Auf das Thema Ausbildung und Schulung wird bei der UTZ Zertifizierung viel Wert gelegt

„Better Farming, better Future“, das ist das Motto des UTZ Certified Programm, das Verbraucher unter anderem auf Kaffeeverpackungen auch bei einigen Discountern entdecken können. Dabei sollen Lebensmittel, vor allem Kaffee, nachhaltiger angebaut werden und die Lebenssituation in den Erzeugerländern verbessert werden. In Deutschland findet man UTZ gelabelte Produkte unter anderem auch bei IKEA, Tchibo, REWE, Dallmayr oder LIDL Nun hat UTZ  seinen neuen Code of Conduct veröffentlicht.

Durch eine inhaltliche und strukturelle Überarbeitung der Richtlinien will die Organisation erreichen, dass noch mehr Farmer am Programm für den nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao und Tee teilnehmen können. De teilnehmenden Bauern im UTZ-Programm verpflichten sich dem Grundsatz „Better Farming, Better Future“. Dementsprechend umfasst der Code of Conduct Richtlinien zur Verbesserung von Anbaumethoden, Arbeitsbedingungen und Naturschutz sowie zum verantwortungsvollen Umgang mit den heranwachsenden Generationen. Der Code of Conduct wird alle fünf Jahre überarbeitet. Schon seit dem  1. Juni 2014 können die am Programm Beteiligten diesesn Code nutzen. Verbindlich einzuhalten sind seine Richtlinien ab 1. Juli nächsten Jahres.

Inhaltliche Aufwertung wichtiger Richtlinien

Produkte mit dem UTZ-Certified-Label sind über ein internetbasiertes System vom Bauern bis zum Produzenten des fertigen Produktes, etwa der Röstbetrieb beim Kaffee, lückenlos nachverfolgbar. Dieses Rückverfolgbarkeitssystem wird in Kooperation mit dem Roundtable on Sustainable Palm Oil und der Better Cotton Initiative auch für Palmöl und Baumwolle zur Verfügung gestellt.
Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt der überarbeiteten Richtlinien. Dazu gehört auch die Wissensvermittlung rund um das Thema Farm-Management. Um ein Beispiel zu nennen:  Die teilnehmenden Farmer sollen lernen, wie Böden länger nutzbar werden, etwa durch den Anbau von Mischkulturen.  Auf die Themen Naturschutz, ökologische Vielfalt und den Schutz der Ökosysteme gehen die neuen Richtlinien an vielen Stellen ausführlicher ein. Neu dabei sind praktische Hinweise zur Wiederaufbereitung und weiteren Nutzung von Abwasser, das in der Weiterverarbeitung von Kaffee anfällt.Darüber hinaus bekommen die Farmer mit dem verbesserten Code of Conduct Maßnahmen an die Hand, die ihnen helfen, sich besser gegen unvorhersehbare Wettersituationen als Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Kinderarbeit und Gleichberechtigung

Auch die Themen Kinderarbeit und Gleichberechtigung haben weiterhin einen hohen Stellenwert. UTZ erweitert die Palette an Maßnahmen, die dazu beitragen, Kinderarbeit vorzubeugen, nachzuverfolgen und möglichst zurückzudrängen. Die Position der Frau soll weiter gestärkt werden und so ihr Anteil an gesellschaftlicher, beruflicher und sozialer Teilhabe zunehmen.

Britta Wyss Bisang, Direktorin „Standards“ bei UTZ Certified, beschreibt den Ansatz für die neue Version des Code of Conduct wie folgt: „Unser Ziel ist es, dass die Produktivität der Farmen durch die effiziente Nutzung der im neuen Code of Conduct gelisteten Maßnahmen weiter steigt. Gleichzeitig wollen wir die Herausforderungen in sozialen Belangen und den Schutz der Natur konkreter angehen.“Core Conduct und spezifische Module für Kaffee, Kakao und Tee. Neben den konkretisierten Richtlinien zu Farm-Management, Klimawandel, Kinderarbeit und Gleichberechtigung soll ein neuer Aufbau ermöglichen, dass noch mehr Farmer in das UTZ-Programm eintreten. Der neue Code of Conduct beinhaltet daher einen sogenannten Core Code, der allgemein gültige Richtlinien umfasst. Dieser wird durch Module erweitert, die sich jeweils mit den Spezifika zu den einzelnen Produkten – nämlich Kaffee, Kakao und Tee – auseinandersetzen. Darüber hinaus ist die Sprache im neuen Code of Conduct verständlicher und klarer. Damit wird der Code of Conduct für die Farmer zu einer Art Handbuch zur Umsetzung der UTZ-Richtlinien im Alltag.
Der Code of Conduct als dynamischer Kriterienkatalog

Im Abstand von fünf Jahren überprüfen alle relevanten Akteure wie Produzenten, Wissenschaftler, Mitglieder der Industrie und von Nichtregierungsorganisationen den Code of Conduct. Ziel ist es, die Vorteile des UTZ-Programms noch stärker herauszustellen und für die Farmer aufzubereiten. Für den aktuellen Code of Conduct, der am 1. Juli 2015 verpflichtend in Kraft tritt, begann der Prozess der Überarbeitung im August 2012. Seitdem wurden zwei öffentliche Konsultationsphasen und zehn Workshops in den Produktionsländern durchgeführt, die schließlich zur neu aufgelegten Version des Code of Conduct führten.

 

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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