Das Öko-Institut hat zusammen mit 17 europäischen Forschungspartnern einen Leitfaden zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien für kleine, mittelständische und große Unternehmen entwickelt. Sowohl bei der Strategieentwicklung als auch bei der Umsetzung von Maßnahmen muss von Beginn an der größtmögliche Nutzen für die Gesellschaft im Fokus stehen – so die zentrale Empfehlung des Handbuches. Das Handbuch baut auf den Ergebnissen der großen europäischen Studie IMPACT auf.

„IMPACT hat uns deutlich gezeigt, dass freiwillige Maßnahmen von Unternehmen erkennbare positive Effekte auf Nachhaltigkeit bewirken, jedoch nicht ausreichen, die Nachhaltigkeitsziele der europäischen Union zu erreichen“, fasst Christoph Brunn, Leiter der Synthese aller inhaltlichen Ergebnisse in IMPACT, zusammen. „Mit dem Handbuch möchten wir Unternehmen einen Leitfaden an die Hand geben, Nachhaltigkeitsaktivitäten so anzugehen, dass deren gesellschaftliche Wirkung möglichst groß ist“, erklärt Brunn weiter.

Im Fokus: Der Nutzen für die Gesellschaft

Ob eine Nachhaltigkeitsmaßnahme eines Unternehmens für die Gesellschaft von Nutzen ist, entscheidet sich an verschiedenen Stellen: bei der Wahl eines bestimmten Themas ebenso wie bei der Auswahl der konkreten Aktivität, der Umsetzung oder auch der Messung der positiven oder negativen Effekte auf Gesellschaft oder Umwelt. Je systematischer ein Unternehmen dabei vorgeht, desto größter ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Aktivitäten auch lohnen.

Deshalb haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Methode CIAM – Corporate Impact Assessment & Management – entwickelt. Nach ihr durchlaufen Nachhaltigkeitsmaßnahmen im besten Fall fünf Phasen, beginnend mit der Auswahl der für das Unternehmen und die Gesellschaft wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen. Nach der Entscheidung für die umzusetzenden Nachhaltigkeitsmaßnahmen sollte das Ergebnis am Ende idealerweise anhand von Schlüsselindikatoren gemessen und ausgewertet werden. In jeder der insgesamt fünf Phasen steht der Impact im Vordergrund. CIAM folgt dem Schema etablierter Mechanismen von Managementsystemen und versieht diese mit neuen Elementen.

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe häufig weniger Ressourcen zur Durchführung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen haben, finden in dem Handbuch Tipps dazu, wie sie mit ihren Mitteln positive Effekte erzielen können.

Weitere Informationen:

Practitioners Handbook. From CSR to CIAM: Corporate Impact Assessment & Management

„CSR – Wie viel Freiwilligkeit ist ausreichend?“ Pressemitteilung des Öko-Instituts vom 16.10.2013 zu den Folgerungen aus den Ergebnissen von IMPACT

Freiwilliges CSR-Engagement von Unternehmen reicht nicht aus“ Pressemitteilung des Öko-Instituts vom 17.09.2013 zu den zentralen Ergebnissen von IMPACT

Hintergrundpapier des Öko-Instituts zu IMPACT

Weitere Informationen und Materialien auf der Projektwebseite der Europäischen Kommission

Informationen zum Symposium „Wie wirkt CSR? Unternehmerische Verantwortung und Regulierung im Wechselspiel“, 16.10.2013, Berlin

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

Ähnliche Beiträge

Insbesondere in der Energiewirtschaft treiben politische Entscheidungen und der Wille zur...

Die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) herausgegebene Fachzeitschrift...

Wie lässt sich auf Ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des Greenings ein echter Mehrwert für die...

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.