Mit dem Ausbau moderner Kreislaufwirtschaft kann ein wesentlicher Beitrag zu Rohstoffsicherung und Ressourceneffizienz geleistet werden.

Die Kreislaufwirtschaft wird immer wichtiger, vor allem bei der Herstellung von Snartphones und Co. Jeder braucht sie: Sie stecken in Smartphones, Laptops und Autos – Seltene Erden und andere High-Tech-Metalle. Das Problem dabei: Diese Rohstoffe sind nur begrenzt vorhanden. Die Versorgung mit diesen und weiteren Ressourcen ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Eine Lösung bietet der Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Sie verfolgt das Ziel, dass eingesetzte Rohstoffe über den Lebenszyklus einer Ware hinaus wieder vollständig in den Produktionsprozess zurückkehren.

Um das Thema Kreislaufwirtschaft in Zeiten der Digitalisierung in den Fokus zu rücken, haben Universitäten und Forschungseinrichtungen mehrerer europäischer Länder, darunter die TU Clausthal, nun ein innovatives Online-Angebot geschaffen. Es kombiniert Know-how und Fallstudien aus Wissenschaft und Wirtschaft und adressiert neue Fragen: Was sind Trends, in Fertigung, Gebrauch und Wahrnehmung von Produkten? Welche Anforderungen werden an den Konstrukteur gestellt, um diese Produkte der Zukunft zu entwickeln?

Bei dem Online-Kurs handelt es sich um ein sogenanntes MOOC. Die vier Buchstaben stehen für Massive Open Online Course. Das Angebot umfasst Formen der Wissensvermittlung wie Videos, Lesematerial und Problemstellungen mit Online-Foren, in denen Lehrende mit Lernenden interaktiv kommunizieren. „Engineering Design for a Circular Economy“ lautet der Titel des MOOC.

Reuse, Recycling und Repair

Der Kurs, komplett in englischer Sprache gehalten, beschäftigt sich mit der technischen Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft in sechs Kapiteln bzw. in sechs Wochen mit einem Aufwand für den Lernenden von 3 bis 4 Stunden pro Woche. Eingerahmt in eine Einführung und eine Zusammenfassung geht es um die Wiederverwendung (Reuse), das Reparieren (Repair), das Wiederaufarbeiten (Remanufacturing) und die Wiederaufbereitung (Recycling) von Produkten bzw. Materialien. „Ziel ist es, dass am ersten Durchgang des MOOC weltweit mehr als 5000 Studierende sowie aus der Industrie Konstrukteure, Techniker, Manager oder Gründer teilnehmen“, sagt Professor Armin Lohrengel. Der Start, so der Leiter des Instituts für Maschinenwesen der TU Clausthal und MOOC-Ansprechpartner, ist am 9. Mai.

Projektpartner der Harzer Universität sind die TU Delft und die Universität Leiden aus den Niederlanden sowie das schwedische Forschungsinstitut Swerea. Alle Einrichtungen forschen auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft und haben bereits Erfahrung damit, E-Learning-Angebote zu konzipieren und durchzuführen. Im aktuellen Vorhaben, das mit rund 240.000 Euro vom EIT Raw Materials und damit aus Mitteln der Europäischen Union gefördert wurde, haben die Partner mit Industrieunternehmen aus den beteiligten und weiteren Ländern kooperiert. Folgeprojekte sind bereits geplant, zumal der Bedarf an Rohstoffen nicht nur innerhalb der EU, sondern weltweit zunimmt und die Ressourcen immer knapper werden.

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