FAIReconomics Newsletter KW 20 NACHRICHTEN

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DGB beim Klimaschutz im Rückwärtsgang: Die Gewerkschaft Bergbau- und Energie (IG BCE ) hat den Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes offenbar auf ihre Seite gezogen. Auf dem Bundeskongress will der Vorstand seine Zustimmung zum Klimaschutzplan rückgängig machen. Beim ab Sonntag stattfindenden Bundeskongress der Gewerkschaft will die IG BCE erreichen, dass der DGB die Klimaschutzziele von Paris zwar weiter unterstützt, aber nur noch in allgemeiner Form. Der DGB ist allerdings gespalten. Die Einzelgewerkschaft ver.di unterstützt eine faire Energiewende, außerdem soll eine Petition mit 44.000 Unterschriften übergeben werden, die ein klares Bekenntnis zu den deutschen Klimazielen vom Gewerkschaftsbund fordert. dgb.de,
klimareporter.de

EU-Kommission veröffentlicht Leitlinien für Energie und Naturschutz: In der vergangenen Woche wurde das Papier veröffenlicht. In ihm werden die Schritte erläutert, die im Rahmen der EU-Naturschutzvorschriften bei der Vorbereitung solcher Energieprojekte erfolgen müssen. Ziel ist es, die Biodiversität vor Ort zu verbessern und gleichzeitig eine sichere, nachhaltige und erschwingliche Energieversorgung in ganz Europa zu gewährleisten. ec.europa.eu , (Meldung), ec.europa.eu (Originaldokument)

Mit 127,1 Gramm pro Kilometer liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß der 2017 in Deutschland neu verkauften Pkw mit am höchsten in Europa. Die Anstrengungen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Pkw sind offensichtlich durch größere Autos mit höherem Kraftstoffverbrauch im Jahr 2017 zunichte gemacht worden. Während in den vergangenen Jahren stetige Rückgänge zu verzeichnen waren, emittieren neue Pkw im Jahr 2017 europaweit 118,5 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer (CO2/km); 0,4 Gramm mehr als im Vorjahr und deutlich mehr als 20 Gramm Differenz zum Flottenziel des Jahres 2021 von 95 Gramm CO2/km. umweltbundesamt.de

Plastiksteuer: Während der Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, eine Plastiksteuer fordert, lehnt Bundesumweltministerin Schulze diese Steuer ab. Es gehe ihm auf den Keks, dass alle immer rumlamentieren, dass Plastik das Megaproblem des Jahrhunderts sei, sich aber in die Büsche schlügen, sobald es konkret werde, so der Grünenpolitiker. Bundesumweltministerin Svenja Schulze bezweifelt hingegen, dass ein paar murrend an der Kasse bezahlte Cent zu einem Umdenken führten. Die Umwelt brauche keine neue Steuer, sondern eine intelligentere Steuerung, die zu weniger Abfall und mehr Recycling führe. rp-online.dehandelsblatt.com

Ex-Ministerpräsidenten leiten Kohlekommission: Die Zusammensetzung der Kommission, die den Ausstieg Deutschlands aus der Kohle vorbereiten soll, steht fest. Die beiden Ex-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck und Stanislaw Tillich, deren Bundesländer Brandenburg und Sachsen strukturell besonders betroffen sein werden, sollen die Kommission leiten. Die ehemalige Staatssekretärin im Umweltministerium, Ursula Heinen-Esse steht ihnen zur Seite. Greenpeace, spricht von einem schlechten Omen für die Kommission. Als Ministerpräsidenten hätten Platzeck und Tillich stets den Braunkohle-Abbau verteidigt und damit das Klimaproblem Kohle vergrößert statt es anzupacken. Greenpeace rief die Regierung auf, „neutrale Vermittler“ einzusetzen. spiegel.de, welt.de

Vorbereitung mit dürftigem Ergebnis: In Bonn ist am Donnerstag der letzten Woche die Vorbereitungskonferenz für die Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz, die im Dezember stattfinden soll, zu Ende gegangen. Mehr als 4.000 Delegierte aus aller Welt haben versucht, einen konkreten Text für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 zu formulieren. Während die Leiterin des UNO-Klimasekretariats, Espinosa, alle Regierungen aufrief, ihre Klimaziele zu verstärken, kritisieren Umweltorganisationen, dass die Arbeit an dem Regelwerk zu den Pariser Vereinbarungen nur langsam vorankomme. zdf.de , radioeins.de

