Myanmar wächst touristisch sehr stark

Wie lässt sich ein massiver Zuwachs im Tourismus nachhaltig gestalten? Vor dieser Herausforderung steht derzeit das südostasiatische Land Myanmar.

Wurde das Land, das früher Burma genannt wurde, vor fünf Jahren noch von einer Million Ausländer besucht, waren es im vergangenen Jahr bereits mehr als drei Millionen. „Wir müssen das Wachstum managen, und wir müssen es nachhaltig managen“, proklamierte Mario Hardy von PATA auf dem ITB Berlin Kongress.

Wichtig sei, vom „Bucket list–Phänomen“ wegzukommen. Die Bucket List sind die Ziele, die man in seinem Leben unbedingt gesehen haben will, bevor man den Löffel abgibt. Diese „Löffel-Liste“ ist natürlich nicht neu, „Venedig sehen und sterben“, formulierte schon Thomas Mann. Doch spätestens seit Jack Nicholson und Morgan Freeman im Jahr 2007 in „Das Beste kommt zum Schluss“ , im amerikanischen Original heisst der Film „The Bucket List“, zwei Todkranke mit letzten Wünschen spielen, ist eben diese „bucket list“ ein Phänomen der Social Media geworden. „Wir wollen Touristen ermutigen, über die Hauptsehenswürdigkeiten hinauszugehen, denn das wird helfen, das Leben der Menschen zu verbessern“, zeigte sich Hardy überzeugt.

Entwicklung weiterer Ziele

Für Myanmar heißt dies, nicht nur Highlights wie Bagan oder die Shwedagon-Pagode in Yangon in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch andere touristische Regionen zu erschließen. Eine davon ist der Kayah-Staat im Osten des Landes, der erst seit wenigen Jahren für den internationalen Tourismus zugänglich ist. Dieser habe eine vielfältige Natur und ein interessantes kulturelles Erbe zu bieten, erklärte der Tourismusberater Pascal Khoo Thwe aus Myanmar, und verwies auf die Traditionen einer vorbuddhistisch–animistischen Kultur.

Willem Niemeijer vom Veranstalter Khiri Group & Travel & Reach zeigte auf der ITB Berlin großes Interesse daran, im Kayan-Staat erste Projekte zu beginnen. „Wir wollen gerne im Kayah-Staat etwas machen“, erklärte Niemeijer, der von einer Reihe von erfolgreichen Projekten in Thailand, Kambodscha und im an den Kayah-Staat grenzenden Kayin-Staat berichten konnte.

Sein Land, so erklärte Phyoe Wai Yar Zar vom Myanmar Marketing Committee, erwarte in diesem Jahr bereits über vier Millionen Besucher. Um die Entwicklung nachhaltig zu gestalten, setze man überwiegend auf Private-Public-Partnerschaften. Unterstützt wird Myanmar bei seiner touristischen Diversifizierung zudem von verschiedenen Entwicklungshilfeorganisationen und Stiftungen aus Deutschland und aus den Niederlanden sowie vom International Trade Center ITC.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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