Nachhaltigkeit im Luftverkehr wird zunehmend ein Thema. Seit fünf Jahren gibt es bereits den Clean Tech Media Award. Dieser fördert neue Umwelttechnologien und nachhaltige Verhaltensweisen, in dem er Unternehmen oder Einzelpersonen mit innovativen und nachhaltigen Projekten rund um den Umweltschutz, in den verschiedensten Kategorien auszeichnet. Diese Jahr wurde erstmalig die Kategorie „Luftfahrt“ mit aufgenommen. Mit Lufthansa-Vizepräsident und Jurymitglied des Clean Tech Media Award, Joachim Buse, und dem Initiatoren der Auszeichnung, Marco Voigt, sprechen wir heute über Nachhaltigkeit im Luftverkehr.

Wie besonders ist es, nun eine Kategorie „Luftfahrt“ zu haben?

Marco Voigt: Letztes Jahr gewann die Lufthansa einen Preis für ein sehr innovatives Projekt. Währenddessen haben wir uns mehr und mehr mit dem Thema „Luftfahrt“ beschäftigt und dabei viele andere spannende Projekte entdeckt. Daher darf man diesen Teil auf gar keinen Fall ausschließen, wenn man über Nachhaltigkeit und Umwelttechnologie redet.

Seit letztem Jahr fliegt ein Airbus von Hamburg nach Frankfurt mit Biokraftstoff. Was macht die Lufthansa sonst noch im Bereich Nachhaltigkeit?

Joachim Buse: Das ist richtig, allerdings fliegt dieser Airbus dieses Jahr mit normalen Kraftstoff, da das Forschungsprojekt zeitliche Begrenzt war. Aber Lufthansa ist in Puncto Nachhaltigkeit in vielen Aktivitäten unterwegs. Dazu gehört zum Beispiel die Gewichtsreduzierung im Flugzeug. Das fängt bei den Geräten an und endet bei neuen komfortableren Sitzen für die Passagiere.

Was kann man sich noch unter Umwelttechnologie in der Luftfahrt vorstellen?

Joachim Buse: Wir wollen gerade mit dieser Kategorie in diesem Bereich auch Mut machen, neue Wege zu beschreiten, um das Thema Fliegen umweltfreundlicher und verträglicher zu gestalten. Das Projekt mit dem Biokraftstoff soll auch in der Zukunft Thema sein. Wir konnten bereits mit diesem neuen Flugzeug innerhalb einiger Monate eineinhalbtausend Tonnen CO2 einsparen. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die gesamte Technologie sehr zuverlässig ist. Insofern sind wir sehr optimistisch, dass das Thema seine Kreise ziehen wird. Wir wollen in diesem Bereich auf jeden Fall weitermachen. Allerdings ist eine neue Technologie auch immer mit vielen Hürden verbunden und braucht daher viel Unterstützung.

Zum Beispiel aus der Politik. Werden sie aus diesem Bereich bereits unterstützt?

Joachim Buse: Das Thema Nachhaltigkeit im Luftverkehr ist ein relativ junges Thema. Wir haben letztes Jahr die deutsche Luftverkehrsinitiative gegründet. Innerhalb weniger Monate haben wir bereits eine sehr gute Resonanz aus dem Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftsministerium erhalten.

Wie sind Sie Jurymitglied des Clean Tech Media Award geworden?

Joachim Buse: Herr Voigt hat mich gefragt, ob ich Lust habe, mitzumachen. Ich denke, wir sollten in der Luftfahrt jede Gelegenheit nutzen, neue Ideen zu fördern. Ich persönlich bin gespannt, auf die Vorschläge der beteiligten Unternehmen. Am siebten September wissen wir mehr.

Der Clean Tech Media Award findet dieses Jahr wieder in Berlin statt.

Marco Voigt: Das stimmt. Dieses Jahr sind wir im Tempodrom in Berlin. Letztes Jahr fand Clean Tech Media Award in der Umwelthauptstadt Hamburg statt.

Gibt es sonst noch Neuheiten außer der Kategorie „Luftfahrt“?

Marco Voigt: Es läuft im Wesentlichen schon so ab, wie in den Jahren zuvor. Aber es gibt die ein oder andere Neuerung neben der „Luftfahrt“. Die Bühnengestaltung wird dieses Jahr anders aussehen. Wir planen einen Technologiezirkus, wo auf der Bühne viele verschiedene Technologien vorgestellt und mit Entertainment begleitet werden.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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