Innogy-Vorstand gibt keine Empfehlung an Aktionäre: Bislang hatte sich Innogy-Chef Uwe Tigges bezüglich der geplanten Übernahme durch den Konkurrenten bedeckt gehalten. Nun äußerte er sich das erste Mal zur geplanten Übernahme. Man werde hinsichtlich des Übernahmeangebots keine Empfehlung an die Aktionäre aussprechen. Aufgrund von nicht-öffentlichen Vereinbarungen zwischen Eon und RWE könne man nicht beurteilen, ob der Angebotspreis insgesamt angemessen sei, sagt Innogy-Chef Tigges. Besorgt zeigte man sich hinsichtlich der Zukunft der Belegschaft: Unabhängig von der Höhe des Angebotspreises habe der Vorstand die große Sorge, dass der von Eon geplante Stellenabbau einseitig zu Lasten der Mitarbeiter von Innogy erfolgen werde. handelsblatt.com

Tourismus verursacht acht Prozent der Treibhausgase: Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase durch den weltweiten Tourismus ist einer neuen Studie zufolge größer als bisher angenommen. Ein Forscherteam beziffert ihn auf rund acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. wiwo.de

Buchtipp der Woche:  Misbehaving – Wenn Wirtschaft auf den Menschen trifft: Ein Nobelpreisträger zeigt, warum wir uns immer wieder irrational verhalten. Warum fällt es uns so schwer, Geld fürs Alter zurückzulegen, obwohl dies vernünftig wäre? Warum essen wir zu viel fettige Speisen, obwohl wir wissen, dass es uns schadet? Warum sind unsere Neujahrsvorsätze fast immer zum Scheitern verurteilt?  Nobelpreisträger Richard Thaler hat als erster Ökonom anschaulich gezeigt, dass unser Handeln in Wirtschaft und Alltag zutiefst irrational und unberechenbar ist – und hat damit die traditionellen Grundannahmen der Ökonomie auf den Kopf gestellt. In diesem Buch fasst er die Forschungen der Verhaltensökonomik zusammen und zeigt anhand vieler Beispiele aus Beruf und Alltag, warum das Konzept des rational handelnden Homo Oeconomicus ein fataler Irrglaube ist. Ein ebenso kluger wie amüsanter Blick auf die psychologischen Grundlagen unserer Entscheidungen – der unsere Sicht auf die Wirtschaft, auf die Welt und nicht zuletzt uns selbst für immer verändern wird. randomhouse.de

Iran-Entscheidung der USA: Steigende Erdöl- und Energiepreise. wallstreet-online.de
Umweltministerin: Autobauer schädigen Ruf Deutschlands. welt.de
Carsharing: Verhilft e-Mobilität zum Durchbruch. ecomento.de
Discounter: Bienenfreundliche Produkte spielen zunehmend eine Rolle. businessinsider.de
EU-Kommission: Grundwasser in Deutschland mit Nitrat belastet. n-tv.de
Zunahme der CO2 Konzentration: Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre hat zum ersten Mal im monatlichen Durchschnitt den Wert von 410 parts per million überschritten. Sonnenseite.com 
Energieversorger:  Verlieren Top-Bonität. bizz-energy.com
Mehr Geld: Die EU will ein Viertel ihres Budgets für Klimaschutz ausgeben. ec.europe.eu
Weniger Geld: Trump streicht Nasa Mittel zur Klimakontrolle. bild.de
ADAC und BMW: Wollen gemeinsam E-Mobility voranbringen. adac.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Ich glaube, beides (E-Mobilität und Wasserstoff d.Red.) wird seine Anwendungen finden, sehe aber ein sehr großes Potential für den Wasserstoff. Zur Erzeugung kann sauber erzeugter Strom verwendet werden. Das eröffnet Raum für dezentrale Lösungen. Über den Wasserstoff und Brennstoffzellen können sowohl der Mobilitätssektor als auch der Wärmebereich erschlossen werden.“
PNE-Wind-CEO Markus Lesser, Wasserstoff könne bis zu einem gewissen Grad aber auch in das Erdgasnetz eingespeist werden. Über den Wasserstoff könne sauber erzeugter Strom sinnvoll genutzt werden ohne die Stromnetze zu belasten. deraktionaer.de

