Nun mit einer guten Bürgerbeteiligung können Gemeinden den Übergang zu erneuerbaren Energien schaffen. (Foto: pixabay)

Was macht den erfolgreichen Übergang zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem aus? Lokales Engagement, wahrgenommene Fairness und Informationsaustausch, so eine neue Studie der Universität Lund in Schweden.

Die Forscher untersuchten zwei Fälle, einen in Samsø (Dänemark) und einen in Feldheim (Deutschland), in denen kohlenstoffarme Energiesysteme erfolgreich implementiert wurden. Samsø ist die weltweit erste Insel mit 100% erneuerbarer Energie und wurde als eines der inspirierendsten Beispiele für eine nachhaltige Energiegemeinschaft bezeichnet.
Feldheim war die erste energieautarke Siedlung in Deutschland mit eigenen Strom- und Wärmenetzen, die vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Das Dorf wird als Energieübergangsmodell für kleine Gemeinden und als Beispiel für die erfolgreiche Integration eines kommunalen Energiesystems dargestellt.

Die Einführung kohlenstoffarmer Energiesysteme ist entscheidend für den Übergang zu nachhaltigen Städten und Gemeinden. Trotzdem gibt es bei der Planung und Umsetzung oft Widerstand in der Öffentlichkeit.

In einer neuen Studie, die kürzlich im Journal of Applied Energy veröffentlicht wurde, haben Forscher der Universität Lund untersucht, welche Faktoren beim Übergang zu kohlenstoffarmen Energiesystemen eine Rolle spielen und wie Gemeinden und Entscheidungsträger mit Konflikten während des Übergangs umgehen.

Die Forscher fanden heraus, dass der Schlüssel zu diesen beiden erfolgreichen Übergängen die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung und die Möglichkeit, in den Entscheidungsprozess einbezogen zu werden, war. Die Forscher fanden auch Hinweise, dass ein fairer, transparenter und offener Prozess wichtiger sein könnte als die Verteilung der Projektvorteile.

„Wir haben festgestellt, dass intensive Informations- und Konsultationsprozesse entscheidend sind, um soziale, technische und wirtschaftliche Hindernisse bei der Umsetzung zu überwinden. Wir fanden es auch wichtig, dass die Gemeinden faire Lösungen für diejenigen finden, die mit negativen oder positiven Effekten belastet sind“, sagt Henner Busch, Forscher am Department of Human Geography und einer der Autoren der Studie.

Die Studie zeigt auf, was politische Entscheidungsträger, Projektentwickler und Praktiker bei der Planung und Umsetzung berücksichtigen müssen. Dies liefert insbesondere wertvolle Erkenntnisse darüber, wie kohlenstoffarme Energieübergänge effektiv gesteuert werden können und wie Gemeinden auf die Herausforderung der Energieübergänge reagieren können.

„Die von den Betroffenen wahrgenommene Fairness ist entscheidend, um die wahrgenommene Legitimität der Übergangsergebnisse zu erhöhen. Wenn das richtig gemacht wird, können auch umstrittene Projekte realisiert werden. Dazu gehört auch, dass die Stakeholder den Raum finden, um zu diskutieren und zu widersprechen. Kommunikationskanäle und Informationsaustausch sind daher von zentraler Bedeutung“, schließt ein weiterer Autor, Professor Luis Mundaca vom International Institute for Industrial Environmental Economics.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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