In Sachen Energieeffizienz haben Hotels noch eine Menge nachzuholen. (Foto. pixabay.com)

In Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu investieren, lohnt sich für Übernachtungsbetriebe: Sie sparen Kosten und CO2 ein, erhöhen den Immobilienwert und können ihr klimafreundliches Engagement für die Kommunikation mit Gästen und Beschäftigten nutzen.

Dieses Fazit zieht die Deutsche Energie-Agentur (dena) in der Analyse „Insight Hotelimmobilien“, die die Erfahrungen aus dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Modellvorhaben „Check-in Energieeffizienz“ auswertet. Darin hat die dena 30 Hotels und Herbergen bei der energetischen Sanierung begleitet.

Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass viele Unternehmen das Thema Klimaschutz im Tagesgeschäft gar nicht oder nur unzureichend angehen. Gerade in der Privathotellerie fehlt es dafür oft an Zeit und Personal. Eine speziell auf das Übernachtungsgewerbe ausgerichtete Energieberatung ist daher ein wichtiger Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit in Hotels.

„In der Hotelbranche sehen wir Beispiele des Gelingens und den Bedarf für mehr Unterstützung gleichermaßen. Hier sind neue Lösungen und ein intensiverer Dialog zwischen Politik und Branche gefragt, um mehr Dynamik bei Energieeffizienz und Klimaschutz anzustoßen – zum Beispiel durch Förderpakete speziell für Hotels und Herbergen“, so dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann.

Qualität der Energieberatung weiter ausbauen, neue Anreize in der Förderung

Die Energieberatung legt den Grundstein für alle Effizienzentscheidungen. Im Modellvorhaben fielen Qualität und Umfang der energetischen Beratung sehr unterschiedlich aus: Sie reichten von vagen Schätzungen bis zum umfassenden Sanierungsfahrplan.

Daher empfiehlt die dena, branchenspezifisches Knowhow bei Energieberaterinnen und Energieberatern zu stärken und sichtbar zu machen – beispielsweise durch mehr Weiterbildungsangebote, die Kennzeichnung von Branchenschwerpunkten in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes und die Unterstützung von regionalen oder überregionalen Experten-Netzwerken. Auch unter den Hoteliers bedarf es eigener Netzwerke, um den Erfahrungsaustausch rund um Energieeffizienz zu stärken.

Wünschenswert ist auch mehr Zusammenarbeit mit Banken, um Energiekonzepte inklusive Kosten und Finanzierungsplan zu erstellen. Das erhöht die Chance, dass Hotelbetreiber die Modernisierung auch tatsächlich umsetzen. Weiterhin bietet es sich an, neue Anreize für eine ganzheitliche Analyse der Immobilien zu schaffen, die sowohl Gebäudehülle als auch Anlagentechnik in den Blick nimmt – zum Beispiel durch einen Bonus in der Förderung.

Instrument Sanierungsfahrplan auch für Nichtwohngebäude

Viele Übernachtungsbetriebe gehen eine Sanierung in Etappen an. Hier kann basierend auf den Erfahrungen aus dem Wohngebäudesektor durch die Entwicklung eines individuellen Sanierungsfahrplans für Nichtwohngebäude ein verlässlicher Standard etabliert werden. Das Instrument stellt die einzelnen Schritte einer energetischen Sanierung übersichtlich und für potenzielle Bauherren leicht verständlich dar. Für Jugendherbergen bieten sich Portfoliolösungen an – dabei werden alle zum jeweiligen Landesverband gehörenden Herbergen gleichzeitig betrachtet.

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