Di meisten Arbeiter in der weltweiten Textilindustrie werden nicht angemessen vergütet.

80 Milliarden Kleidungsstücke werden nach Angaben von Greenpeace jedes Jahr produziert. Jeder der 1,7 Mrd. Bewohner eines wohlhabenden Industrielandes verbraucht danach jährlich 61 Teile, das sind unglaubliche sechs Teile pro Tag! Auch wenn dieser Vergleich etwas hinkt, weil selbstverständlich auch die Menschen in Entwicklungsländern Kleidung kaufen, sind diese Mengen schwindelerregend. 

Jeder Deutsche kauft etwa fünf Kleidungsstücke im Monat (Greenpeace). Von 2000 bis 2010 hat sich der Kleidungskonsum nahezu verdoppelt; tagtäglich sehen wir überwiegend junge Frauen mit riesigen Einkaufstüten beladen aus den Tempeln der Billigketten strömen. Klar ist: Herstellung und Konsum solcher Massen funktioniert nur billig. Dabei kennen wir die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen die Kleidung hergestellt wurde – vom Baumwoll-Bauern über die Ausrüster bis hin zu den Näherinnen.

Gut ist, dass auch Massenproduzenten mit „Grüner Mode“ ihr Image aufbessern. Dadurch steigt weltweit die biologisch bewirtschaftete Fläche! Aber leider ist für sie „billig“ wieder wichtiger als „gut“. „Die Baumwolle wird zwar unter Biokonditionen angebaut, aber die Bauern auf den Feldern oder die Arbeiter in den Textilfabriken bekommen keine existenzsichernden Löhne“, sagt Berndt Hinzmann, Arbeitsrechtler bei der entwicklungspolitischen Organisation Inkota. Diese Menschen könnten die Flüchtlinge von morgen sein.

„Verbraucherinnen bei uns müssen mit ihrem Einkauf endlich Verantwortung für die Frauen in den Herstellungsländern übernehmen“, fordert Cotonea-Vertriebsleiter Johannes Brenner. „Es kann doch nicht sein, dass bei uns Klamotten als billige Massenware konsumiert und zu wertlosen Wegwerfartikeln werden, wenn gleichzeitig die Menschen, die sie produziert haben, davon nicht menschenwürdig leben können.“

In den Bio-Baumwollprojekten von Cotonea in Uganda und Kirgistan bekommen die Bauern sowohl einen Bio- als auch einen Fair-Aufschlag auf ihre Ernte. Hier erlebt man, wie sich mit solchen Projekten ganze Regionen entwickeln und man erfährt, wie vorausschauende Entwicklungspolitik aussieht. Die Lebensgrundlage dieser Menschen und aller anderen, die an der Herstellung beteiligt sind, ist gesichert – und zwar dort, wo sie leben. Das aber funktioniert nur bei angemessenen Verkaufspreisen.

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