FAIReconomics Newsletter KW 07/19  NACHRICHTEN

Deutschland verfehlt Klimaschutzziele 2020: In dem neuen Klimaschutzbericht der Bundesregierung heisst es, dass sich durch mehr als hundert Maßnahmen der CO2-Ausstoß erheblich verringerte, doch dies allein reicht nicht aus, um die Klimaziele 2020 zu erreichen. Die Verringerung der Treibhausgase beträgt etwa 32 anstatt der angestrebten 40 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 1990. Der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert erläuterte, dass die Regierung  das Minderungsziel von 40 Prozent aber „so schnell wie möglich“ erreichen wolle. Die etwa 110 Maßnahmen, die 2014 von der Bundesregierung beschlossenen wurden, bringen eine Minderung zwischen 43 und 56 Millionen Tonnen CO2.  Als Ziel war mit 62 bis 78 Millionen Tonnen Einsparung gerechnet worden. Ohne das Aktionsprogramm würde Deutschland bis zum Jahr 2020 nur auf 28 bis 29 Prozent kommen. Für 2030 gilt das Ziel von 55 Prozent weniger Treibhausemission. bmu.dezeit.de

Streit um Northstream II und Einigung: Die französische Regierung hatte sich zunächst in der vergangenen Woche gegen das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 gestellt. Die Regierung in Paris wollte am Freitag zunächst gegen den Willen Berlins für eine Verschärfung der Regeln für Pipelines aus Drittstaaten in die EU stimmen. Politisch gibt es Bedenken gegen das Projekt, gegen das nicht nur die USA und osteuropäische Staaten Front machen. Deutschland würde  durch die neue Pipeline zum Hauptverteiler für russisches Erdgas in West­eu­ropa, während Polen und die Ukraine als Transitländer für Gaslieferungen geschwächt wür­den. Nachdem die Aufregung zur Mitte der Woche groß war, einigten sich Deutschland und Frankreich auf einen Kompromiss. Die Formel: Das Land, dessen Territorium an die Importleitung angrenzt , wird zuständig für die Regulierung. Es muss sich mit anderen EU-Staaten abstimmen. Damit behält Deutschland im Namen und Auftrag der EU Oberhand über die Gasleitung Nord Stream 2. Der weitergehende Plan der EU-Kommission, die den Betrieb von Gaspipelines scharfen Kontrollen unterwerfen wollte, dürfte damit nicht mehr umgesetzt werden. dipl.gov.fr,   faz.net

8,9 Millionen Tonnen Kartoffeln sind im vergangenen Jahr geerntet worden. Grund ist die Dürre des letzten Jahres. Damit ist die Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel zurückgegangen. Die Preise sind entsprechend gestiegen. Die Erntebilanz fällt so schlecht aus, obwohl die Anbaufläche für Kartoffeln im vergangenen Jahr sogar anstieg. Mit insgesamt 252.200 Hektar erreichte die Fläche den höchsten Wert seit 2011. Niedersachsen gilt in Deutschland als das größte  Kartoffelanbauland mit knapp 47 Prozent der gesamten Erntemenge. spiegel.de

sky-3258114_640-300x146 FAIReconomics Newsletter KW07/19 NACHRICHTEN: Klimaziel 2020 gerissen, Northstream II, Netzausbau, Tierwohllabel, Lebensmittelampel, Munition im Meer, Neues aus den Bundestagsausschüssen Newsletter Wirtschaftsminister wirbt um Akzeptanz beim Netzausbau: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wirbt um Akzeptanz für den Stromnetzausbau. „Die Menschen wollen den Ausbau der erneuerbaren Energien, sie wollen aber auch bezahlbaren und immer verfügbaren Strom“, erklärte Altmaier. Das gehe aber „nur mit einem Ausbau und einer Modernisierung der Stromnetze“. welt.de

Tierwohllabel: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat ein Tierwohllabel vorgestellt. Dies soll allerdings nur auf freiwilliger Basis eingeführt werden. Das dreistufige Tierwohl-Label kommt ab 2020 in die Läden und soll zunächst nur für Schweinefleisch gelten. Tierschützer kritisieren die Unverbindlichkeit des Siegels, das nicht für alle Produkte vorgeschrieben sei. Der Präsident des Deutschen Tierschutz­bun­des Thomas Schröder sieht hier den „Grundfehler“. Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist die Kennzeichnung ein Plus für das Tierwohl, „denn die Anforderungen liegen über den gesetzlichen Mindeststandards“. Diese umfassen unter anderem eine bessere Haltung, mehr Platz und strengere Richtlinien für den Transport. taz.de

