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NACHRICHTEN

Grüne wollen Energiekonzerne stärker belasten: Die Atomkonzerne sollen mehr an den gesellschaftlichen Kosten der Atomkraft beteiligt werden. Dazu wollen führende Politiker der Partei die zum Jahresende auslaufende Kernbrennstoffsteuer bis 2022 zu verlängern und gleichzeitig den Steuertarif um rund 50 Prozent erhöhen. Mit dem Vorstoß ärgern die Grünen die Große Koalition. Während Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Steuer ablehnt, könnte sich Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine Verlängerung durchaus vorstellen. morgenpost.de

Atomkonzerne sollen für Atomausstieg zahlen: Am Mittwoch hat die Bundesregierung den Gesetzentwurf für die Finanzierung des Atomausstiegs verabschiedet. Der Entwurf sieht vor, dass der Staat den vier Atomkonzernen die Verantwortung für die Atommüll-Endlagerung abnimmt. Rund 23 Milliarden Euro müssen die Unternehmen dafür an einen Staatsfonds überweisen. Darin enthalten ist auch ein Risikoaufschlag zu den bisherigen Rückstellungen, mit dem sich die Konzerne aus der sogenannten Ewigkeitshaftung freikaufen können. Verbände kritisieren diese Summe als viel zu niedrig.  svz.de , bee-ev.de (Kritik)

Rund 100 Milliarden Dollar haben allein 2014 rund 900 wetterbedingte Ereignisse an wirtschaftlichen Schäden gekostet, 60 Prozent davon sind in Entwicklungsländern aufgetreten.  fr-online.de

CDU gegen Hendricks Klimaschutzplan 2050: Der Entwurf aus dem Bundesumweltministerium sei einseitig auf wenige Klimaschutztechnologien zugeschnitten, sozial unausgewogen und innovations- und wachstumsfeindlich. In eigenen Grundsätzen formulieren eine Reihe wichtiger CDU-Bundestagsabgeordneter, dass für die Akzeptanz des Klimaschutzes entscheidend sei, dass die Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten begrenzt blieben. handelsblatt.com 

Stromlose deutsche Haushalte: Im vergangenen Jahr waren die deutschen Haushalte durchschnittlich 13 Minuten ohne Strom, das ist eine halbe Minute mehr als noch im Jahr zuvor. Ursache für den Anstieg  sind vor allem Wetterereignisse wie Stürme und Hitzewellen. bundesnetzagentur.de

Elektromobilität: Nicht überall in Europa ist der CO2 Fußabdruck bei e-Autos gleich, wichtig ist nicht nur die Tatsache an sich, dass e-Mobilität auf die Strasse gebracht wird, sondern wie die elektrische Energie produziert wird, die die Autos antreibt. krone.at , jakubmarian.com (interaktive Karte)

Buchtipp der Woche:  „Mit Vollgas so weiter?“ Mit unserem Energiesystem steht es ähnlich wie mit dem Dogma vom dauerhaften und unbegrenzten Wirtschaftswachstum: Allen ist klar, dass ein Umlenken unumgänglich ist – der Weg dahin und die konkreten Schritte jedoch sind umstritten.  Bernhard Enzesberger macht klar, dass wir beides brauchen: Eine klare politische Steuerung in Richtung Energiewende – etwa über steuerliche Anreize und das Einpreisen der wahren Kosten fossiler Energieträger – und ein reflektiertes und aktives Handeln von Bürgern und Konsumenten. Die technischen Voraussetzungen auf dem Weg zu geringeren Treibhausgasemissionen, wie etwa geeignete Speicherkonzepte, sind dabei viel weniger herausfordernd als die Veränderung unserer Wertvorstellungen und täglichen Praktiken. Bernhard Enzesberger zeigt, wo wir hierbei konkret ansetzen können und welche hervorragend funktionierenden Konzepte und Vorbilder es heute schon gibt. oekom.de

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E.on: Durch Aufspaltung drohen neue Rekordverluste. deraktionaer.de
Prinzessin-von-Asturien-Preis: UN Klimasekretariat erhält spanischen Nobelpreis. euronews.de
CO2 Steuer: Senkung von Ungleichheit und Emissionen. factory-magazin.de
Wärmstes Jahr: Schon 2015 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, 2016 könnte es noch übertreffen.  iwr.de
Neuseeland: Tasman-Gletscher schmilzt wegen Klimawandel. focus.de
VW-Strategiechef: Ab 2023 werden e-Autos billiger als Benziner sein. manager-magazin.de

