftfahrzeugen auf Schutzstreifen und in zweiter Reihe sowie für verbotswidriges Parken auf Geh- und Radwegen erhöht werden sollen.

Fahrplanwechsel: Mehr Züge, mehr Fahrten und günstigere Preise verspricht die Bahn zum Fahrplanwechsel gestern. Zwischen Hamburg und dem Ballungsraum Rhein-Ruhr gibt es 15 Prozent mehr Verbindungen. deutschlandfunk.de
Peugeot 2008: Interessant als Elektrovariante. sueddeutsche.de 
Greta: Irritation über Zugfahrt mit der Deutschen Bahn. spiegel.de

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG

Sustainable Finance mit Transparenz: Die Arbeit des Sustainable Finance-Beirates der Bundesregierung soll transparenter werden, und die Diskussion zur Nachhaltigkeit soll in die breite Öffentlichkeit getragen werden. Die Öffentlichkeit könne sich damit auch ein Bild über die Arbeit des Beirates verschaffen, heißt es in einem Antrag der FDP-Fraktion (19/15769). Die Fraktion schließt sich auch der Forderung des regierungseigenen Rates für nachhaltige Entwicklung an, der verlangt hatte, die Protokolle zu den Sitzungen des Sustainable Finance-Beirates zu veröffentlichen, um „die Beratungen aus den Hinterzimmern von Bundesregierung und beteiligten Interessengruppen, betroffenen Einzelunternehmen beziehungsweise involvierten Personen stärker an die Öffentlichkeit anzubinden“. Außerdem kritisieren die Abgeordneten die mangelnde Beteiligung des Bundestages an der Arbeit des Sustainable Finance-Beirates. Daher soll für jede Fraktion im Deutschen Bundestag ein Mitgliedsstatus für jeweils einen Vertreter beziehungsweise eine Vertreterin eingerichtet werden. Die Abgeordneten weisen außerdem darauf hin, dass die deutsche Finanzaufsicht, die Bundesbank sowie die Finanzverbände in dem Beirat lediglich Beobachterstatus hätten.

Gerechtes Klimarestbudget gefordert: Die Fraktion Die Linke fordert in einem Antrag (19/15775), dass Deutschland sein Treibhausgas-Restbudget als gerechten Beitrag zur Erfüllung des Übereinkommens von Paris berechnet und ihn öffentlich bekannt gibt. In der Konsequenz sollten auch „alle nationalen Klimaschutzziele und Klimaschutzmaßnahmen an das gerechte Treibhausgas-Restbudget“ angepasst werden, heißt es darin weiter. Die Abgeordneten fordern die Bundesregierung weiter auf, sich bei den internationalen Klimaschutzverhandlungen bei anderen Vertragsstaaten für die Einhaltung des Grundsatzes der Klimagerechtigkeit einzusetzen und Klimaschutz und Gerechtigkeit zusammenzuführen und keine neuen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Ungerechtigkeiten zu verursachen.

Sofortprogramm Saubere Luft: Die Bundesregierung listet in ihrer Antwort (19/14182) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/13318) die Städte und Kommunen auf, die im Jahr 2018 und im Jahr 2019 Fördermittel aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020“ beantragt haben. Bei den Förderungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) seien im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017 -2020“ im Jahr 2018 119 Projekte abgelehnt und 419 Projekte genehmigt worden, heißt es in der Antwort. Im Zeitraum von Januar bis Juni 2019 seien 90 Projekte abgelehnt und 173 Projekte genehmigt worden. In der Vorlage führt die Regierung auch die abgelehnten Projekte sowie die Gründe für deren Ablehnung auf.

Anpassungsstrategie an den Klimawandel: Die von der Bundesregierung 2008 beschlossene „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ ist aus Sicht der Klimawissenschaftlerin Daniela Jacob „gut und sinnvoll“. Das machte Jacob, Direktorin des Climate Service Centers Germany, am Mittwochabend während einer öffentlichen Sitzung des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung deutlich. Insbesondere im Bereich der interministeriellen Zusammenarbeit sei die Anpassungsstrategie „extrem wertvoll und gut funktionierend“, befand sie. Gestärkt werden müsse jedoch der „cross-sektorale Ansatz“ ebenso wie die Datentransparenz. Mit Blick auf die internationale Klimaentwicklung betonte Jacob, Hitze und Dürre würden ebenso zunehmen wie Starkregen. Derzeit befände sich die Welt auf dem Weg zu einer Vier-Grad-Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts. Es müsse geschaut werden, „ob unsere Infrastruktur dafür ausgelegt ist“. Die Straßen sowie die Wasser- und Energienetze seien mit den Daten von vor 50 Jahren angelegt worden. Jetzt gebe es aber andere Variabilitäten. „Das heißt, wir müssen uns auf das einstellen, was sich schon verändert hat und das bei der Erneuerung der Infrastruktur mitdenken“, sagte Jacob. Ansonsten werde die Infrastruktur künftig immer häufiger ausfallen. Die Anpassung sei machbar „und billiger, als das Risiko in die Zukunft zu verschieben“, urteilte sie. bundestag.de