Nutriscore: Lebensmittelampel könnte man sie auch nennen und Verbraucherschützer fordern sie seit längerem. Für Joghurts, Puddings und Tiefkühlprodukte nimmt jetzt die Industrie die Entwicklung voraus, die die Politik seit längerem will. So macht Danone mit der Marke Fruchtzwerge den Anfang. Ab März sollen die Puddings folgen und im April die Activia-Produkte damit ausgestattet sein.  swr.de

CO2 Verbrennung  aus der Luft: In Großbritannien ist eine Verbrennungsanlage in Betrieb genommen worden, die CO2 aus der Atmosphäre zieht. Ein Anfang für eine Technologie, die für den Klimaschutz noch wichtig werden könnte.  Die Bundesregierung sieht dagegen bei den CO2-Entnahmetechnolgien noch erheblichen Forschungbedarf. Es gebe aktuell „keine ausreichende Wissensgrundlage“, um den Einsatz dieser Technologien und ihre mögliche Rolle bei der Bewältigung des Klimawandels zu bewerten, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (19/7400) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/6737). Daher setze die Bundesregierung national wie international außer auf Emissionsminderung und Anpassungsmaßnahmen „auf kosteneffiziente, nachhaltige, ökosystembasierte Ansätze zur Erzielung negativer Emissionen“. Die Fraktion hatte sich in der Kleinen Anfrage unter anderem nach Einschätzungen zu Technologien zur CO2-Entnahme (negative Emissionen) erkundigt. spiegel.de

BUCHTIPP DER WOCHE:

Bildschirmfoto-2019-02-10-um-11.23.04 FAIReconomics Newsletter KW07/19 NACHRICHTEN: Klimaziel 2020 gerissen, Northstream II, Netzausbau, Tierwohllabel, Lebensmittelampel, Munition im Meer, Neues aus den Bundestagsausschüssen Newsletter Elektromobilität als disruptive Innovation – Herausforderungen und Implikationen für etablierte Automobilhersteller

Timo Strathmann untersucht in diesem Buch, inwiefern die Elektromobilität als eine „disruptive Innovation“ nach der Definition von Harvard-Professor Clayton Christensen eingestuft werden kann. Dabei zeigt er, welche Herausforderungen sich durch den Aufschwung der Elektromobilität für etablierte Automobilhersteller ergeben und welche Implikationen dies insbesondere für die Geschäftsmodelle hat. Es werden einerseits die „Disruptive Innovation Theory“ von Christensen anschaulich dargestellt und andererseits die auf die Automobilindustrie einwirkenden Entwicklungen untersucht. Darauf aufbauend werden spannende Geschäftsmodellideen innerhalb der Wertschöpfungskette für Elektromobile abgeleitet. springerprofessional.de

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Autokonzerne:  Start in die Elektromobilität ohne eigene Batteriezellenfertigung. handelsblatt.com 
Umweltbelastungen: Durch Lärm, dreckige Luft, extreme Sonneneinstrahlung sind Menschen in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und niedrigem Einkommen besonders schwer betroffen. zeit.de
Kohlegegner: In Untersuchungshaft. taz.de
Ultrafeinstaub: Gefährlicher als Feinstaub und schwieriger nachzuweisen. sueddeutsche.de
Shitstorm:  Eltern protestieren gegen Heizungsregulierung. spiegel.de
Ocean Clean Up: Kampf gegen Plastikmüll könnte Kleinstlebewesen an der Wasseroberfläche gefährden. deutschlandfunknova.de
New Green Deal: US-Demokraten präsentieren neues Umweltprogramm. taz.de
Sonderfonds: Grünen fordern Einrichtung eines Fonds, mit dem die Mobilität der von Fahrverboten betroffenen Autofahrer sichergestellt werden soll. heise.de

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG

Menschenrechte in Brasilien: Nach der menschenrechtlichen Situation in Brasilien nach der Wahl Jair Bolsonaros zum Präsidenten des Landes erkundigt sich die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage (19/7455). Von der Bundesregierung will die Fraktion unter anderem wissen, welche Kenntnisse sie über Angriffe auf Minderheiten, insbesondere in Bezug auf LGBTI, Afrobrasilianerinnen und Afrobrasilianer, Indigene und Frauen, hat.

