Ende der Kreidezeit vom Bitkom angemahnt

Nur jeder Vierte hält die Ausstattung im Bereich der IT in Schulen für gut. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die der IT-Branchenverband Bitkom in Auftrag gegeben hat. Dabei gibt es bei der Qualität der IT-Ausstattung  große Unterschiede zwischen den Schulen. Etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Bundesbürger mit schulpflichtigen Kindern sagt, die technische Ausstattung an Schulen mit Computern und Internetzugängen sei mittelmäßig (31 Prozent), schlecht (17 Prozent) oder sogar sehr schlecht (7 Prozent). Nur etwa 16 Prozent aller befragten Eltern halten die Ausstattung für sehr gut.

„Wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen, um die Kreidezeit in unseren Schulen zu überwinden. Unsere Kinder brauchen Medien- und IT-Kompetenz  in praktisch allen  Berufen sowie im Alltag. Eine entsprechende Ausstattung der Schulen ist dazu die notwendige Voraussetzung“, sagt Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Der Bitkom hatte im Mai eine „Digitale Agenda für die Schule“ vorgestellt, die unter anderem den Aufbau eines intelligenten Schulnetzes für Deutschland vorsieht. Außerdem solle jeder Schüler ein mobiles Endgerät wie einen Tablet Computer oder ein Notebook zur Verfügung haben. Schließlich gehöre in jedes Klassenzimmer ein interaktives Whiteboard oder Smartboard, also eine digitale Tafel.

Lehrer müssten mehr IT können

Auch der Kenntnisstand der Lehrer rund um Computer und Internet wird von den Eltern mehrheitlich kritisch bewertet. Etwa jeder Zweite (52 Prozent) sagt, die Lehrer hätten in diesem Bereich nur mittelmäßiges (38 Prozent), schlechtes (9 Prozent) oder sogar sehr schlechtes (5 Prozent) Wissen. Demgegenüber hält rund ein Viertel (26 Prozent) die IT-Kenntnisse der Lehrer für gut, 17 Prozent sogar für sehr gut. „Wir wissen, dass es viele sehr gute und sehr engagierte Lehrer im Bereich IT und Informatik gibt. Medienkompetenz muss aber ab der Grundschule in allen Fächern vermittelt werden. Systematische und verbindliche Weiterbildungsangebote sind für alle Lehrer besonders wichtig“, so Berg.

Die Wirtschaft unterstützt mit zahlreichen Angeboten bereits Lehrer bei der Vermittlung digitaler Kompetenz. So bietet die vor mehr als fünf Jahren ins Leben gerufene Bitkom-Initiative „erlebe it“ unter anderem Unterrichtsmaterialien für zahlreiche Fächer sowie Schnupperkurse zum Programmieren an. An den Veranstaltungen nahmen bundesweit bislang mehr als 16.000 Schüler an über 700 Schulen teil.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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