Das BMWI hat eine neue Studie zum Thema Energieeffizienz im IKT Bereich veröffentlicht.

Es ist eine Binsenweisheit, dass jeder Computer, jeder Server, jede versendete e-Mail Strom verbraucht. Selbstverständlich ist der Stromverbrauch des Computers abhängig von seiner Nutzung.  Die Betreiber von Google selbst behaupten, dass eine Suchanfrage dort  beispielsweise 0.2 g CO2 . Unabhängige Studien berechneten jedoch eher zwei bis 8 g CO2 oder circa 4 Watt Strom pro Klick auf den Suchbutton.

Nun hat sich die Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit diesem Thema beschäftigt und veröffentlichte heute eine in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Entwicklung des IKT-bedingten Strombedarfs in Deutschland“. Diese Untersuchung legt Erkenntnisse zur Entwicklung bis 2025 vor und zeigt, wo Effizienzsteigerungen erzielt wurden und weiterer Handlungsbedarf besteht.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel: „Das Zusammenspiel von technologischem Fortschritt, Verbraucherinformation und europäischen Standards zeigt Erfolge bei der Stromeffizienz von Geräten: Der Rückgang des Stromverbrauchs der IKT in Deutschland um rund 15 Prozent in den letzten fünf Jahren zeigt dies eindrucksvoll. Dem erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs bei Telekommunikationsnetzen und Rechenzentren bis 2025 werden wir durch kluge Instrumente und Effizienzsteigerungen entgegenwirken.“

Der jährliche Energiebedarf der IKT in Deutschland ist im Zeitraum von 2010 bis 2015 um 15 Prozent, also 8 TWh, gesunken. Perspektivisch wird sich dieser abnehmende Trend bis 2020 weiter fortsetzen, bis 2025 wird ein leichter Anstieg von 45 TWh auf 46 TWh in 2025 erwartet.

Sinkende Verbräuche am Arbeitsplatz

Maßgeblich für den Rückgang des Stromverbrauchs ist der sinkende Energiebedarf der IKT in Haushalten und an Arbeitsplätzen, der sich in den kommenden Jahren von 2015 bis 2025 weiter sukzessive um gut ein Drittel verringern wird. Wesentliche Treiber sind die technische Optimierung von IKT-Endgeräten wie Fernsehern sowie eine intensivere Nutzung energiesparenderer mobiler Produkte wie Smartphones, Tablets und Notebooks. Die Effizienzsteigerungen wurden durch Verbraucherinformation und Standardsetzung über das europäische Energielabel und die Ökodesign-Richtlinie forciert.

Demgegenüber zeichnet sich in den Bereichen der Telekommunikation und Rechenzentren ein gegenläufiger Trend ab: Trotz der Ausschöpfung erheblicher Verbesserungspotentiale wird der IKT-bedingte Energiebedarf von Rechenzentren und Telekommunikationsnetzen 2015 bis 2025 leicht zunehmen und von 18 TWh im Jahr 2015 auf 25 TWh im Jahr 2025 ansteigen.

Das Bundeswirtschaftsministerium wird die Ergebnisse der vom Fraunhofer IZM und dem Borderstep Institut erstellten Studie auswerten und Maßnahmen entwickeln, um auch in den kritischen Bereichen Telekommunikationsnetze und Rechenzentren Anreize für höchste Effizienz zu setzen, etwa im Rahmen der wettbewerblichen Ausschreibungen für Energieeffizienz.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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