Eine Studie aus den Niederlanden hat Menschenrechtsverstöße bei Spinnereien in Südindien aufgedeckt. Die Fabriken produzieren Garn und Vorprodukte – auch für große Textilkonzerne wie H&M und C&A.

Die niederländische Organisation SOMO, die die Aktivitäten internationaler Konzerne unter die Lupe nimmt, befragte 151 Textilarbeiterinnen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner jüngsten Ausgabe.

Viele von ihnen waren zwischen 15 und 18 Jahre alt. Allein die Beschäftigung unter 18-Jähriger im Textilsektor ist ein Verstoß gegen internationale Arbeitsrechtskonventionen – Indien hat entsprechende Regeln allerdings nicht ratifiziert. Viele der jungen Frauen bekommen laut der Studie zudem keine Arbeitsverträge und müssen in betriebseigenen Unterkünften leben, die sie nicht verlassen dürfen. „Der Bericht zeigt, dass die Spinnereien von Zwangsarbeit und Menschenhandel profitieren“, sagt die Aktivistin Gisela Burckhardt von Femnet, dem deutschen Partner von SOMO.

Junge Frauen würden weiter nach dem umstrittenen Sumangali-Prinzip an die Betriebe vermittelt, um sich in Schuldknechtschaft ihre Heiratsmitgift zu verdienen. C&A und H&M bestätigten zwar, Ware von einzelnen der fünf untersuchten Spinnereien verarbeitet zu haben. Beide Unternehmen betonten aber, das Sumangali-Prinzip nicht zu akzeptieren und inzwischen auch Spinnereien zu überprüfen.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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