Kohle aus Kolumbien: Die Problematik rund um Steinkohle-Importe aus Kolumbien stehen im Mittelpunkt der Antwort (19/7405) auf eine Kleine Anfrage (19/6599) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Darin listet die Bundesregierung Einfuhrmengen von Steinkohle aus verschiedenen Ländern in den Jahren 2015 und 2017 auf. Zugleich spricht sie von einem Spannungsverhältnis zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Naturschutz beim Bergbau in Kolumbien. Dies sei eine große Problematik. Die Bundesregierung äußert sich ferner zu Kohlendioxid-Emissionen beim Transport: Demnach kann bei Schiffsladungen von Kohle aus Kolumbien nach Deutschland von Emissionen in Höhe von etwa acht Gramm pro Tonne transportierter Kohle und Kilometer ausgegangen werden. . So würden bei einem Transportvolumen von 30.000 Tonnen Kohle etwa 2.280 Tonnen Kohlendioxid verursacht.

Definition Erneuerbare: Die Definition von Strom aus Erneuerbaren Energien steht im Mittelpunkt der Antwort (19/7290) auf eine Kleine Anfrage (19/6809) der AfD-Fraktion. Die Bundesregierung legt darin Begriffsklärungen zur Herkunft von Strom dar und gibt weitere Auskünfte zum Zusammenspiel von Energie und Stromverbrauch.

Sozialunternehmen wichtig: Die Bundesregierung hat die Bedeutung von Sozialunternehmen für Wirtschaft und Gesellschaft unterstrichen. Diese leisteten einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft, indem sie gesellschaftliche Fragen mit oftmals innovativen unternehmerischen Lösungen angehen, schreibt die Bundesregierung in der Antwort (19/7293) auf eine Kleine Anfrage (19/6844) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Darin listet sie Maßnahmen auf, die seit dem Regierungswechsel angestoßen wurden, um „Social Entrepreneurship“ zu stärken. Die Bundesregierung definiert als Sozialunternehmer Firmen, wirtschaftliche Vereine und Stiftungen, deren Geschäftsmodell auf die Lösung von sozialen/gesellschaftlichen Herausforderungen mit unternehmerischen Mitteln gerichtet ist.

Messstationen und Standorte: Die AfD-Fraktion macht „Standorte von Stickstoffdioxid-Messstationen“ zum Thema einer Kleinen Anfrage (19/7413). Von der Bundesregierung will die Fraktion unter anderem Auskunft über Messstationen „in von Durchfahrtsbeschränkungen für Dieselfahrzeuge betroffenen Städten“.

Binnenschiffe und Emissionen: Nach schädlichen Emissionen in der Binnenschifffahrt erkundigt sich die FDP-Fraktion in einer Kleinen Anfrage (19/7353). Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung unter anderem wissen, wie viele Liter Diesel je 100 Tonnenkilometer ein Binnenschiff im Vergleich zur Bahn und Lkw verbraucht. Weitere Fragen werden auch zur Methodik der Messung von Stickoxid-Emissionen bei Binnenschiffen gestellt. Ob die Bundesregierung ein Tempolimit für Binnenschiffe befürwortet, interessiert die Liberalen ebenso.

Tram-Train-Systeme: Für Tram-Train-Systeme, die eine Kombination aus Eisenbahn und Straßenbahn darstellen, interessiert sich die FDP-Fraktion. Wie die Abgeordneten in einer Kleinen Anfrage (19/7330) schreiben, habe die erstmalige Einführung des Systems in Karlsruhe im Jahr 1992 eine Verzehnfachung der Fahrgastzahlen auf der entsprechenden Strecke zur Folge gehabt. Weitere Städte hätten nachgezogen und einen Tram-Train etabliert, um die Verbindung von Stadt und Land zu fördern. Trotz der offensichtlich positiven Auswirkungen der Tram-Train-Systeme sei eine Definition als drittes Schienensystem, neben Straßen- und Eisenbahn, jedoch ausgeblieben, bemängelt die FDP-Fraktion. „Eine ausdrückliche Erwähnung im Eisenbahnregulierungsgesetz oder im Allgemeinen Eisenbahngesetz ist bislang nicht erfolgt“, heißt es in der Vorlage. Dies sei zum einen notwendig, um die Rechtsentwicklung voranzutreiben. Zum anderen würde die Aufnahme aus Sicht der Liberalen aber auch eine konsequente Weiterentwicklung ermöglichen. „Vorstellbar wären beispielsweise autonom fahrende Tram-Train-Systeme in nicht abgeschlossenen Schienensystemen, beziehungsweise in öffentlich zugänglichen Bahnkörpern“, schreiben die Parlamentarier. Von der Bundesregierung wollen sie nun wissen, wie viele Tram-Train-Systeme derzeit in Deutschland in Betrieb sind und wie viele gefahrene Kilometer damit in den letzten zehn Jahren erbracht wurden. Gefragt wird auch, ob aus Sicht der Regierung Tram-Train-Systeme eine dritte Form der Schieneninfrastruktur darstellen und ob die Bundesregierung Mittel für Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung von Tram-Train-Systemen zur Verfügung stellt.

