FAIReconomics NACHRICHTEN KW 10:

Mehr kostenlose Kohlendioxid-Zertifikate: Die Lobbyarbeit der Vertreter der energieintensiven Industrien hat sich gelohnt. Der deutsche Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) hat sich beim Umweltministerrat der Europäischen Union dafür stark gemacht, dass diese Industrien Kohlendioxid-Zertifikate kostenlos erhalten. Die kostenlose Zuteilung liegt jetzt bei 45 Prozent der Zertifikate. Das Argument des deutschen Staatssekretärs mit Blick auf die USA, dass anderswo „mit Hochdruck daran gearbeitet wird, Umweltstandards drastisch zu senken“.  Die europäische Industrie müsse vor „unfairem Wettbewerb geschützt werden“. tagesspiegel.de

Blaue Plakette: Im Streit um die von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vorgeschlagene blaue Plakette für Euro-6-Diesel in Innenstädten formiert sich scharfer Widerstand gegen  Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.  fair-economics.de

Bis 2030 muss die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, die einen nachhaltigen Tourismus fördern, der Arbeitsplätze schafft sowie lokale Gemeinschaften unterstützt. Zudem sollen nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster etabliert und Instrumente entwickelt werden, die die Auswirkungen des Tourismus auf eine nachhaltige Entwicklung der Welt dokumentieren. Das spielt in den nachhaltigen Grundsätzen der UN eine wichtige Rolle huffingtonpost.de

Windkraft: Mit der derzeitigen Regelung könnte ein Weiterbetrieb von Windkraftanlagen ab 2020 schwierig werden. Zumindest eine Studie, die am vergangenen Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, geht davon aus. naturstrom.de

Rick Perry bestätigt: Der frühere texanische Gouverneur Rick Perry ist als neuer Energieminister der USA bestätigt worden. Er gilt als Klimaskeptiker und wollte das Ministerium, dem er jetzt vorstehen wird, einst abschaffen. faz.net

Strommarkt in Deutschland: Der ThinkTank Agora Energiewende schlägt eine klarere Struktur für den deutschen Strommarkt vor. Er soll nach skandinavischen Vorbild organisiert werden und drei Ebenen umfassen: Eigenverbrauch, regional und bundesweit. Eigenverbraucher sollen  künftig weder Mehrwertsteuer noch Konzessionsabgabe zahlen. Auf einer zweite Ebene sollen 20 bis 40 „Stromregionen“ innerhalb Deutschlands installiert werden, in denen auf „smarten Regionalmärkten“ Strom gehandelt werden soll. Auf der dritten Ebene soll der bundesweite Handel mit Strom  weiterhin möglich sein. faz.net, agora-energiewende.de (Untersuchung)

Riesige Krater durch Erderwärmung: In der Nähe der sibirischen Stadt Jakutsk ist der größte Krater in Sibirien entstanden: Fast 700 Meter lang und 85 Meter tief ist der Batagajka-Krater. Beim Aufweichen des Permafrostbodens, wie es in Sibirien derzeit der Fall ist, könnten gewaltige Mengen Treibhausgase wie Methan freigesetzt werden, die wiederum die Erderwärmung beschleunigen. Zudem könnten weite Landstriche unbewohnbar werden. sueddeutsche.de

Buchtipp der Woche: „Die neuen Ängste“  In Zeiten von Gewalt und Terror haben unsere Ängste uns zunehmend im Griff. Der bekannte Traumapsychologe und Experte für Krisenintervention Georg Pieper zeigt, was unsere Ängste auslöst, wie sie wirken und vor allem, welche Gegenstrategien es für uns gibt – als Einzelne und als Gesellschaft. Wir müssen zwar lernen, Unsicherheit als Teil unserer Wirklichkeit zu akzeptieren, doch trotzdem können wir unsere Ängste bezwingen und dabei für uns und unsere Kinder Stärke gewinnen. randomhouse.de

Greenpeace: Kritik an Verfahren zur Erarbeitung des Standortauswahlgesetzes greenpeace.de
Brexit: Weitreichende Folgen für den Emissionshandel  tagesspiegel.de
Bodensee: Unterwasserpumpspeicherwerk erfolgreich getestet iwes.fraunhofer.de
EU: Unterstützung beim Bau von Akku-Fabriken  n-tv.de
Nachhaltige Reiseführer:  Green City Guides zu vier deutschen Städten erschienen enorm-magazin.de
Bitcoin: Erstmals ist die Alternativwährung teurer als Gold faz.net
Verpackung: Immer mehr Läden bieten unverpackte Waren an deutschlandfunk.de
Energieholz: Könnte Wälder schonen wiwo.de 

