Zwischen Deutschland und Marokko gibt es jetzt eine Klimapartnerschaft

Entwicklungs-Staatssekretär Thomas Silberhorn und die marokkanische Umweltministerin Hakima El Haité haben am 10. September in der marokkanischen Hauptstadt den Grundstein für eine Klima-Partnerschaft für Entwicklungsländer gelegt.

Im November dieses Jahres findet in Marrakesh die  22. Weltklimakonferenz (Conference of the Parties, COP) statt, die unter dem Motto „Action and Implementation“ steht und die konkrete Umsetzung des Übereinkommens von Paris in ihren Fokus hat. Gleichzeitig geht es jetzt darum, Klimaschutz und Entwicklung enger miteinander zu verbinden. Nur wenn das Übereinkommen von Paris und die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung gemeinsam umgesetzt werden, kann die globale Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen und klimaresilienten Gesellschaft gelingen.

Mit dem Pariser Klimaabkommen vom Dezember 2015 hatte sich die Weltgemeinschaft zur Umsetzung eigener Klimabeiträge verpflichtet, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die von der Bundesregierung initiierte Klima-Partnerschaft richtet sich gleichermaßen an Entwicklungs- und Industrieländer sowie an institutionelle Partner wie die Vereinten Nationen. Sie soll Entwicklungsländer künftig bei der konkreten Umsetzung ihrer nationalen Klimaschutzpläne unterstützen.

Beratung für Entwicklungsländer

Parlamentarischer Staatssekretär Silberhorn: „Der Klimawandel kennt keine Landesgrenzen. Ob Fabriken im Ausland ungefiltert CO2 ausstoßen oder ob Energie aus Sonne und Wind gewonnen wird, geht auch uns an. Mit der Klima-Partnerschaft füllen wir das Pariser Klimaabkommen mit Leben und leisten einen konkreten Beitrag zum weltweiten Klimaschutz.“

Deutschland als Initiator der Partnerschaft und Marokko als Gastgeber der nächsten Klimakonferenz im November 2016 in Marrakech teilen sich den Vorsitz der Steuerungsgruppe, die am Wochenende erstmalig getagt hat. Bei der Klimakonferenz soll die Klima-Partnerschaft offiziell ins Leben gerufen werden. Eine Mitgliedschaft wird dann allen Ländern freistehen.

Um die Klima-Partnerschaft zu unterstützen, wird die Bundesregierung den Aufbau eines Sekretariats in Washington und Bonn finanzieren. Zu den konkreten Aufgaben der Umsetzungs-Partnerschaft gehört es, den schnellen Zugang zu maßgeschneiderter Beratung von Entwicklungsländern zu organisieren. Es soll auch eine Anlaufstelle geben, an die sich Entwicklungsländer mit konkreten Klimaschutz-Fragen wenden können – zum Beispiel zum Aufbau erneuerbarer Energien, nachhaltiger Stadtentwicklung, klimaresilienter Landwirtschaft und vielem mehr.

Ein Meilenstein für Afrika auf dem Weg zu einem grünen Kontinent der Energieerzeugung ist Ouarzazate, das größte und modernste Solarkraftwerk der Welt, das dank der deutschen Entwicklungspolitik und deutscher Firmen in der marokkanischen Wüste entsteht. Bundesminister Dr. Gerd Müller hatte das Solarkraftwerk Anfang des Jahres besucht.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

Ähnliche Beiträge

Die Biologische Vielfalt geht verloren. Der UN-Welttag für biologische Vielfalt will am 22. Mai...

Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit haben am...

Durch den Politikwechsel in den USA kommen zwar stürmische Zeiten auf die Klimadebatte zu. Die...

Antworten