water-transport-2285977_640-300x136 FAIReconomics Newsletter KW07/19 NACHRICHTEN: Klimaziel 2020 gerissen, Northstream II, Netzausbau, Tierwohllabel, Lebensmittelampel, Munition im Meer, Neues aus den Bundestagsausschüssen Newsletter Neue Motoren für Binnenschiffe: Nach den Auswirkungen der vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat verabschiedeten Non-Road-Mobile-Machinery-Verordnung (NRMM-Verordnung), deren Ziel die stetige Reduktion von Emissionen sowie das Ersetzen der ältesten Motoren durch umweltfreundlichere Motoren für mobile Nicht-Straßenfahrzeuge – wie etwa Binnenschiffe – ist, erkundigt sich die FDP-Fraktion. In einer Kleinen Anfrage (19/7352) schreiben die Abgeordneten, die EU-Verordnung definiere Grenzwerte für Emissionen von NRMM-Motoren für unterschiedliche Bereiche und Anwendungen. Ab dem 1. Januar 2019 würden die weltweit strengsten Grenzwerte für Motoren unter 300 kW und ab dem 1. Januar 2020 oberhalb von 300 kW gelten. Aufgrund der Langlebigkeit von Binnenschiffmotoren sei aber der Markt im Vergleich zu Motoren für Straßenfahrzeuge klein, schreiben die Liberalen. Auf dem europäischen Markt würden jedes Jahr lediglich 150 solcher Motoren verkauft. Das führe dazu, „dass die traditionellen Hersteller nur bedingt innovativ sind“. Forschung und Entwicklung finanziere sich schließlich durch die anschließenden, erwarteten Verkäufe des innovativen Produkts. In einem Markt mit geringen Absatzzahlen – wie etwa bei Binnenschiffmotoren – hätten Hersteller allerdings keinen Anreiz, diesen Schritt zu gehen. In der Folge würden die traditionellen Motorenhersteller keine Produkte ab dem 1. Januar 2020 bereitstellen, die die Grenzwerte der NRMM-Verordnung einhalten. Von der Bundesregierung wollen die Liberalen nun wissen, ob es nach Inkrafttreten der NRMM-Verordnung Motoren für Binnenschiffe über 300 kW auf dem deutschen beziehungsweise europäischen Markt geben wird. Falls dem nicht so sein sollte, wird gefragt, welche Motoren zukünftig in Binnenschiffen eingebaut werden sollen, damit die NRMM-Verordnung erfüllt wird.

Keine Gefahr durch Kältemittel: Über Fahrzeugunfälle mit Brand im Zusammenhang mit der Einführung des für Autoklimaanlagen benutzten neuen Kältemittels R1234yf liegen der Bundesregierung „keine eigenen Erkenntnisse vor“. Das geht aus der Antwort (19/7170) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/6810) hervor. Die von der Bundesregierung empfohlenen, und vom Joint Research Center der EU-Kommission durchgeführten, weiteren Untersuchungen zum Kältemitteleinsatz von R1234yf hätten auf Seiten der EU-Kommission nicht zu der Einschätzung geführt, „dass weitere Anforderungen im Genehmigungsverfahren von Fahrzeugen für Fahrzeugklimaanlagensysteme notwendig sind“, heißt es in der Antwort.

