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Seit wann gibt es bei Ihnen im Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie?

Die QUNDIS GmbH aus Erfurt hat im Jahr 2013 eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie aufgesetzt. Seit 2015 tragen wir das EMAS-Siegel der Europäischen Union für geprüftes Umweltmanagement und gehören zu den Vorreitern in Sachen Nachhaltigkeit.

Wie sieht diese Strategie aus?

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Dieser zielt sowohl auf unsere Produkte als auch auf die gesamte Organisation ab. So haben wir in allen Bereichen ehrgeizige Energieziele festgelegt. Hinzu kommen externe Bestrebungen wie Hochschulkooperationen und Verbandsmitgliedschaften, welche unsere Umweltmaßnahmen unterstützen. Auch die öffentliche Kommunikation ist Bestandteil unserer Strategie. Dadurch werden die Bemühungen nach außen hin sichtbar und der Dialog über Umweltaspekte in der Branche sowie der Gesellschaft wird gefördert.

Über allem stehen die eigens entwickelten Umweltschutzleitlinien. In diesen haben wir festgelegt, dass über die Einhaltung der geltenden rechtlichen Umweltschutzvorschriften hinaus sowohl die Umweltauswirkungen als auch der Energie- und Ressourcenverbrauch kontinuierlich verringert werden sollen. QUNDIS motiviert seine Vertragspartner über einen sogenannten „Code of Conduct“, nach gleichwertigen Umweltgesichtspunkten zu handeln. Details dazu finden sich in unserer Umwelterklärung 2015.

Auch die Belegschaft wird in die Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen. Durch das hausinterne Vorschlagssystem kann jeder Angestellte Ideen für nachhaltiges Handeln einreichen. Das eigens gegründete „Energie-Team“ bewertet anschließend die eingegangenen Vorschläge und sorgt für eine stufenweise Umsetzung geeigneter Maßnahmen.

Darüber hinaus stehen unsere Produkte an sich für Nachhaltigkeit. QUNDIS-Systemlösungen zur Erfassung des Wärme- und Wasserverbrauchs tragen nachweislich dazu bei, die Heizkosten um bis zu 30 Prozent zu senken. Dank der verbrauchsgerechten Abrechnung, die durch unsere Messgeräte möglich ist und zum Energiesparen motiviert, werden weltweit rund 4,5 Mio. Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden. Dies entspricht dem Jahresausstoß einer deutschen Großstadt mit 500.000 Einwohnern.

Seit 2016 unterstützt QUNDIS die Umweltinitiative „Plant-for-the-Planet“ mit Informationsveranstaltungen und Baumpflanzaktionen. Zu unserem 25-jährigen Firmenjubiläum gab es keine Geschenke − stattdessen sammelten wir Spenden für rund 6.300 neue Bäume, die von Plant-for-the-Planet gepflanzt werden. Zudem ist QUNDIS Mitglied im Thüringer Nachhaltigkeitsabkommen und in der Energiekommission des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW).

An welchen Punkten setzen Sie an?

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie setzt an zwei Punkten an: der Produktion und der Energieeffizienz. So verzichten wir bei der Herstellung z. B. weitestgehend auf Schadstoffe und nehmen Altgeräte für die fachgerechte Entsorgung zurück. Zuletzt haben wir Neonröhren in der Produktionshalle durch effizientere LED-Beleuchtung ersetzt und auch mehrere Wärmeöfen sowie die Kälteanlage ausgetauscht.

Schulen oder informieren Sie Ihre Mitarbeiter, und wenn ja wie?

Unsere Mitarbeiter informieren wir durch regelmäßige Schulungen über die Abläufe in den einzelnen Betriebsbereichen. Darüber hinaus erhält die Belegschaft Weiterbildungen zu möglichen Gefahren und erforderlichen Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen. QUNDIS legt viel Wert auf die Personalentwicklung sowie die Einbeziehung und Förderung der Mitarbeiter. Dazu gehört es auch, alle Beschäftigten möglichst in „Echtzeit“ über aktuelle Themen wie etwa Nachhaltigkeit zu informieren. Anfang 2015 hat QUNDIS dafür den „Q Blog“ als Teil des Intranets gestartet.

Welche sind, bezogen auf den Klimawandel, die wichtigsten Herausforderungen für Ihr Unternehmen und Ihre Branche?

Die Herausforderungen für den Kampf gegen den Klimawandel sind vielfältig. An erster Stelle steht die Reduktion von CO2-Emissionen. Das geschieht nicht nur über den Energiespareffekt durch den Einsatz unserer Produkte, sondern auch unternehmensintern über den gesamten Produktionsprozess. Für eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie investieren wir jedes Jahr Geld, Ressourcen und Innovationskraft, um die Abläufe zu analysieren und zu optimieren. Zusätzlich sind wir aufgrund der verschärften Umweltauflagen für Hersteller und Inverkehrbringer von Elektronikgeräten neue administrative und operative Verpflichtungen eingegangen. Wir unterstützten die hohen Umweltstandards in Europa. Dafür gibt es gute Gründe: Ressourcen werden knapper, Energie- und Rohstoffpreise steigen und in der Gesellschaft wächst das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.