Kampagne für Nachhaltigkeitsziele:  Die fast ausschließlich digitale Informationskampagne www.dieglorreichen17.de soll nach Angaben der Bundesregierung einer breiteren Öffentlichkeit die globalen Nachhaltigkeitsziele und deren Bedeutung für die Zukunft des Planeten nahebringen. Im zweiten Jahr der Kampagne solle insbesondere mit „motivierenden Best-Practice-Videos und interaktiven Elementen ein Umdenken in der Bevölkerung“ erreicht werden, schreibt die Regierung in einer Antwort (19/15606) auf eine Kleine Anfrage (19/15095) der AfD-Fraktion. Mit der Entwicklung und Umsetzung der Kampagne habe das Bundespresseamt seine Rahmenvertragsagenturen nach den geltenden Vertragsbestimmungen betraut. So habe die Medienagentur Zum goldenen Hirschen GmbH die Kampagne entwickelt. Die bisher entstandenen und abgerechneten Kosten für die Entwicklung und Umsetzung abzüglich der Einnahmen durch die Rabattierung beliefen sich auf rund 1,211 Millionen Euro.

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Rückbau von Atomkraftwerken: Zum 31. Dezember 2018 waren 21,9 Milliarden Euro Rückstellungen für die Abfallverarbeitung, den Nach- und Restbetrieb und den Abbau von Atomkraftwerken vorhanden. Die Prüfung der AKW-Betreiber durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) führte zu keinen Beanstandungen, schreibt die Bundesregierung in dem als Unterrichtung (19/15495) vorliegendem Bericht zum Rückbau von Kernkraftwerken. Alle Betreiber seien ihrer Auskunftspflicht im Berichtsjahr 2018 fristgerecht und vollständig nachgekommen.

Alleen gut für Insekten: Baumreihen und Alleen entlang von Straßen, Schienen oder Wasserstraßen haben nach Aussage der Bundesregierung einen positiven Einfluss auf den Lebensraum von Insekten. Das geht aus der Antwort der Regierung (19/14577) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/13671) hervor. Baumreihen und insbesondere Alleen an Verkehrswegen würden als gliedernde und belebende Elemente zur Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft beitragen und seien dadurch „Teil des natürlichen und kulturellen Erbes vieler Regionen, für die Fachverwaltungen in besonderer Weise Verantwortung tragen“, heißt es in der Antwort. Daneben erfüllten sie vielfältige Aufgaben im Natur- und Landschaftshaushalt. Baumreihen und Alleen hätten, insbesondere wenn es sich um gebietseigene Gehölze handelt, positiven Einfluss auf den Lebensraum von Insekten, Vögeln, Kleinsäugern und anderen gehölzbewohnenden Tieren. Aufgrund ihrer Filterfunktion minimierten sie die Emission von Stäuben und Gasen aus dem Betrieb des Verkehrsweges, schreibt die Regierung.

WÖRTLICH GENOMMEN

„Das waren harte Verhandlungen in Madrid. Leider werden die Ergebnisse den dringend nötigen Fortschritten beim Klimaschutz nicht gerecht. Ich bin aber froh, dass wir alle Versuche abwehren konnten, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzuweichen. In Madrid hat sich erneut gezeigt: Es braucht viel Kraft, die Staaten der Welt zusammenzuhalten. Wenn wir die Erderhitzung erfolgreich bekämpfen wollen, ist aber Zusammenhalt, ist der gemeinsame Wille zum Handeln unverzichtbar. „