Vegetationsschäden bei der Bahn: Von den 196 vegetationsinduzierten Ereignissen (umgestürzte Bäume oder herabbrechende Äste), die in den Jahren 2014 bis 2017 zu einem Schaden an der Oberleitung beziehungsweise an Gleisanlagen der Bahn geführt haben, sind sechs auf Einwirkungen aus bahnfremden Grundstücken zurückzuführen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (19/7364) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/6812) hervor. In der Antwort heißt es weiter, nach Angaben der Deutschen Bahn AG ist die DB Netz AG bestrebt, „proaktiv auf Anlieger bahnfremder Grundstücke zuzugehen, um gemeinsam die Risiken durch umstürzende Bäume zu reduzieren“. Bei Feststellung potenziell den Eisenbahnbetrieb gefährdender Bäume auf Grundstücken Dritter verweise die DB Netz AG die Anlieger schriftlich auf ihre Pflicht zur Beachtung ihrer Verkehrssicherungspflichten hin und fordere zur Beseitigung der Gefahr auf. Durch diese präventiven Maßnahmen sei in der Vergangenheit das Risiko von bahnfremden Grundstücken ausgehenden Baumstürzen bereits reduziert worden. Die extremen Witterungsereignisse der letzten Jahre hätten aber gezeigt, „dass in erheblichem Maße gesunde Bäume ohne sichtbare Schäden und Erkrankungen betroffen waren“, schreibt die Bundesregierung. Zur Risikoreduktion vegetationsbedingter Störungen, insbesondere bei Extremwetterlagen, investiere die DB Netz AG in den nächsten fünf Jahren etwa 160 Millionen Euro zusätzlich zur Inspektion und Pflege des Vegetationsbestandes entlang des gesamten Schienennetzes, heißt es in der Antwort weiter. Das seien pro Jahr im Schnitt 30 Millionen Euro mehr als in den Jahren bis 2017.

WÖRTLICH GENOMMEN

„Plastik im Meer ist ein Problem – doch bei weitem nicht das größte“
Nikolaus Gelpke, Herausgeber der Zeitschrift „Mare“,  er würde zunehmend feststellen,  dass das Thema Plastikmüll in den Medien sehr stark vertreten sei, und zwar viel stärker, als ein viel wichtigeres Problem für die Ozeane, nämlich die Klimaerwärmung und der CO2-Ausstoß – und da nehme Plastikmüll in den Medien eine so überbordend starke Stellung ein, dass die wichtigeren Probleme wie eben CO2 oder auch Erwärmung der Meere quasi in den Hintergrund gerieten, was natürlich nicht gut sei. deutschlandfunkkultur.de

 „Die Luftfahrtbranche hat leider eine lange Tradition, sich selbst in ein gutes Licht zu rücken.“
Stefan Gößling, Klimaexperte und Professor in Lund, eine Strategie sei das „Kleinreden“ des Anteils am globalen CO₂-Ausstoß. Die Branche verweise gern auf den Gesamtbeitrag, weil dann nicht zum Vorschein komme, dass jede einzelne Flugreise die nachhaltigen Pro-Kopf-Emissionen weit übertreffe. Der Beitrag des Flugverkehrs zur Erderwärmung sei rund drei Mal größer, weil bestimmte Folgen der Schadstoffemissionen in hohen Luftschichten nicht eingerechnet seien. Zudem zeige die Branche gern mit dem Finger auf andere. Der Vergleich mit bodennahen Verkehrsträgern sei Unsinn. Ein Pkw verbrauche viel weniger Treibstoff, um eine Person von A nach B zu transportieren als ein Flugzeug. freitag.de

MEHR WISSEN

Fleischhunger der Menschen bedroht viele Tierarten: Rund 170 Millionen Jahre konnte der Chinesische Riesensalamander auf der Erde leben. Er wird bis zu 60 Kilogramm schwer und lebt verborgen in kalten Flüssen. Irgendwann entdeckte der Mensch wie lecker das größte Amphibien der Welt schmeckt. Da der Hunger der Menschen auch Außergewöhnlichem so groß ist  und der Hunger auf Fleisch kaum zu stillen ist, ist diese Art inzwischen vom Aussterben bedroht – und mit ihr etwa 150 weitere Großtierar­ten. Wissenschaftler ermittelten, dass 70 Prozent der Bestände laut der Erhebung schrumpften. 59 Prozent sind akut vom Aussterben bedroht, „weil der Mensch sie aufisst“, sagt Ripple. Das direkte Töten zu verhindern sei deshalb die wichtigste Schutzmaßnahme, um diese „ikonischen Arten zu retten, aber auch ihre Dienstleistungen für ihr jeweiliges Ökosystem zu erhalten“.  sueddeutsche.de. , dx.doi.org (Originalquelle)

