Nashörner gehören zu den Tierarten, die am stärksten illegal gehandelt werden.

Illegaler Tierhandel bedroht Nashörner und Elefanten, aber auch Krokodile und Schlangen. Vor allem Schuppentiere sind die am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt. Dieser nicht erlaubte Artenhandel blüht im Verborgenen und ist eine ernste Bedrohung für die Ökosysteme und Artenvielfalt unserer Erde.

Wie die EU und die Mitgliedstaaten dieses hochlukrative kriminelle Geschäft intensiver bekämpfen sollten, ist Gegenstand eines Berichts der EU-Abgeordneten Catherine Bearder (ALDE, UK). Der Umweltausschuss hat ihren Bericht am 13.10. angenommen.

Der illegale Artenhandel, also der illegale Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten und deren Produkten, ist eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Ökosysteme. Er hat verheerende Auswirkungen auf die Biodiversität unseres Planeten, da er bestimmte Arten auszurotten droht. Akut gefährdet sind verschiedenste Arten der Fauna und Flora: Elefanten, Nashörner, Tiger, Reptilien oder Haie, aber auch tropische Hölzer, Korallen und Orchideen, um nur einige Beispiele zu nennen.

In den vergangenen Jahren hat der illegale Artenhandel dramatisch zugenommen und die weltweite Nachfrage nach wildlebenden Tier- und Pflanzenarten und deren Produkten ist gestiegen.

Illegaler Artenhandel – Sicherheitsbedrohung in vielen Ländern

Die Akteure in diesem Geschäft sind mehr und mehr organisierte kriminelle Gruppen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der illegale Artenhandel ist äußerst lukrativ und wird verglichen mit anderen kriminellen Tätigkeiten nur mit geringer Priorität geahndet. Das Risiko der Aufdeckung und das Strafmaß sind relativ niedrig. Oft bestehen auch Verbindungen zu anderen Formen des organisierten Verbrechens wie Drogen- und Waffenhandel. Schließlich stellt der illegale Artenhandel auch eine Einnahmequelle für Milizen oder terroristische Gruppierungen dar.

Illegale Wildartenprodukte werden nicht nur auf dem Schwarzmarkt verkauft. Sie werden auch in den legalen Handel geschleust, zum Beispiel „undercover“ mithilfe gefälschter Papiere oder aufgrund fehlender Kontrollen. Die Konsumenten sind sich gegebenenfalls gar nicht bewusst, dass sie Produkte illegalen Ursprungs erwerben.

EU: Zielmarkt, Umschlagplatz und Ursprungsregion

Die Europäische Union ist ein wichtiger Zielmarkt für illegal gehandelte Arten und Produkte. Sie ist aber auch ein Umschlagplatz für illegale Wildartenprodukte auf der Durchfuhr in andere Regionen. Letztendlich ist die EU für bestimmte illegal gehandelte Arten wie Glasaale auch Ursprungsregion.

EU-Aktionsplan: Prävention, Effizienz, Kooperation

Nun  hat der Umweltausschuss einen Initiativbericht der britischen EU-Abgeordneten Catherine Bearder (ALDE) gebilligt. Dieser Bericht befasst sich mit dem Aktionsplan der EU zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels, der von der EU-Kommission in diesem Jahr ins Leben gerufen worden ist. Der Aktionsplan soll von der EU und den Mitgliedstaaten bis 2020 umgesetzt werden.

„Es ist die gemeinsame Verantwortung der EU-Mitgliedstaaten, sich der Herausforderung zu stellen und dieses organisierte und destruktive Verbrechen, das so viele Regionen der Welt destabilisiert, zu bekämpfen“, betont Berichterstatterin Catherine Bearder in einer Stellungnahme.

Der EU-Aktionsplan umfasst drei Prioritäten: Zum einen sollen Angebot und Nachfrage nach illegalen Produkten von Wildarten verringert werden. Catherine Bearder stellt klar fest: „Der Aktionsplan muss illegalen Artenhandel verhindern und seine Ursachen bekämpfen.“ Zum anderen sollen die bestehenden Vorschriften effizient durchgesetzt werden. „Wir müssen eine effiziente Umsetzung und Durchsetzung der bestehenden Vorschriften sicherstellen“, sagt Bearder. Schließlich soll auch die Zusammenarbeit zwischen Ursprungs-, Transit- und Zielmarktländern auf globaler Ebene intensiviert werden.

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Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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