Svenja Schulze, Bundesumweltministerin kritisiert die Ergebnisse der Klimakonferenz in Madrid, die Bremser dürften nicht den Takt vorgeben. In Madrid hätten am Ende alle zum Pariser Klimaabkommen gestanden, aber man müsste schneller werden bei der Bekämpfung des Klimawandels. Jetzt gelte es, nach vorne zu schauen. Europa werde 2020 mit gutem Beispiel vorangehen. Wir Europäer seien die erste große Volkswirtschaft, die ihre Klimaschutzzusage im nächsten Jahr deutlich anheben werde. Dafür habe es in Madrid viel Anerkennung gegeben, gerade von den kleinen Inselstaaten. Diese Zusage würde man mit der Erwartung an andere große Volkswirtschaften, nächstes Jahr ebenfalls neue Zusagen vorzulegen, verbinden. bmu.de

„Jetzt erst recht! Jetzt kommt es darauf an, dass wir Ursula von der Leyens Mondrakete zünden, also den EU-Klimabeitrag deutlich anheben und den Funken auf andere überspringen lassen. Deshalb darf die Bundesregierung beim Klimaschutz in Europa nicht weiter auf der Bremse stehen.“

Michael Schäfer, Leiter Klimapolitik beim WWF, Länder wie Australien, Brasilien und die USA hätten die nötigen Beschlüsse hier blockiert und jeden Fortschritt für mehr ambitionierte Klimaschutzziele abgeschmettert. Viele Regierungen ignorierteten die weltweiten Klimaschutzproteste ebenso wie die Realität der Erderhitzung, die schon heute durch die Zunahme von Dürren, Überflutungen und den Anstieg des Meeresspiegels die Existenzgrundlagen vieler Millionen Menschen zerstöre. Gerade weil Madrid gescheitert sei, müssten jetzt die großen Wirtschaftsmächte Verantwortung übernehmen: Beim EU-China-Gipfel im September in Leipzig komme der größte und der drittgrößte Klimaverschmutzer der Welt zusammen, gemeinsam müssten sie endlich ernst machen mit dem Kampf gegen die Erderhitzung. wwf.de

MEHR WISSEN

Verantwortungseigentum: Das Unternehmen eine soziale Verantwortung tragen, sollte Allgemeingut sein, dass Unternehmen nicht ihrem Gewinn, sondern der Gesellschaft nützen, noch nicht. Die „Stiftung Verantwortungseigentum” fordert nun gerade diesen Schritt auch rechtlich abzusichern. Unter demBegriff Verantwortungseigentum versteht man, dass sich Firmen im Unternehmenszweck nicht dem Gewinn, sondern Beispiel den Mitarbeitenden oder der Gesellschaft im Allgemeinen verschreiben. Dabei geht es darum nachhaltig und glaubhaft zu wirtschaften. Allerdings fehlt in Deutschland eine Rechtsform. Nun hat sich eine Stiftung Verantwortungseigentum gegründet. enorm-magazin.de

Lieferanten könnten mehr für Klimaschutz tun: Wenn die Zulieferer der wichtigsten globalen Marktführer ihre Zulieferer aufforderten nachhaltiger zu produzieren, könnte dies zu einer erheblichen Reduktion von Treibhausgasen führen und zum Klimaschutz beitragen. Lie­feranten produzieren mehr als fünf Mal so hohe Emissionen wie die Konzerne selbst. Zulieferer decken, laut einer Umfrage, nur zu elf Prozent ihren Strombedarf aus regenerativen Quellen, und lediglich vier Prozent haben sich ein konkretes Ziel, den Erneuerbaren-Anteil zu stei­gern.  1,3 Prozent dieser Betriebe streben mittelfristig 100 Prozent grüne Energien an. spiegel.de

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Mangrovenwälder agieren als Kohlenstoffsenke (Foto: pixabay.com)

Lagunen als Kohlenstoffsenken: Segen und Unheil liegen wie so oft na beieinander. Lagunen sind weltweit zwar an 13 Prozent der Küsten zu finden. Doch überall auf der Welt versanden sie langsam und können irgendwann nicht mehr ihrer Funktion als Kohlenstoffsenken nachkommen. fair-economics.de

Marshall-Inseln: Atombunker rotten vor sich hin. sonnenseite.com 
Grönland: Eisschild schmilzt weiter. n-tv.de
Weihnachten: Zehn Tipps für ein nachhaltiges Fest. news.de

DAS LETZTE:

Kinder glauben dem Internet weniger: Mut machend – irgendwie scheinen wir Menschen, zumindest wenn wir Kinder sind,  immer noch auf Menschen und nicht auf Maschinen geeicht: Kinder im Alter von fünf bis acht halten Informationen aus dem Internet für weniger vertrauenswürdig als wenn sie von Menschen stammen. heise.de

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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