Kleine Eiszeit als Folge der Eroberung Amerikas: Rund 90 Prozent der Ureinwohner des amerikanischen Kontinents starben bei der Eroberung durch die Europäer. Doch was hat das mit einer Klimaveränderung zu tun? Auf Flächen von der Größe Frankreichs breitete sich Vegetation aus, die viel Kohlendioxid aufsaugte. Das hatte Folgen für das Weltklima. Danach wurden die verlassenen Anbauflächen umgehend von Bäumen und anderer üppiger Vegetation besiedelt, die der Atmosphäre in großem Stil Kohlenstoff entzogen. Das habe einen substanziellen Einfluss auf den globalen Kohlendioxidhaushalt gehabt, was zu einer deutlichen Abkühlung führte. Die sogenannte Kleine Eiszeit, die das Klima seit dem Spätmittelalter prägte, habe dadurch einen weiteren Schub erhalten. welt.de , sciencedirect.com (Originalquelle)

Ostsee: Tausende Tonnen alter Munition liegen auf dem Meeresgrund der Ostsee und geben bis heute giftige Substanzen ab. Muscheln und Fische im Umfeld, die in der Nähe der versenkten Munition reichern sich mit arsenhaltigen Chemikalien und krebserregenden Stoffen an. Wissenschaftler haben nun ein neues Modell entworfen, dass bei der Entscheidung helfen soll,  ob ein Munitionsfund geborgen werden kann und soll oder nicht. scinexx.de

polar-bear-3775936_640-300x200 FAIReconomics Newsletter KW07/19 NACHRICHTEN: Klimaziel 2020 gerissen, Northstream II, Netzausbau, Tierwohllabel, Lebensmittelampel, Munition im Meer, Neues aus den Bundestagsausschüssen Newsletter Aggressive Eisbären: Auf der russischen Insel Nowaja Semlja haben die Behörden den Notstand ausgerufen. Wegen der Eisschmelze im Nordpolarmeer halten sich die Eisbären länger an Land auf. tagesspiegel.de
Futternot: Eichhörnchen haben an der Trockenheit des letzten Sommers zu knabbern.  rbb24.de
Hanf: Kann Wälder retten, weil es den Grundstoff für die Papierindustrie liefert. improve.ch
Seegras: Seegras könnte nicht nur eine wichtige Rolle im Klimaschutz zukommen, sondern auch für den Erhalt von Korallenriffen sorgen. edison.handelsblatt.com
Sport und Klimaschutz: Nachholbedarf  im Breitensport. merkur.de
Vogelschutz: Bis zu 20 Millionen Euro geben die Deutschen jährlich für Vogelfutter aus. Wichtiger aber wäre mehr Wildwuchs in den Gärten. sueddeutsche.de
Umweltschützer bangen um Leib und Leben: Etwa 200 Umweltaktivisten werden jedes Jahr ermordet, viele davon in Lateinamerika. dw.com
Australien: Energieversorgung könnte schon bis 2032 zu 100 Prozent aus Erneuerbaren stammen. zeit.de
Meersfarbe: Bis zum Jahr 2100 werden unsere Meere wohl noch blauer und grüner. Ein Vorbote für die Veränderungen durch den Klimawandel. nationalgeographic.de

TERMINE:

CO2 Normen für Nutzfahrzeuge: Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen CO2-Emissionsnormen für neue schwere Nutzfahrzeuge ((KOM(2018)284 endg./2; Ratsdok.-Nr. 8922/1/18) sind am Mittwoch, 20. Februar 2019, Thema einer öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Von 11 bis 13 Uhr werden sich die Abgeordneten mit zehn geladenen Sachverständigen zu dem Vorschlag austauschen. Die Anhörung im Sitzungssaal 3.101 (Anhörungssaal) im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin ist öffentlich und wird live im Parlamentsfernsehen sowie auf der Webseite des Deutschen Bundestages übertragen. Gäste können sich unter Angabe von Name, Vorname sowie Geburtsdatum bis zu zwei Werktage vor der Sitzung per E-Mail an umweltausschuss@bundestag.de anmelden.

DAS LETZTE:

Omas Pantoffelkino ist tot: Die Zeiten in denen der Fernseher das Lagerfeuer der Nation war, sind passé.  Fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) sieht sich Filme, Serien oder TV-Shows alleine an. Nur ein kleiner Teil bevorzugt es, zusammen mit Freunden (zwei Prozent) oder mit der Familie (elf Prozent) zu gucken, wie eine neue Studie zum Bewegtbildkonsum zeigt. Vergleichsweise verbreitet ist demnach noch das Fernsehgucken zu zweit mit dem Partner (39 Prozent). heise.de

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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