WÖRTLICH GENOMMEN

 „Als ich 1938 geboren wurde, gab es weltweit 2,7 Milliarden Menschen, jetzt – also nur innerhalb einer Generation – sind es 7,3 Milliarden; bald sind es neun Milliarden, und die sind ja nicht gleichmäßig verteilt.“
Klaus Töpfer,  Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, erläutert, dass während 90 Nationen keinen Zuwachs mehr hätten, darunter auch China – trotz der Abkehr von der Ein-Kind-Politik-  wüchsen vor allem Afrika und der indische Subkontinent die Bevölkerungszahlen. Gerade die betroffenen Länder seien in der Wohlstandskette bereits jetzt ganz am Schluss und hätten zugleich ein sehr niedriges Durchschnittsalter. Und diese Jugend sitze neben der Bevölkerung, die immer älter und reicher wird. Da würden die Heranwachsenden, wenn sich die Not durch Hunger und andere Katastrophen noch verschärften, nicht lange zusehen.
kurier.at

„Die entscheidende Handlungsoption, die vom Weltagrarbericht ausging, lautet, dass in der globalen Landwirtschaft ein Kurswechsel hin zur Agrarökologie erfolgen muss, um die Herausforderungen einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung zu meistern“
Hans Herren, Ko-Präsident des Weltagrarberichts und Gewinner des Welternährungspreises,  meint, dass die Erkenntnis, dass unsere heutigen Agrar- und Ernährungssysteme nicht im Einklang mit den Erfordernissen einer nachhaltigen Welt sei und sich mittlerweile etabliert habe. Es sei befriedigend zu sehen, dass die Debatten und das Geschehen rund um die Agrarökologie an Schwung gewonnen hätten. weltagrarbericht.de

MEHR WISSEN

Bordeaux verändert sich: Der Klimawandel macht auch vor dem Weinbau nicht Halt. Das Wetter hat sich beispielsweise im Bordeaux verändert,  Trauben müssen bei voller Hitze geerntet werden, was durch die hohen Temperaturen mehr Zucker und entsprechend auch mehr Alkohol im Wein bedeutet.  Dabei benötigt der Wein die kühleren Phasen im Oktober um weiter zu reifen und seine Aromen zu entfalten. Weinbauern müssen überlegen, ob sie Rebsorten – wie den Merlot – durch andere ersetzen. klimaretter.info

Greenbonds: Greenbonds werden immer beliebter und haben nach der Ratifizierung des Klimaabkommens von Paris durch China, die USA und Indien noch einmal Auftrieb erhalten.  In der Verwaltung von großen Vermögen haben klimarelevante Faktoren einen wichtigen Platz. Versicherer und Großanleger ziehen sich aus Investments in fossile Energieträger zurück. Damit geraten die entsprechenden Unternehmen unter Druck. Die Investitionsbereitschaft in nachhaltige Projekte und Fonds ist gestiegen. wiwo.de

Upcycling in der Mode: Nicht Recycling, sondern die Wiederverwertung alter Textilien zu etwas Neuem, das ist in der Mode angesagt. Reworked Jeans stehen für eine neue Bewegung in der Modewelt. Das amerikanische Unternehmen Urban Outfitters setzt für ihre Produktlinie Urban Renewal seit einigen Saisons alte Mode ein, indem alte Kleidungsstücke repariert oder umgenäht werden. In ihren Läden wird diese Mode zwischen der Neuware präsentiert. zeit.de

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Before the Flood:  Leonardo di Caprios Film über den Klimawandel  enorm-magazin.de
China:  Zwei Riesenpandas ausgewildert  spiegel.de
Coffee-to-go:  Ein Euro Pfand auf Kaffee-Pappbecher? welt.de
Wohnen in der Zukunft: Einfamilienhaus stirbt aus  sueddeutsche.de
Wohnen in der Zukunft II: In Berlin soll ein Modellprojekt für das zukünftige Zusammenleben entstehen faz.net , werkbundstadt.berlin

DAS LETZTE:

Stierkampfverbot aufgehoben: Mitteleuropäische Tierschützer schütteln fassungslos die Köpfe. Das spanische Verfassungsgericht hat das in Katalonien geltende Stierkampfverbot aufgehoben. In der Urteilsbegründung hieß es, der Stierkampf gehöre zum kulturellen Erbe Spaniens, eine Entscheidung über sein Verbot stehe damit nur der Zentralregierung in Madrid zu. Deshalb sei das von der Region verfügte Verbot verfassungswidrig und damit auch ungültig. Die katalanische Regionalregierung kündigte umgehend Widerstand gegen die Entscheidung aus Madrid an orf.at

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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