CSR – Corporate Social Responsibility ist ein Schlagwort, das viele Unternehmen im Munde führen. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen hin und wieder Lücken. Nicht immer ist die Spende für einen Kindergarten oder für die Dritte Welt schon ein Teil gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung. Frank Tetzel sprach mit Dr. Stefan Hermann Siemer, CSR-Berater und Markenstratege über sinnvolle CSR Strategien.

Was versteht man unter Corporate Social Responsibility (CSR)?

Einfach übersetzt meint der Begriff all das, was ein Unternehmen macht, um seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Am Anfang stehen also veränderte Rahmenbedingungen – oder die Einsicht von Menschen im Unternehmen: „Wir wirtschaften nicht im luftleeren Raum, sondern wir sind mitverantwortlich für die gesellschaftlichen Grundlagen, auf die auch die Wirtschaft angewiesen ist. Und darum leisten wir auch unseren Beitrag zum Wohle der Gesellschaft: Im Unternehmen selbst, in der Region und weltweit.“ Der Begriff CSR ist in Fachkreisen umstritten. Darum sprechen viele Experten lieber von Corporate Responsibility (unternehmerische Verantwortung) oder Corporate Sustainability (unternehmerische Nachhaltigkeit).

Was sollten Unternehmen denn konkret tun?

Sie sollten vor allem phantasievoll und mutig sein, denn es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Genauso wie es Biodiversität gibt, sollte es auch CSR-Diversität geben. Jede Firma kann ihr Engagement nutzen, um sich zu profilieren und die eigene Marke zu stärken. Als Königsweg gilt die Verankerung im Kerngeschäft, wenn zum Beispiel eine Bank ökologische Fonds anbietet. Aber auch spezielle Unterstützung von Mitarbeitern oder Spenden/Sponsoring können sinnvoll sein, oder Kooperationen mit Hilfsorganisationen.

Ist Nachhaltigkeit auch ein Thema für den Mittelstand?

Selbst für kleine Betriebe wird dies immer wichtiger. Das Glück des Mittelstands: Er gilt gegenüber Konzernen schon per se als nachhaltiger, ob das jetzt berechtigt ist oder nicht. Man kann also auf positive Erwartungen aufbauen. Dem Mittelstand kommt zugute, dass Nähe der stärkste „Treiber“ für Nachhaltigkeits-Anmutung ist: Soziale Nähe durch überschaubare Strukturen und klare Verantwortlichkeiten, räumliche Nähe durch Präsenz vor Ort und regionale Verankerung. Diese „gefühlten“ Vorteile kann man durch entsprechendes Handeln gut verstärken.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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