„El Cacao“ heißt die nachhaltige Plantage von Ritter in Nicaragua.

Der Anbau nachhaltigem Kakaos und eine faire Lieferkette ist für das Unternehmen Ritter Sport  schon seit Jahren ein Anliegen.

„Unser Handeln ist geprägt von Achtung und Wertschätzung gegenüber Mensch und Umwelt“, so formuliert es die Alfred Ritter GmbH & Co. KG in ihrem Leitbild. Wie das schwäbische Familienunternehmen aus Waldenbruch diesen Grundsatz umsetzt, wird im nun vorliegenden zweiten Nachhaltigkeitsbericht deutlich (Download).

Darin dokumentiert der Hersteller der Schokolademarke Ritter Sport die Fortschritte seiner Nachhaltigkeitsaktivitäten und definiert zugleich die zentralen Ziele für die kommenden Jahre: die vollständige Umstellung auf nachhaltigen Kakao voraussichtlich noch vor 2020, die CO2-neutrale Produktion und die kontinuierliche Reduzierung des Energieverbrauchs.

Zertifizierter Kakao: 100 Prozent nachhaltig

Im Zentrum des Nachhaltigkeitsengagements steht für den Schokoladenhersteller der Rohstoff Kakao. Die Umstellung auf 100 Prozent nachhaltigen Kakao ist das erklärte Ziel, das das Unternehmen früher als bislang angenommen erreichen wird: „Wir können davon ausgehen, dass wir bereits 2020 – und möglicherweise sogar noch früher – ausschließlich zertifizierten Kakao aus nachhaltigem Anbau für Ritter Sport Schokolade verwenden werden“, erklärt Andreas Ronken, Vorsitzender der Geschäftsführung. Neben den Erfolgen der eigenen Nachhaltigkeitsprogramme in Nicaragua führt Ronken das vor allem auf eine veränderte Marktsituation zurück: „Das Angebot an zertifiziertem Kakao ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Diese Bemühungen der Kakaoproduzenten in puncto Nachhaltigkeit möchten wir natürlich unterstützen und beziehen deshalb künftig mehr zertifizierten Kakao“, so Ronken. So wird Ritter Sport zum Beispiel in den nächsten drei Jahren bis zu 20 Prozent des benötigten Kakaos über Fairtrade beziehen.

„Unser Ziel ist größtmögliche Transparenz“

Die Umstellung auf ausschließlich nachhaltigen Kakao durch den Bezug zertifizierter Rohstoffe ist für die Alfred Ritter GmbH & Co. KG nur ein erster Schritt. „Unsere langfristige Kakao-Sourcing-Strategie geht weit darüber hinaus. Unser Ziel ist größtmögliche Transparenz. Wir wollen wissen, wo unser Kakao herkommt und wie er angebaut wird“, erklärt Ronken. Um diese Transparenz zu erreichen, setzt das Unternehmen vor allem auch auf den Direktbezug. Im Rahmen des seit über 25 Jahren bestehenden Programms Cacao-Nica arbeitet Ritter Sport mit rund 3.500 Kakaobauern in Nicaragua zusammen.

Der Ansatz, die Bauern darin zu unterstützen, durch eine Professionalisierung des Kakaoanbaus die Qualität zu optimieren und so gerechte Preise für ihren Kakao zu erzielen hat – wie eine unabhängige Untersuchung des Südwind e. V. Institut für Ökonomie und Ökumene aus dem Jahr 2015 zeigt – zu einer Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bauern geführt. Seit Mitte vergangenen Jahres hat Nicaragua nun sogar Edelkakao-Status erhalten – ein Beleg für die inzwischen hervorragende Qualität des nicaraguanischen Kakaos und ein Erfolg, der sich vor allem für die Bauern auszahlt. Das Prinzip des Direktbezugs, das man bei Alfred Ritter inzwischen in Kooperationen wie mit dem französischen Unternehmen Cémoi auch in anderen Regionen wie der Elfenbeinküste umsetzt, soll künftig weiter ausgebaut werden.

