Studenten der FU Berlin haben in Göttingen einen Plan zur Verbesserung des Stadtbusverkehres vorgelegt.

Wie sieht eine ideale Stadtbusflotte in einer mittelgroßen Universitätsstadt aus? Ein ideales Projekt für Studierende für eine Projektarbeit. Zusammen mit den Göttinger Verkehrsbetrieben haben jetzt Studierende der Freien Universität Berlin die optimale Zusammensetzung der Stadtbusflotte in der niedersächsischen Universitätsstadt ermittelt. Als Ergebnis ihrer sechsmonatigen Projektarbeit konnten die Studierenden Prognosen über die künftige Zahl der Fahrgäste und die benötigte Zahl der Fahrzeuge vorlegen. Die optimierten Einsatzpläne werden derzeit von den Göttinger Verkehrsbetrieben auf ihre Umsetzung geprüft.

Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) etwa 50.000 Personen pro Tag. Allerdings stehen für die Zukunft zwei große Neuerungen an: Derzeit wird ein neues Liniennetz für das Stadtgebiet Göttingen geplant, um auf veränderte Fahrgastströme zu reagieren. Außerdem gilt vom kommenden Wintersemester an erstmalig das Semesterticket für Studierende bei den GöVB. Deshalb wird eine verstärkte Nutzung der Stadtbusse durch die Studierenden erwartet.

Diese Herausforderungen nahmen die GöVB zum Anlass, die Zusammensetzung ihres Fuhrparks im Rahmen eines Praxisprojekts mit Studierenden der Freien Universität Berlin zu untersuchen. „Grundlage für die Optimierung des Fuhrparks sind Prognosen über die zukünftige Auslastung der Stadtbusse“, erläutert Prof. Dr. Jan Fabian Ehmke. Vier Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik nutzten diese Daten als Grundlage, um Szenarien der Fahrgastnachfrage zu entwickeln und die optimale Zusammensetzung des künftigen Fuhrparks zu ermitteln. Dafür wurden universitätseigene Optimierungstools verwendet, die auf Basis eines gegebenen Fahrplans und einer prognostizierten Fahrgastnachfrage die optimalen Einsatzpläne für den Fuhrpark berechnen.

Als Ergebnis ihrer sechsmonatigen Projektarbeit legtem die Studierenden Prognosen über die künftige Fahrgastnachfrage und die dafür benötigte Fahrzeuganzahl vor. „Die Kooperation mit den GöVB hat den Studierenden eine einmalige Gelegenheit eröffnet, die erlernten Optimierungsmethoden auf ein relevantes, betriebswirtschaftliches Problem anzuwenden“, sagt Prof. Dr. Natalia Kliewer, Studiengangskoordinatorin an der Freien Universität Berlin. Der Geschäftsführer der GöVB Michael Neugebauer sagt über die Ergebnisse des Projekts: „Die Untersuchungen der Studierenden haben gezeigt, dass wir mit unserem Fahrzeugpool gut gerüstet sind – auch wenn die Fahrgastnachfrage, wie im Falle des Semestertickets, steigen wird.“

Um den öffentlichen Nahverkehr in Göttingen in Zukunft noch kundenfreundlicher und effizienter planen zu können, sind weitere gemeinsame Projekte mit den Berlinern in Vorbereitung.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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