Als Mikroplastik werden alle Partikel bezeichnet, die kleiner als fünf Militmeter sind. In der Kosmetik- und Hygienebranche treten diese Teilchen in Form von Granulat in der Produktion auf. Somit kommen diese Mikroplastikteilchen zum Beispiel in manchen Hautpeelings vor. Das Gefährliche an diesen Teilchen ist ihre Fähigkeit Giftstoffe an sich zu binden.

Menschen sind indirekt durch Mikroplastikteilchen gefährdet

Die Hygiene- oder Pflegeartikel gelangen oft über Umwege ins Meer, wo sie über Jahrhunderte nicht abgebaut werden können. Indirekt können sie dann über die Nahrungskette zu den Menschen zurückgelangen. Viele Meeresbewohner fressen die Mikroplastikteile. Diese lagern sich in deren Fettgewebe ab und gelangen somit durch dessen Verzehr in den Körper des Menschen.

Bundesregierung will freiwilligen Ausstieg in der Kosmetikproduktion

Die Bundesregierung will im Dialog mit der Kosmetikindustrie auf einen freiwilligen Ausstieg aus der Nutzung von Mikrokunststoffpartikeln in Kosmetikprodukten hinwirkenb. Denn inzwischen sind  irreversible Umweltbelastungen durch die in Kosmetikprodukten verwendeten Partikel, beispielsweise beim Eintrag ins Abwasser oder in Gewässer, nicht auszuschließen.

Genaue Menge der Mikroplastikteilchen nicht bekannt

Zu genauen Mengen in Deutschland können derzeit keine Angaben gemacht werden, da keine Untersuchungsverfahren verfügbar sind, die eine quantitative Bestimmung ermöglichen. Das Umweltbundesamt  führt jedoch dazu Untersuchungen zu Gehalten von Mikroplastik in behandeltem Abwasser durch. Außerdem werden im Auftrag der Bundesregierung verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt und Gutachten vergeben, die zum Teil einen breiteren Fokus auf Abfälle im Meer hätten, jedoch das Themenfeld Mikroplastik mit umfassten. Andere Projekte befassen sich hingegen direkt mit Mikroplastik.

Mehr als 250 Meerestierarten betroffen

Derzeit ist von mehr als 250 Meerestierarten bekannt, dass sie Kunststoffe mit der Nahrung aufnehmen. Relevant für die menschliche Ernährung seien dabei Schalen- und Krustentiere, sowie Fischarten wie Sprotten, die mit Magen-Darm-Trakt verzehrt werden und so in die menschliche Nahrngskette gelangen können.

Viele Produkte bereits ohne Mikroplastikteilchen

Verbraucher können jedoch Produkte ohne Mikroplastikteilchen verwenden. Umweltorganisationen wie zum Beispiel der  BUND stellen dazu Listen zur Verfügung. Am Ende liegt es in der Hand des Verbrauchers, ob die Kosmetikindustrie auf den Zusatz solcher Stoffe freiwillig verzichtet.

 

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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