Muttermilch ist die ideale Ernährung für Babies.

 „Stillen ist ein Fundament für nachhaltige Entwicklung“,unter diesem Motto findet die Internationale Weltstillwoche im deutschsprachigen Raum vom 3. bis 9. Oktober 2016 statt.

„Stillen ist sowohl wichtig für die Gesundheit von Kind und Mutter als auch für die Entwicklung eines ganzen Landes“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Aus Verantwortung gegenüber der wachsenden Zahl von Migranten und Flüchtlingen in Deutschland haben wir deshalb die Stillempfehlungen des BfR in viele Sprachen übersetzt, in diesem Jahr auch ins Arabische.“ Anlässlich der Weltstillwoche  weist die Nationale Stillkommission am BfR darauf hin, dass Muttermilch die ideale Nahrung für Säuglinge ist.

Nachhaltigkeitsziele der UN

Mit dem Motto der Weltstillwoche 2016 soll, angelehnt an die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, auf die Nachhaltigkeit des Stillens hingewiesen werden. Dieser Aspekt ist insbesondere für Menschen, die in Armut leben, von großer Bedeutung. Stillen weist im Vergleich zu Muttermilchersatzprodukten eine günstigere Energie- und Umweltbilanz auf.

Die Nationale Stillkommission wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung einer neuen Stillkultur in der Bundesrepublik Deutschland zu unterstützen und dazu beizutragen, dass Stillen zur normalen Ernährung für Säuglinge wird. Der Kommission gehören Mitglieder aus medizinischen Berufsverbänden und Organisationen an, die sich für die Förderung des Stillens in Deutschland einsetzen.

Ideale Kindernahrung

Muttermilch ist die natürliche und deshalb ideale Nahrung für Säuglinge, weil sie gut verdaulich und optimal an den Bedarf des Säuglings angepasst ist. Sie ist so zusammengesetzt, dass sie im ersten Lebenshalbjahr den Bedarf des gesunden Säuglings an Nährstoffen und Flüssigkeit vollständig deckt. Gestillte Kinder sind seltener krank als nicht gestillte Kinder, weil die in der Muttermilch enthaltenen Abwehrstoffe vor vielen Infektionskrankheiten schützen. Stillen unterstützt die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind und fördert die kindliche kognitive Entwicklung und Intelligenz. Zudem gibt es Hinweise auf ein langfristig vermindertes Risiko für Übergewicht und Typ 2 Diabetes. Muttermilch steht praktisch jederzeit zur Verfügung, ist hygienisch einwandfrei und richtig temperiert. Stillende Mütter haben ein geringeres Risiko, an bestimmten Krankheiten, wie Brustkrebs, zu erkranken. Stillen fördert also die Entwicklung und Gesundheit von Kind und Mutter, ist eine ökologisch nachhaltige Ernährungsmethode und trägt wesentlich zur öffentlichen Gesundheit bei.

Schon vor der Geburt informieren

Säuglinge sollten mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich gestillt werden. Auch nach der Einführung von Beikost – frühestens mit Beginn des 5. Monats, spätestens mit Beginn des 7. Monats – können und sollten Mütter weiter stillen. Die gesamte Stilldauer bestimmen Mutter und Kind. Die Nationale Stillkommission empfiehlt, schon vor der Geburt beide Eltern über die Vorteile des Stillens zu informieren. Mütter sollten die Möglichkeit haben, sich im Fall von Stillschwierigkeiten von fachkundigen Personen beraten zu lassen. Gesellschaftliche Aufklärung soll dazu beitragen, dass Mütter auch in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz ein stillfreundliches Umfeld vorfinden.

Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) informiert mit ihren Stillempfehlungen über die Bedeutung des Stillens und möchte dazu ermutigen, sich bei Stillschwierigkeiten kompetente Hilfe zu suchen. Stillprobleme können auf mangelnden Informationen und fehlender Unterstützung beruhen. Die Faltblätter des BfR „Stillempfehlungen für Schwangere“ und „Stillempfehlungen für die Säuglingszeit“ listen verschiedene Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf sowie Organisationen, die Hilfe anbieten. Die Blätter sind bereits seit längerem in deutscher, türkischer, russischer, englischer, französischer und italienischer Sprache erhältlich. Seit 2016 liegen sie auch in arabischer Sprache vor. Die Übersetzung der Faltblätter ins Arabische geht auf Anfragen von Ärztinnen und Ärzten sowie Hebammen zurück, die geflüchtete schwangere und stillende Frauen betreuen. Psychische Belastungen und Stress, beispielsweise aufgrund unsicherer Lebensverhältnisse, können sich auf das Stillen negativ auswirken. Umso wichtiger ist in diesem Fall die verständliche Information von Betroffenen darüber, wie sie Hilfe erhalten können.

Alle Faltblätter können kostenlos bei der Nationalen Stillkommission angefordert oder als pdf-Datei von der BfR-Website heruntergeladen werden:

http://www.bfr.bund.de/de/publikation/stillempfehlungen-61959.html

 

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