Rund drei Viertel der Deutschen würde aktuell bei der Planung eines Eigenheims eine altersgerechte Bauweise berücksichtigen. Dabei ist barrierefreier Wohnraum längst nicht nur ein Thema für die Altersgruppe 50-Plus. Immerhin die Hälfte der unter 25-Jährigen macht sich ebenfalls bereits heute Gedanken über ein altersgerechtes Zuhause. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, zum Thema  ‚Wohnen im Alter‘.

Trautes Heim – Glück allein. Doch was, wenn die eigenen vier Wände zur Last werden, da sie den Ansprüchen im hohen Alter nicht mehr genügen? Das Immobilienportal wollte wissen, ob die Deutschen vorbeugen und Aspekte einer altersgerechten Architektur bereits bei der Planung des Eigenheims berücksichtigen. Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut YouGov wurden hierzu 1.023 Personen befragt.

Das Resultat ist eindeutig: Drei Viertel würden ihre eigene Immobilie aktuell bereits barrierefrei planen. Dabei liegt der Anteil der Befürworter einer altersgerechten Bauweise erwartungsgemäß höher, je älter die Befragten sind. So legen sogar 90 Prozent der über 55-Jährigen Wert auf beispielsweise verbreiterte Durchgänge und ebenerdige Duschen. Überraschend ist jedoch, dass sich auch die junge Generation durchaus mit dem Thema ‚Wohnen im Alter‘ auseinanderzusetzen scheint. Rund die Hälfte der unter 25-Jährigen würde bei der Planung des Eigenheims bereits heute die Nutzung im Ruhestand bedenken.

Ein Haus fürs Leben
Durchaus verständlich, denn Planung und Bau eines Eigenheims sind mit einem erheblichen Kapitaleinsatz verbunden und eine möglichst langfristige Nutzung der eigenen vier Wände ist somit wünschenswert. Bestärkt wird dies vom Trend zum selbstständigen Wohnen und Leben im Alter. Kaum jemand plant den Lebensabend im Altersheim. Im Gegenteil: Die Deutschen möchten möglichst lange eigenständig bleiben, wie eine Immonet-Umfrage vom Sommer 2013 bereits bestätigte. Hilfestellung bei der individuellen Planung des Eigenheims bieten Services wie die Immonet Hausbau-Applikation (kostenlos via App-Store). Via iPad und iPhone können Nutzer hier in über 750 Häusern stöbern und sich gezielt über Hersteller und Musterhausparks in der Nähe informieren.

Hamburger und Saarländer planen im Hier und Jetzt
Übrigens: Nicht alle Deutschen finden es wichtig, beim Bau eines Eigenheims schon an eine Bewohnbarkeit im Alter zu denken. So sprechen sich immerhin 17 Prozent der Befragten dagegen aus, etwaige Baumaßnahmen zu berücksichtigen. Regional gibt es hierbei nur geringe Unterschiede. Einzig die Hamburger und Saarländer scheinen altersgerechten Wohnraum eher für nebensächlich zu halten. Von ihnen gaben im Schnitt rund ein Drittel an, auf eine barrierefreie Planung zu verzichten. Auch ledige Personen sehen zu 30 Prozent von einem altersgerechten Eigenheim ab. Ein möglicher Grund: Häufig erfolgt die Planung der eigenen vier Wände mit einem festen Partner; Singles rechnen möglicherweise eher noch mit zukünftigen räumlichen Veränderungen als Paare.

Auffallend gering ist die Zahl der Unentschlossenen: Lediglich neun Prozent der Befragten fühlten sich nicht in der Lage, eine Aussage darüber zu treffen, ob sie zum aktuellen Zeitpunkt beim Hausbau auf eine altersgerechte Bauweise achten würden. Dies lässt darauf schließen, dass der demografische Wandel und die daraus resultierenden Herausforderungen durchaus in den Köpfen der großen Mehrheit der Deutschen angekommen sind.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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