Was unternimmt Ihr Unternehmen im Bereich der Ressourceneffizienz?

Bereits bei der Produktentwicklung bedenken wir die möglichen Folgelasten für die Umwelt. Es ist unser Bestreben, Umweltbelastungen über die geltenden Vorschriften hinaus zu vermeiden oder auf ein Minimum zu reduzieren. Schon seit vielen Jahren setzen wir in der hochautomatisierten Produktion auf intelligente, computergestützte Fertigungsprozesse. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 werden alle Prozesse und Produkte direkt vernetzt. Das ermöglicht nicht nur die Digitalisierung der vertikalen und horizontalen Wertschöpfungsketten, sondern führt auch zu einer höheren Produktions- und Ressourceneffizienz. Die meisten unserer Produkte sind für eine hohe Einsatzdauer von teilweise über zehn Jahren ausgelegt, dank des äußerst sparsamen Energieverbrauchs.

Hat Ihr Unternehmen eine CSR Strategie?

Zusätzlich zu nachhaltigen Themen und Umweltaspekten sind wir uns auch der sozialen Verantwortung bewusst. Damit geht einher, dass sich QUNDIS für die Inklusion von Menschen mit Behinderung stark macht − sie werden bei uns nicht anders beschäftigt als Menschen ohne Behinderung. Wir arbeiten z. B. mit einer Behindertenwerkstatt zusammen, die Baugruppen für uns vormontiert. Um ältere Mitarbeiter oder Mitarbeiter mit Krankheiten oder Unfallschäden optimal integrieren zu können, haben wir individuelle Lösungen wie z. B. Homeoffice und speziell angepasste Arbeitsplätze gefunden. Dafür wurden wir 2014 von der Agentur für Arbeit mit dem Zertifikat „Gemeinsam verschieden“ ausgezeichnet.

Was sind die größten Zukunftsherausforderungen für Ihr Unternehmen?

Unsere größten Herausforderungen liegen in der Digitalisierung sowie die Internationalisierung. QUNDIS treibt die Digitalisierung nicht nur intern in der Smart Factory voran, sondern auch extern in der Branche. Wir haben z. B. kürzlich mit dem MeasureNet e.V. eine Branchenplattform für Kunden und Partnern geschaffen, über die aktuelle Trends und Themen diskutiert werden. Ganz weit oben stehen etwa die Herausforderungen internetbasierter Services, um die Verbrauchsdatenerfassung dem Endverbraucher über Mieterportale jederzeit zugänglich zu machen. Politisch engagieren wir uns in zahlreichen Vereinen und Verbänden, wie zum Beispiel der KNX-Association oder der Energiekommission des BVMW. Die Digitalisierung ermöglicht uns neue Geschäftsmodelle, die nachhaltiges Wachstum versprechen.

Ähnlich ist es in Sachen Internationalisierung. Um das weltweite Geschäft mit passenden Lösungen weiter zu verstärken, eröffnete QUNDIS in den vergangenen drei Jahren Auslandsvertretungen in Paris, Istanbul, Moskau und Mailand. Die persönliche Kontaktpflege von Kunden vor Ort steht dabei im Fokus. Weiterhin legen wir Wert auf die Entwicklung von Produktvarianten, die sich an den Anforderungen aller Märkte und Kunden orientieren. Zusätzlich präsentieren wir uns regelmäßig auf internationalen Leitmessen wie der ISK Sodex in Istanbul, der Mostra Convegno in Mailand oder der AquaTherm in Moskau.

 

Wer zeichnet bei Ihnen im Bereich für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich?

Frank Jünemann, Umweltmanagementbeauftragter

Über QUNDIS:
Die QUNDIS GmbH zählt in Deutschland zu den erfolgreichsten Anbietern von Messgeräten und  -systemen für die verbrauchsabhängige Erfassung und Abrechnung von Wasser und Wärme. Zu ihren Kunden gehören Messdienstunternehmen, OEM-Partner und die Wohnungswirtschaft. Innovation ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie, dafür wurde das Erfurter Unternehmen auf dem Deutschen Mittelstands-Summit 2016 mit dem TOP 100-Preis als „Innovator des Jahres“ ausgezeichnet. Die Erfassungssysteme von QUNDIS kommen in mehr als 6 Millionen Wohnungen in über 30 Ländern zum Einsatz.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.QUNDIS.de

Über den Autor

Markus Lichtenberg ist Journalist und spezialisiert auf Thema rund um Mobilität und Stadtentwicklung.

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