Nachhaltige Produktinformationen in Webshops sind jetzt in einem Ranking bewertet worden. (Foto: geralt/pixabay)

Wie leicht wird es Verbraucherinnen und Verbrauchern gemacht, die im Internet nachhaltige Produkte einkaufen wollen?

Ein Ranking der 100 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland, das vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und dem Verbraucherschutzverein „Fo.KUS Konsum, Umwelt und Soziales“ gerade veröffentlicht wurde, zeigt nun, welche Anbieter in Deutschland am besten über die Umwelt- und Sozialverträglichkeit ihres Produktsortiments informieren. „Im Weihnachtsgeschäft erwarten viele Onlinehändler neue Umsatzrekorde. Schnell und komfortabel im größten Warenhaus der Welt einkaufen gehen, so lautet das Werbeversprechen des Onlineshoppings. Doch für Kunden, die online nachhaltige Produkte einkaufen wollen, gilt dies in vielen Shops nicht oder nur eingeschränkt“, kommentiert Studienautor Helmut Hagemann die Ergebnisse. Am besten gelingt das laut Ranking bei den fünf Webshops otto.de, quelle.de, conrad.de, bonprix.de und tchibo.de.

„Diese Onlineshops haben die meisten Bewertungspunkte erzielt, weil sie besser als ihre Konkurrenten über die Nachhaltigkeit ihres Warenangebots informieren“, so Hagemann. „Wenn Kunden in diesen Shops nach Öko-Produkten suchen, finden sie in der Tat meistens echte Öko-Produkte – das ist alles andere als selbstverständlich. Diese werden oft werblich besonders herausgestellt und ihre Merkmale verständlich erklärt. Zudem gibt es spezielle Suchfilter, Themenshops und Unternehmensberichte, die den Kundinnen und Kunden zusätzliche Orientierung bieten. Und selbst bei konventionellen Produkten finden sich bei manchen Anbietern gelegentlich Informationen, die Hinweise auf die Umweltauswirkungen eines Produkts vermitteln.“

Heimliche Sieger außer Konkurrenz: Memolife, Waschbär und Hess Natur

Außer Konkurrenz – da sie nicht zu den 100 größten Onlineshops in Deutschland zählen – bewertete das Ranking zu Vergleichszwecken auch die drei größten Öko-Onlineshops memolife.de, waschbaer.de und hessnatur.de. „Diese drei Anbieter erzielten teilweise mit deutlichem Abstand bessere Bewertungen und sind damit die heimlichen Sieger unserer Untersuchung“, sagte Helmut Hagemann.

Zu den zehn Onlineshops, die am besten über nachhaltigkeitsbezogene Produktinformationen Auskunft geben, zählen weiterhin reichelt.de, alternate.de, amazon.de, saturn.de und rewe.de. Doch weist Hagemann auch auf Defizite hin: „Während die besten zehn Shops die nachhaltigeren Produkte in ihren Sortimenten noch relativ gut kennzeichnen, schaffen sie es jedoch kaum, umfassende Aussagen über Waren mit schwächerer Nachhaltigkeit zu machen. So erfahren die Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel nichts darüber, wenn manche Produkte in Betrieben mit Anfängen eines Umweltmanagements produziert wurden, oder von Unternehmen stammen, die sich für fairere Arbeitsbedingungen in der Modebranche einsetzen.“

Die Schlusslichter im Ranking sind zwei chinesische Onlineshops, die in rasantem Tempo in die Liste der 100 umsatzstärksten Shops in Deutschland aufgestiegen sind. Ihre schlechte Position im Ranking rührt vor allem daher, dass sie gegen gesetzliche Kennzeichnungspflichten für Energieeffizienz und Textilfasern verstoßen.

Die Studie zeigt den Anbietern eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten auf, mit denen sie ihre nachhaltigkeitsbezogenen Produktinformationen verbessern können. Dazu zählen eine präzisere Suchfunktion und bessere Kennzeichnung der Öko-Produkte. Um dies in der Praxis umzusetzen, sei es wichtig, so der Autor, dass die Unternehmen eine nachhaltige Informationspolitik in ihren Zielen verankern.

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