Stadtgrün hat gerade in dicht besiedelten Stadträumen eine besonders wichtige Bedeutung.

Stadtgrün, also Parks und andere Grünflächen, sind von besonderer Bedeutung in dicht besiedelten Räumen. Sie verbessern die Stadtluft, bringen Ruhe und tragen zum Wohlergehen der Menschen bei. Allerdings werden die begrenzten Grünflächen im städtischen Raum von vielen Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen genutzt.

Agrarökologen der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass Laien und Experten ein unterschiedliches Verständnis der kulturellen Ökosystemleistungen des Stadtgrüns besitzen. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Urban Ecosystems erschienen.

Mit ihrer Studie konnten die Göttinger Wissenschaftler zeigen, wie das Stadtgrün und die kulturelle Ökosystemleistungen, also die Werte, die die Natur für das Wohlbefinden des Menschen hat, im städtischen Raum wahrgenommen werden – sowohl aus Sicht der Menschen, die die Grünflächen nutzen als auch aus Sicht der Experten, die professionell mit ihnen betraut sind.

Dr. Maraja Riechers vom Department für Nutzpflanzenwissenschaften interviewte im Rahmen ihrer Dissertation Menschen in Naherholungsgebieten in verschiedenen Berliner Stadtbezirken. Um auch die Sicht von Experten nachvollziehen zu können, sprach Dr. Riechers mit Beschäftigten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt oder mit verschiedenen Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen.

„Die Interviews zeigen, dass Experten und Laien unterschiedliche kulturelle Ökosystemleistungen des Stadtgrüns bevorzugen“, so Dr. Riechers. „So ist die Natur ein Begegnungs- und Erlebnisraum und hat Erholungs- und spirituelle Werte.“ Experten hoben den Wert des Stadtgrüns als Raum zur Begegnung sowie das Bildungspotenzial der Natur hervor.

Ihre Sichtweisen waren außerdem praxisnäher. „Die Prioritäten der Laien lagen anders: Neben dem Vergnügen an und in den Grünflächen schätzten sie stärker die Naturschönheit und zeigten ein eher emotionales Naturbewusstsein“, so Dr. Riechers. Der Wert für das Thema Erholung stand bei beiden Gruppen im Vordergrund. Die Autoren schlussfolgern: „Der in unserer Studie herausgearbeitete Unterschied in der Wertschätzung birgt die Gefahr, dass Planungsexperten an den Interessen der Betroffenen vorbei planen.“

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