WÖRTLICH GENOMMEN

„Obwohl Investoren für grüne Anleihen keinen Zinsaufschlag bekommen, wächst der Markt rasant, weil Investoren ein steigendes Bewusstsein dafür haben, worin sie ihr Geld investieren wollen.“
Chris Wigley, Fondsmanager bei der französischen Fondsgesellschaft Mirova und Spezialist für grüne Anleihen, vor allem der Markt in China  könnte schnell wachsen, aufgrund der großen Bemühungen des Landes die starke Umweltverschmutzung in den nächsten Jahren in den Griff zu bekommen, wird massiv in grüne Technologien investiert werden. teleboerse.de

„Eine Hungersnot taucht nicht plötzlich oder unerwartet auf. Sie kommt nach Monaten des Aufschiebens und ignorierter Warnungen. Es ist ein langsamer und qualvoller Prozess, der von hartherziger nationaler Politik und internationaler Gleichgültigkeit getrieben ist. Es ist ein Verrat an unserer gemeinsamen Menschlichkeit.“
Nigel Timmins, Oxfams Nothilfe-Direktor, vier Hungerkrisen spielten sich derzeit gleichzeitig ab, von denen kaum jemand Notiz nehme. Man müsse jetzt dringend handeln, um die Menschen zu unterstützen, deren Leben von den aktuellen Hungerkrisen bedroht seien. oxfam.de

MEHR WISSEN

Kaffee und Klimawandel: Kaffee könnte bald zu einem Luxusgut werden, denn der Klimawandel bedroht den Anbau der empfindlichen Bohne in vielen Regionen. In Nicaragua beispielsweise sind die Temperaturen im jährlichen Durchschnitt schon weit über das in Paris definierte Mittel von zwei Grad hinaus gestiegen. Da der Kaffeeanbau an bestimmte Höhenlagen gebunden ist, werden die Bedingungen für die Kaffeebauern immer schwieriger. Sie müssen auf höher gelegene Flächen ausweichen, um der Hitze entgehen zu können und nachhaltige Systeme entwickeln und die angebauten Kulturen verändern. analyselifestyle.de

Bio-Brandings im Supermarkt: Viele Bioprodukte werden in Plastik verpackt.  Nun sollen sogenannte  „Natural Brandings“ mit Hilfe eines Laserstrahles auf der äußersten Schalenschicht des Gemüses angebracht werden. Diese Beschriftung soll weder Geschmack, Qualität noch Haltbarkeit beeinflussen. Damit will der Einzelhandel auf die Plastikverpackung verzichten. Der Einzelhändler REWE startet jetzt mit einem Pilotprojekt spiegel.de

Drohneneinsatz : Die Existenz von Korallenriffen ist vielfach gefährdet. Illegale Dynamitfischerei bedroht das Ökosystem genauso wie der Klimawandel. Drohnen können helfen, die gefährdeten Riffe besser zu schützen. deutschlandradiokultur.de

Norwegen: Das Land stellt sich auf das Zeitalter der nicht-fossilen Brennstoffe ein welt.de
USA: Die Wetter- und Ozeanografie­behörde NOAA soll vom nächsten Jahr an 17 Prozent weniger Förderung erhalten. thewashingtonpost.com
Afrika:  Das Washingtoner Artenschutzabkommen trat 1973 in Kraft. Trotzdem sind viele Tiere gefährdet.  dw.com

KALENDER

„Nominierungsrunde 2017 für Nachhaltigkeitspreis der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit endet am 31.03.2017.
Noch bis zu diesem Datum können Nominierungen online übermittelt werden in den Kategorien Gesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Ein Überblick über die bisher Nominierten findet sich auf der Webseite: http://nachhaltigkeit.bvng.org/nachhaltigkeitspreis/

„LiveLife Berlin“ Ausstellung: Elefanten: 93 Prozent, Nashörner: 94 Prozent, Löwen: 97 Prozent. Um diese Quoten sind diese Wildtierbestände in den letzten 100 Jahren geschwunden. Laut Global Trees sind 9.600 Baumarten vom Aussterben betroffen. 183.000 Vögel sterben täglich in den USA durch Pestizide. Natur und Umwelt sind in Gefahr! Dieses Thema und der Erhalt der Schönheit der Natur stehen im Mittelpunkt von „LiveLife Berlin“. Neun KünstlerInnen aus Aserbaidschan und Deutschland: Bildende Künstler, Fotografen, Video- und Installationskünstler wollen mit ihren Kunstwerken zum Nachdenken über die Zukunft der Erde anregen. Galerie Berlin Baku – noch bis zum 12.3.2017 galeriebb.de

DAS LETZTE:

Rentner demonstrieren gegen Digitalisierung:  In Norwegen setzen sich Rentner zur Wehr, weil das Arbeits- und Wohlfahrtsamt entschieden hat, Rentenabrechnungen nur noch elektronisch zu verschicken. Unter dem Motto «Ich will meinen Zettel sehen!» fordern viele Betroffene,  die ihre Abrechnungen nach wie vor gerne auf Papier sehen würden.  nzz.ch

 

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