Der bedrückende Schwund der Gletscher macht den dringenden Handlungsbedarf für den Klimaschutz klar. Umso unverständlicher ist, dass die Bundesregierung wider besseres Wissen die Hände in den Schoß legt. Union und SPD müssen sich endlich ihrer Verantwortung stellen und dürfen sie nicht in Kommissionen und Prüfaufträge verlagern. Kohleausstieg und Antriebswende müssen jetzt angeschoben werden.“
Toni Hofreiter, Fraktionschef der Bündnis90/Die Grünen im Bundestag, die prozentuale Veränderung der bayerischen Gletscher hat in den Jahren 2014/15 einen historischen Tiefstand seit 1949/50 erreicht.  spiegel.de

MEHR WISSEN

Pilzbefall – Amphibien weltweit bedroht: Ein Amphibien-Killer-Pilz, wissenschaftlich Batrachochytrium dendrobatidis, von Experten kurz „Bd“ genannt, dezimiert Amphibienbestände in der ganzen Welt. Unklar war bisher allerdings seine Herkunft. Ein internationales Forscherteam, in dem auch zwei UFZ-Wissenschaftler mitgearbeitet haben, hat nun eindeutig bestimmt, dass der Erreger ursprünglich aus Asien stammt. Von dort aus hat er sich weltweit verbreitet und etliche neue genetische Linien entwickelt. fair-economics.de

Palmöl – Zinsen auf Basis nachhaltiger Bewirtschaftung: Palmöl gehört zu den wichtigsten Pflanzenölen, weil es drei Mal so ertragreich wie Raps ist und leichter zu verarbeiten ist als Kokosfett. Die Produktion steht aber immer wieder in der Kritik, weil es Konflikte um zerstörten Regenwald, Landrechte, Menschenrechtsverletzungen gibt. Nun hat der in Singapur ansässige Palmölkonzern Wilmar bei der niederländischen Bank ING einen Kredit in Höhe von 150 Millionen US-Dollar aufgenommen. Das Besondere: Die Zinsen richten sich danach, wie nachhaltig das Unternehmen ist. Bewertet wird Wilmar dafür künftig von dem Unternehmen Sustainalytics. Doch Kritiker sind nicht überzeugt. deutschlandfunk.de

Ozean-Reinigung beginnt: Ein Niederländer startet mit seinem „The Ocean Cleanup“ Projekt mit dem Ziel, die Ozeane von Plastikmüll zu befreien. Noch in diesem Sommer soll das Meeressäuberungs-Gerät im Pazifischen Müllstrudel seine Arbeit aufnehmen. Mit kilometerlangen Fangarmen soll tonnenweise Plastikmüll aus dem Meer gefischt werden. Gehalten wird die Konstruktion durch eine in 600 Metern Tiefe im Wasser treibenden Ankerkonstruktion. Mikroplastik kann damit allerdings nicht aufgefangen werden. enorm-magazin.de

Digitalisierung: Europa braucht einen Kulturminister. wienerzeitung.at
Soja: Auch Lebensmittelimport kann zur Belastung heimischer Böden mit Stickstoff führen. spiegel.de
Wasserstoff: Ein deutsches StartUp speichert Wasserstoff in Flüssigkeit, das Verfahren soll im Tankstellennetz Einzug halten und ist das erste Mal im kommerziellen Einsatz. bizzenergytoday.com
Energieatlas erschienen: Daten und Fakten über die Erneuerbaren in Europa. boell.de
Nachfrage nach Nachhaltigkeit: Nachfrage nach „grünen“ Produkten steigt weiter. springerprofessional.de

DAS LETZTE:

Müllautos suchen Funklöcher: Der Landkreis Lichtenfels sucht mit Müllwagen und Wanderrucksäcken nach Funklöchern. In Fahrzeugen der Müllabfuhr wurden Handys deponiert, die Daten liefern, in welchen Bereichen die Mobilfunkanbieter keine Netzabdeckung haben. Die Müllautos fahren Touren im gesamten oberfränkischen Landkreis. Auch Wanderer können Daten liefern. So gibt es speziell präparierte Handy-Rucksäcke, um zu checken, ob es auf Wanderwegen größere Funklöcher gibt.  heise.de

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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