Entwicklungsminister Gerd Müller und der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, haben am Mittwoch eine Partnerschaftserklärung unterzeichnet, mit der die Arbeitsbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessert werden sollen

Arbeitnehmerrechte sollen besser geschützt werden. Dabei geht es auch im Kinder, denn weit mehr als 100 Millionen Kinder und Jugendliche müssen weltweit Kinderarbeit verrichten.

Vor allem in der Textilindustrie Asiens, aber auch in vielen anderen Branchen, sind viele Minderjährige beschäftigt, die nur wenige Cent vom Ladenpreis für ihre Schufterei erhalten. Die Konsumenten interessiert in erster Linie, billig und chick, weniger die Herstellungsbedingungen vor Ort.

Nun haben die Bundesregierung, federführend das Bundesentwicklungsministerium,  und der DGB eine strategische Partnerschaft zum Schutz von Arbeitnehmerrechten in Entwicklungsländern vereinbart. Heute haben der zuständige Bundesminister Dr. Gerd Müller und der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Reiner Hoffmann eine Partnerschaftserklärung unterzeichnet, mit der die Arbeitsbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessert werden sollen.

Bundesminister Dr. Gerd Müller: „Kinderarbeit im Bergbau, Textilfabriken ohne Brandschutz, Hungerlöhne auf den Kaffeeplantagen – wir leben unseren Wohlstand auch auf Kosten der Menschen in Entwicklungsländern. Wir müssen die Globalisierung gerechter gestalten. Starke Gewerkschaften sind ein Schlüssel für die Durchsetzung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Mit dem DGB bündeln wir unser Wissen, um Arbeitnehmer weltweit bei der Durchsetzung ihrer Rechte zu unterstützen.“

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann: „Mit dieser Kooperation schlagen wir ein neues Kapitel in der Entwicklungspolitik auf. Es zeugt von dem Verständnis, dass es um mehr geht als wirtschaftliche Unternehmensentwicklung. Gleichzeitig müssen gewerkschaftliche Strukturen für eine handlungsfähige Sozialpartnerschaft vor Ort aufgebaut werden. Nur so können wir globalen Ungleichgewichten begegnen und die demokratische Mitbestimmung derjenigen gewährleisten, denen Entwicklungsprojekte letztlich zugutekommen sollen. Wir freuen uns darauf, das BMZ dabei zu unterstützen.“

Konkret vereinbarten DGB und das Bundesentwicklungsministerium (BMZ), globale Gewerkschaftsorganisationen durch Personalentsendungen zu unterstützen. Mit der Personalentsendung soll der internationale Gewerkschaftsverband der Industriearbeiter IndustriALL lokale Gewerkschaften in Asien bei Verhandlungen zu existenzsichernden Löhnen beraten. Im Fokus wird die Unterstützung von Gewerkschaften in Bangladesch, Kambodscha, Myanmar und Pakistan stehen. Die Anliegen der dortigen Gewerkschaften sollen zunehmend in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eingebunden werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass das BMZ die Förderung der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit fortführt.

Viele Arbeiterinnen und Arbeiter leiden unter unzureichenden Umwelt-, Gesundheits-, Sicherheits- und Sozialstandards. Dies betrifft insbesondere frühe Stufen der Wertschöpfung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Gewerkschaften sind Schlüsselakteure, um Missstände aufzuzeigen und Verbesserungen einzufordern.

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