Eine der großen Herausforderungen für die  Stadt der Zukunft ist die Frage, wie die Gesellschaft mit den Herausforderungen des Älterwerdens in der Gesellschaft umgeht. In zahlreichen Kommunen und Regionen wird damit experimentiert und es gibt zahlreiche Modellprojekte.

„Gesund und selbstbestimmt ins Alter“ – so lautet das Motto des bundesweit geförderten Modellprojekts „FISnet – Flexible individualisierte Service-Netzwerke“, das mit einer Laufzeit von vier Jahren in der Region Augsburg und Schwaben gestartet ist.

Selbstbestimmtes Altern
„Es geht uns insbesondere um Menschen zwischen 55 und 75 Jahren. In dieser Lebensphase treten erhöht Gesundheitsrisiken auf, gleichwohl wollen die Menschen bis ins hohe Alter aktiv und selbstbestimmt leben.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Partnern Lösungen zu entwickeln, die zukünftig besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen in dieser Lebensphase abgestimmt sind“, so Prof. Dr. Werner Schneider, Verbundkoordinator des Projekts an der Universität Augsburg,  27 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Medizin, Bildung und bürgerschaftlichem Engagement haben sich in FISnet zusammengeschlossen, um nachhaltige Modelle zu entwickeln, die dann auch in anderen Regionen Deutschlands zur Anwendung kommen sollen.

Das Projekt FISnet wurde in einem bundesweiten Wettbewerb aus insgesamt 78 Bewerbern neben vier weiteren Modellprojekten und als einziges in Bayern vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“ (GeDiReMo) ausgewählt.

Das Fördervolumen beträgt 4,8 Millionen Euro, das Projektvolumen insgesamt 6,4 Millionen Euro. Während der vierjährigen Laufzeit des Projekts werden passende präventive Gesundheitsmaßnahmen entwickelt und in Form vernetzter „Dienstleistungspakete“ in den beteiligten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen der Region umgesetzt. Parallel dazu werden innovative Modelle zur Koordination von kooperativen Dienstleistungsnetzwerken entworfen und erprobt.Lebens- und Arbeitsqualität sichern

Projektnutzen
Stellvertretend auch für die anderen Projekt-Partner betonen die Unternehmensvertretungen den vielfältigen Nutzen des Projekts, den sie in den kommenden Jahren für ihre Organisationen erwarten: Dieser reicht beispielsweise von einer Erweiterung des Dienstleistungsangebots bei den Volkshochschulen Aichach-Friedberg und Augsburg und bei der Berufsbildungszentrum Augsburg gGmbH (BBZ) über die Implementierung einer ganzheitlichen Kundenberatung in das Angebot der Stadtsparkasse Augsburg bis hin zum Ausweis des eigenen Unternehmens als eines bis zum Übergang in die Nacherwerbsphase attraktiven Arbeitgebers, wie dies vom Klinikum Augsburg, aber auch von manroland, dem Landratsamt Augsburg sowie vom Amt für Grünordnung der Stadt Augsburg angestrebt wird.

„Angesichts des demographischen Wandels ist es uns ein großes Anliegen, die Lebens- und Arbeitsqualität in unserer Region zu erhalten und nachhaltig zu stärken. Das können wir nur gemeinsam im Verbund erreichen“, so Landrat Martin Sailer. Und Dr. Stefan Kiefer, Dritter Bürgermeister und Leiter des Referats für Soziales, Jugend und Familie der Stadt Augsburg, ergänzt: „Die Stadt Augsburg beteiligt sich in vielfältiger Weise an diesem Projekt. Wir freuen uns besonders auf die wissenschaftliche Begleitung des auch in der Stadt Augsburg wichtigen Themas des demographischen Wandels. Deshalb möchten wir überall dort mitwirken, wo die Weichenstellungen für die Umsetzung der Modelle gelegt werden müssen. Ich freue mich auf eine gute und intensive Zusammenarbeit mit allen Partnern in den nächsten vier Jahren.“

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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