NACHRICHTEN

Einschnitte bei Einspeisevergütung angekündigt: Die Bundesregierung will die Einspeisevergütung zum 1. Januar 2017 schlagartig um 7,5 Prozent kürzen. Schärfere Einschnitte bei den Fördersätzen hat es in der Geschichte der Energiewende kaum gegeben. Zudem droht ein Streit zwischen den Bundesländern und dem Bund, der die Verabschiedung der EEG Novelle vor der Sommerpause zu platzen lassen droht. welt.de

Alexander Dobrindt: Versagen in Abgasaffäre vorgeworfen. Der Minister sei mit der Aufarbeitung des Abgasskandals hoffnungslos überfordert, so der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer. Es wäre Zeit, die Verantwortung für Abgastests in andere Hände zu legen“, und forderte damit indirekt die Entlassung des Ministers. donaukurier.de

Rund 94 Prozent der Deutschen will eine starke Rolle des Naturschutzes in Europa. Zugleich befürchten 85 Prozent der Befragten, dass ökonomische Interessen in der EU vorrangig behandelt werden, wenn sie dem Naturschutz entgegenstehen wwf.de

Verpflichtende Herkunftsbezeichnung für Milch und Fleisch: Das EU Parlament fordert eine obligatorische Kennzeichnung . Diese würde dazu beitragen, das Vertrauen der Verbraucher in Lebensmittel aufrechtzuerhalten, weil dann die Nahrungsmittel-Lieferkette transparenter werden würde fair-economics.de

Energiewende rückwärts?: Während Deutschland die Energiewende eingeläutet hat, setzt die Europäische Kommission auf Atomkraft. In einem Entwurf eines Strategiepapieres, das die Grundlage der künftigen Atompolitik der EU-Kommission darstellen soll, ist  von „technologischer Vorherrschaft“ die Rede, die Europa innehabe und nicht aufgeben dürfe, sondern effektiver nutzen müsse. Vor allem sollten die EU-Staaten bei der „weiteren Entwicklung und Erforschung“ der friedlichen Nutzung der Atomkraft besser zusammenarbeiten. spiegel.de

Kükenschreddern: Das Oberverwaltungsgericht in Münster sieht im Töten von männlichen Küken keinen Gesetzesverstoß. n-tv.de

Buchtipp der Woche: Die Mauren. Der eine oder andere mag fragen, was haben die Mauren mit der Gegenwart zu tun? Angesichts von „Flüchtlingskrise“, fremdenfeindlichen Ausschreitungen und IS-Terror in Europa scheint eine erfolgreiche Symbiose aus den Kulturen des Morgen- und Abendlandes zur Zeit nicht möglich. Dabei gab es eine Zeit in Europa, in der Muslime, Christen und Juden nicht immer harmonisch, aber doch weitgehend kooperativ zusammenlebten sowie gemeinsam das Wissen der Welt vergrößerten und bewahrten. Die drei Religionen durchdrangen sich in einer fruchtbaren Zusammenarbeit, die ihresgleichen sucht. Die Rede ist von Emiren und Kalifen der Mauren, die zwischen 711 und 1492 auf der iberischen Halbinsel regierten. Albert Stähli zeigt in seinem neuen Buch „Die Mauren – Meister der Toleranz, Vielfalt und Bildung“, dass schon die maurischen Herrscher eine Lösung für multikulturelle Gesellschaften gefunden hatten: Toleranz, Bildung und Glaubensfreiheit.
fazbuch.de 

Kernkraftwerk Krümmel: verschwunden bis 2036 ndr.de
Zukunft der Arbeit: Plattform in NRW gegründet juraforum.de
Keine Effizienzunterschiede: zwischen privaten und kommunalen Versorgungsunternehmen  diw.de
Indonesien: 100 Kohlekraftwerke geplant amisdelaterre.org
Häfen in Bremen: gerichtliche Baustoppverlängerung für Offshore Terminal weser-kurier.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Die Ministerin ist vor dem Handel eingeknickt. Alleine mit einer Selbstverpflichtung wird das Problem sich nicht lösen lassen.“ 
Lisa Maria Otte, Umweltwissenschaftlerin und Greenpeace-Expertin für Meere, zu der Selbstverpflichtung des Handels Plastiktüten zu verteuern. Die Expertin verweist darauf, dass sich nicht alle Läden beteiligten, und sie berücksichtigt nicht alle Plastik-Tragetaschen: Dünnwandige Plastikbeutel, etwa für Obst und Gemüse, würden außen vor gelassen. greenpeace.de

„Die Defizite, wie wir sie zum Beispiel in der Fleisch- und Milchbranche vorfinden, können nur ausgeglichen werden, indem die Bedingungen an die Ansprüche der Verbraucher angepasst werden“  
Ulrich Hamm, Öko-Marketing-Experte an der Uni Kassel, unsere Lebensmittel müssten im Durchschnitt 30 Prozent teurer werden, um die Anforderungen in der Nutztierhaltung umsetzen zu können. Ob Verbraucher aber bereit sind, die notwendigen 30 Prozent mehr für Qualität zu zahlen, darüber streiten sich die Experten. Die deutschen Konsumenten gelten als preissensibel. rp-online.de

MEHR WISSEN

Binnenmigration wegen Klimawandel: In vielen Regionen der Welt ist der Klimawandel inzwischen zur Realität geworden. Die Bewohner werden teilweise zu Flüchtlingen im eigenen Land. Nun fordern  Forscher eine geordnete Umsiedlung diese Climate Migrants. dw.com

Stärkerer Kampf gegen Plastikmüll: Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel hat angekündigt, die Aktivitäten gegen die Vermüllung der Meere zu verstärken.  Hintergrund ist, dass in den Mägen gestrandeter Pottwale  alte Autoteile, Kaffeekapseln und Verpackungen und teils sogar Autoreifen gefunden worden sind.  handelsblatt.com

Vertical Farming: Schon bald sollen Hochhaus-Gewächshäuser die Mega-Metropolen der Welt mit frischem Obst und Gemüse versorgen. In Farmscrapern , das Pendant zu Skyscrapern, sollen Salat, Gurken und Tomaten unbeeinflusst von der  Umwelt in übereinander angeordneten Regalen wachsen und von einem Nährstoffnebel mit allen wichtigen Mineralien und Wasser versorgt werden. elektronik.net

Glyphosat: EU Staaten nach wie vor uneins  tagesspiegel.de
1,5 Grad Ziel überschritten: Wenn die Emission so steigen wie jetzt, dann wird die 1,5 Grad Grenze zur Begrenzung der Erderwärmung bereits in fünf Jahren erreicht sein. carbonbrief.org
Touristen:  Thailand schließt Strände und Zugänge zur Insel Koh Tachai taucher.net

DAS LETZTE:

Leonardo di Caprio: Der Star, der für seinen Einsatz für die Umwelt bekannt ist, verhielt sich selbst nicht gerade umweltfreundlich. Mit dem Privatjet düste er zu einer Dankesrede von Cannes nach New York, wo er einen Umwelt Award erhielt. Dafür hätte auch eine Videobotschaft gereicht.  promiflash.de

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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