Siemens will Klimaneutral werden (Foto. Siemens AG)

Weltweit will der Technologiekonzern Siemens bis 2030 eine neutrale CO2 Bilanz vorlegen. Er wäre der erste weltweit agierende Konzern, dem das gelänge. Schon in fünf Jahren will das Unternehmen seine CO2 Emissionen halbiert haben.

Derzeit belaufen sie sich auf rund 2,2 Millionen Tonnen jährlich. Rund 100 Millionen Euro will Siemens in den kommenden drei Jahren  in die Verbesserung der Energiebilanz von firmeneigenen Produktionsstätten und Gebäuden investieren.

Dabei sollen innovative Technologien wie zum Beispiel Energiemanagement-Systeme, die Automatisierung von Gebäuden und Produktionsprozessen sowie energieeffiziente Antriebssysteme in der Produktion zum Einsatz kommen. Mit Hilfe dieser Investitionen will Siemens seine Energiekosten jährlich um 20 Millionen Euro zu reduzieren. „Die Reduktion unseres CO2-Ausstoßes ist nicht einfach nur Ausdruck unseres Verantwortungsbewusstseins, sondern auch ein gutes Geschäft“, sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.

Daneben setzt Siemens drei weitere Hebel ein, um seinen CO2-Ausstoß auf lange Sicht zu verringern: Der verstärkte Einsatz von dezentralen Energiesystemen in den eigenen Produktionsstätten und Bürogebäuden optimiert die Energiekosten. Im weltweiten Fuhrpark setzt Siemens systematisch auf schadstoffarme Fahrzeuge und Konzepte für E-Mobilität. Den eigenen Strom will das Unternehmen künftig vermehrt aus CO2-armen beziehungsweise -freien Energiequellen, wie Gas und Wind beziehen und somit einen sauberen Energiemix erzielen.

Start im kommenden Geschäftsjahr

Siemens startet mit dem Programm zur Reduzierung der CO2- Emissionen bereits im kommenden Geschäftsjahr: Rund 40 Millionen Euro werden an 15 verschiedenen Produktionsstandorten weltweit zur Verbesserung der Energieeffizienz investiert. Ein wichtiger Schritt dabei ist der Umzug in die neue Unternehmenszentrale in München. Das Gebäude soll den höchsten Standard für umweltfreundliches, ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen erfüllen.

Die Technologien rund um die Themen Energieeffizienz und CO2-Reduktion sind im Siemens Umweltportfolio gebündelt. Im Geschäftsjahr 2014 generierte das Umweltportfolio 33 Milliarden Umsatz. Dies entspricht 46 Prozent des Gesamtumsatzes von Siemens. Mithilfe von Siemens-Lösungen gelang es den Kunden des Unternehmens, ihre CO2-Emissionen um 428 Millionen Tonnen CO2 zu reduzieren. Dies entspricht der Hälfte der gesamten Kohlendioxid-Emissionen von Deutschland.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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