Der Eigenanbau in Nicaragua wird Früchte tragen

Fortschritte macht das Unternehmen auch beim Aufbau der eigenen Kakaoplantage El Cacao, die seit 2012 im Osten Nicaraguas entsteht. Für 2017 erwartet Ritter Sport die erste Ernte, 2025 soll der Vollertrag erreicht werden, der rund 30 Prozent des Bedarfs an Kakaomasse decken wird.

Auf rund 1.500 Hektar wird dort Kakao wie beim Cacao-Nica Programm im Agroforst-System angebaut, das land- und forstwirtschaftliche Methoden kombiniert, indem neben Kakao andere Nutzpflanzen wie Bananen und große Bäume wie Mahagoni angepflanzt werden. Weitere 1.000 Hektar bleiben als Wald- und Feuchtgebiete zum Schutz der Artenvielfalt erhalten. Neben den ökologischen sind es vor allem die sozialen Aspekte wie sichere Arbeitsplätze mit fairem Lohn, Weiterbildungsmöglichkeiten und ärztliche Versorgung für die inzwischen rund 300 Mitarbeiter, die El Cacao zu einer besonderen Plantage und einer wirkungsvollen Investition in die Wirtschaft Nicaraguas machen.

Ab 2022: Die CO2-neutrale Produktion

El Cacao ist auch für die Erreichung eines weiteres Nachhaltigkeitsziels von zentraler Bedeutung: der CO2-neutralen Fabrik. Die Schokoladenproduzenten aus  wird dieses Ziel voraussichtlich 2022 erreichen. Durch die auf El Cacao praktizierte Agrofortwirtschaft wird dort CO2 gebunden. Seit 2016 ist El Cacao nach dem Gold Standard zertifiziert, dem international renommiertesten Qualitätsstandard für CO2-Kompensationsprojekte. Mit dem Gold Standard Zertifikat ausgezeichnete Projekte haben nicht nur die Reduktion der Treibhausgase, sondern auch die Förderung der nachhaltigen Entwicklung in den jeweiligen Ländern zum Ziel.

Im Herbst 2016 hat El Cacao ein umfangreiches Validierungs- und Verifizierungsaudit durch die Experten von Soil & More International und den TÜV bestanden, so dass entsprechende CO2-Zertifikate ausgestellt werden können. „Diese Zertifikate sind besonders wertvoll, weil wir sie in unserer eigenen Wertschöpfungskette generieren“, erklärt Andreas Ronken. „

Wir setzen bewusst nicht auf den Zukauf externer Zertifikate, sondern auf unsere eigenen Nachhaltigkeits- und Umweltschutzaktivitäten.“ Bereits seit 2013 ermitteln Soil & More International und der TÜV den CO2-Fußabdruck des gesamten Unternehmens. Nach diesen Berechnungen wird die Alfred Ritter GmbH & Co. KG ab 2022 CO2-neutral produzieren.

Andreas Ronken

Energiemanagement und ein neues Blockheizkraftwerk

Die sprichwörtliche Sparsamkeit der Schwaben stellt die Alfred Ritter GmbH & Co. KG beim Thema Energie unter Beweis. Seit 2015 ist das Unternehmen nach DIN-Norm 50001 zertifiziert und hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren jährlich weitere 1,5 Prozent Energie einzusparen. Über ein Energiezählerkonzept kann das Unternehmen den exakten Verbrauch jeder Maschine und jedes einzelnen Fertigungsschrittes ermitteln und Einsparmöglichkeiten gezielt identifizieren. Einen wichtigen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit Ressourcen liefert zudem das neue unternehmenseigene Blockheizkraftwerk, das 2016 in Betrieb gegangen ist und rund 30 Prozent des gesamten für die Schokoladenherstellung benötigten Stroms liefert.

 

 

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